23. Mai 2012

XETRA-MITTAG/DAX erholt sich nach Auktionen von Tagestief

FRANKFURT (Dow Jones)--Ordentlich verlaufene Auktionen französischer und spanischer Schuldtitel sorgen bis zum Donnerstagmittag für eine leichte Erholung am deutschen Aktienmarkt. So haben die Iberer mit der Versteigerung am Vormittag bereits 34 Prozent ihres für das laufende Jahr angestrebten Bruttoemissionsvolumens unter Dach und Fach gebracht. Und die Gallier haben nicht nur das obere Ende des avisierten Volumens von 8,5 Milliarden Euro erreicht, sondern auch niedrigere Zinsen zahlen müssen. Dessen ungeachtet sorgt weiter die Aussicht auf womöglich noch monatelang immer neue Akte im Drama um ein zweites Rettungspaket für Griechenland für schlechte Stimmung. Bis 12.51 Uhr verliert der DAX 1,1 Prozent oder 75 auf 6.683 Punkte. Im Tagestief hat er bereits bei 6.652 Punkten notiert. In der zweiten Reihe geht es für den MDAX um 1,4 Prozent oder 146 auf 10.207 Punkte nach unten. Der TecDAX verliert 1,5 Prozent oder 12 auf 769 Punkte.

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker zeigte sich am Vorabend im Anschluss an eine Videokonferenz der Finanzminister aus dem Gemeinsamen Währungsgebiets zwar zuversichtlich, dass am Montag kommender Woche "alle notwendigen Entscheidungen" für eine Freigabe der 130 Milliarden Euro schweren zweiten Überlebensration für Athen fallen werden. Dessen ungeachtet scheinen Deutschland, Finnland und die Niederlande aber auf Nummer sicher gehen zu wollen: Angesichts der im April anstehenden Parlamentswahlen in Athen und der Frage, ob sich die neue Regierung an die Sparpläne und Reformgelübde ihrer Vorgängerin halten wird, drohen sie Berichten zufolge damit, die volle Summe erst nach dem Urnengang auszuzahlen. Bis dahin soll ein Überbrückungskredit sicher stellen, dass die Hellenen die am 20. März fälligen 14,5 Milliarden Euro bedienen können.

Die Societe Generale spricht vor diesem Hintergrund von einer "Atmosphäre des verschwindenden Vertrauens". Europa scheine "gefährlich nahe an dem Punkt zu sein, eine lehmanhafte Entscheidung zu treffen". Die US-Regierung hatte 2008 entschieden, die Investmentbank Pleite gehen zu lassen, was eine weltweite Kreditkrise auslöste. Auch die Drohung der Rating-Agentur Moody's mit der Abstufung der Bonität zahlreicher europäischer Geldhäuser, darunter die Deutsche Bank und die Commerzbank, drückt auf die Stimmung.

Für neue Impulse dürfte am Nachmittag der Philly-Fed-Index sorgen. Er misst die Aktivität im Verarbeitenden Gewerbe der Region Philadelphia. Volkswirte rechnen für Februar mit einem Stand von +10,0 nach +7,3 Punkten im Vormonat. Das Pendant für die Region New York hat freilich bereits positiv überrascht, daher dürfte das Risiko für den Philly-Fed-Index ebenfalls auf der Upside liegen. Wie jeden Donnerstag wird darüber hinaus die Entwicklung der Erstanträge auf Leistungen aus der US-Arbeitslosenversicherung erwartet. Hier lautet der Ökonomenkonsens auf ein Plus von 7.000 binnen Wochenfrist.

Nach der Drohung von Moody's stehen am Mittag vor allem die Aktien der Kreditinstitute unter Druck: Deutsche Bank verbilligen sich um 2,2 Prozent auf 32,41 Euro, Commerzbank gar um 2,6 Prozent auf 2,01 Euro. Europaweit verlieren die Banktitel im Schnitt 1,4 Prozent und haben sich damit vor allem dank der Erholung bei den französische Kreditinstituten wieder deutlich von den Tagestiefs gelöst.

Im MDAX halten sich Douglas wacker und notieren gegen den Trend zum Vortagsschluss von 33,75 Euro. "Der Markt setzt weiter auf eine Restrukturierung bei dem Einzelhändler", sagt ein Händler. Wie das Handelsblatt am Donnerstag berichtet, könnte Douglas die Bekleidungskette AppelrathCüpper sowie die Hussel-Süßwarenläden abspalten. Bereits einen Tag zuvor hatte das manager magazin über einen Verkauf der Buchhandelstochter Thalia spekuliert.

Kabel Deutschland ziehen nach dem Bericht für das dritte Geschäftsquartal gar um 0,7 Prozent auf 41,29 Euro an. Sascha Berresch, Analyst bei Hauck & Aufhäuser, lobt den bestätigten Ausblick auf das Geschäftsjahr und die Prognose einer Dividende von wenigstens 1,50 Euro je Aktie.

DJG/jej/raz 
 

(END) Dow Jones Newswires

February 16, 2012 06:59 ET (11:59 GMT)

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