23. Mai 2012

XETRA-SCHLUSS/Gezerre um Griechenland lastet auf dem DAX

FRANKFURT (Dow Jones)--Das griechische Drama hat die Finanzmärkte auch am Mittwoch auf Trab gehalten. Die Hoffnung, dass die griechischen Parteiführer schriftlich zusichern, die mit der Troika vereinbarten Sparbemühungen auch nach den Wahlen im April umzusetzen, trieben den DAX zunächst auf ein Tageshoch von 6.830 Punkten. Nur noch 8 Punkte fehlten zum Jahreshoch. Dann drehte die Stimmung, der DAX ging auf Tauchgang. Grund hierfür waren Aussagen aus dem Bundesfinanzministerium, wonach bislang nicht alle notwendigen Unterlagen aus Griechenland vorlägen. Das Schicksal des Landes hängt an einem seidenen Faden.

Mit Aufschlägen von 0,4 Prozent oder 30 auf 6.758 Punkte konnte der DAX letztlich noch ein Plus retten. Laut dem Bundesfinanzministerium ist es zentral, dass die Fortdauer des griechischen Reformprogrammes über den anstehenden Wahltag hinaus sichergestellt werde. Diese "Verlässlichkeit" über den griechischen Wahltag hinaus sei für weitere Hilfen an Griechenland nötig. Aus Kreisen verlautete, die Eurogruppe solle erst den Ausgang der Parlamentswahl im April abwarten und dann sehen, wie sich die griechischen Parteien zu den Reformverpflichtungen verhielten.

Einige Länder aus der Eurozone zögen daher einen Überbrückungskredit für das angeschlagene Land in Erwägung, sagte der Insider. Griechenland muss im März Anleihen mit einem Volumen von 14,5 Milliarden Euro zurückzahlen, sonst droht die Pleite. Dass der DAX überhaupt mit einem Plus aus dem Handel ging, hatte mit Nachrichten aus China zu tun. Der Gouverneur der People's Bank of China, Zhou Xiaochuan, stellte in der Nacht während des Pekinger EU-China-Gipfels weitere Käufe von in Euro denominierten Vermögenswerten in Aussicht.

Mit einem Aufschlag von 3,5 Prozent auf 7,35 Euro waren Infineon Tagesgewinner im DAX. Die Aktie erholte sich damit von dem Absturz am Vortag. Belastet hatte hier eine Schadensersatzforderung von 1,7 Milliarden Euro durch den Insolvenzverwalter von Qimonda. Händler und Analysten sehen diese Forderung jedoch immer mehr als "unrealistisch" an. Derweil setzten Deutsche Börse ihre Aufwärtsbewegung von gestern fort. Die Erhöhung der regulären Dividende und die Ankündigung einer Sonderdividende machten den Anlegern Lust auf mehr.

adidas sprangen um 2,6 Prozent auf 59,26 Euro. Bei 59,96 Euro hatten sie am Morgen sogar ein neues Allzeithoch erreicht. Hier treiben Hoffnungen, China könnte die Steuer für Luxusgüter senken. Das Reich der Mitte ist einer der wichtigsten Wachstumträger für den Sportartikel-Hersteller. Auch Puma stiegen 3,1 Prozent auf 247,25 Euro. Das Konkurrenzunternehmen von adidas hat die Gewinnprognosen für das vierte Quartal zumeist deutlich übertroffen.

TUI kletterten weiter nach oben und schlossen 3,5 Prozent höher bei 6,42 Euro. Die Quartalszahlen wurden als gemischt betrachtet, wichtiger sei jedoch der Verkauf von 17,4 Prozent an Hapag Lloyd an das Albert-Ballin-Konsortium in Hamburg, hieß es im Handel. TUI bezeichnet den Ausstieg aus dem Reederei-Geschäft als einen großen Schritt in Richtung Schuldenfreiheit. Nicht gefragt waren Versorger. Die französische GDF Suez hatte am Vortag einen zurückhaltenden Ausblick geliefert. Investoren machen weiter einen Bogen um den Sektor. E.ON verloren 0,8 Prozent auf 16,23 Euro, für RWE ging es 1,5 Prozent auf 32,34 Euro nach unten.

Für ThyssenKrupp ging es mit einem Minus von 2,4 Prozent auf 20,55 Euro noch kräftiger nach unten. Im Handel war von Umschichtungen von ThyssenKrupp in Salzgitter die Rede. Salzgitter steigerten sich um 2,5 Prozent auf 45,38 Euro. Für Gildemeister ging es 3,4 Prozent auf 12,19 Euro nach oben. Hier trieben weiter die Rekord-Auftragseingänge auf der Hausmesse des Werkzeugmaschinenbauers.

DJG/mpt/raz 
 

(END) Dow Jones Newswires

February 15, 2012 12:04 ET (17:04 GMT)

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