23. Mai 2012

XETRA-FRÜH/DAX zwischen Herabstufungen und neuen Liquiditätsspritzen

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Ratingagenturen haben erneut zugeschlagen. Das dürfte im DAX am Dienstag zu leichten Abgaben führen. Nachdem vor dem Jahreswechsel Standard & Poor's einen Kahlschlag bei den Bonitäten europäischer Länder vollzogen hat, zieht nun Moody's nach. Die Agentur klagt über das Krisenmanagement in der Eurozone und hat daraufhin sechs Länder heruntergestuft. Betroffen sind unter anderem Spanien, Italien und Portugal. Aber auch Frankreich und Österreich kommen nicht ungeschoren davon. Der Ausblick beider Länder wurde auf "negativ" gesenkt, das heißt die Ratings werden zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal überprüft.

"Gerade als es nach einer Beruhigung aussah, hat Moody´s uns daran erinnert, dass die Fiskalsorgen noch immer ungelöst bleiben", sagt IG Markets. Die Finanzmärkte reagieren verschnupft. Der Euro kommt unter Abgabedruck und fällt auf das Niveau von 1,3150 Dollar zurück. An den asiatischen Börsen ging es in einer ersten Reaktion mit den Notierungen kräftig nach unten. Dann kam es aber dank einer überraschenden Ankündigung der japanischen Notenbank zu einer Erholung. Das Land will energischer gegen die Deflation vorgehen und hat angekündigt, dafür frisches Geld zu drucken.

Das Kaufziel für Wertpapiere wurde um 10 Billionen Yen auf 65 Billionen Yen aufgestockt. Der Yen kam daraufhin unter Druck. Die Aktion der Notenbanker dürfte den Schlag von Moody's relativieren. "Das zeigt, dass die Notenbanken weiter mit Liquidität helfen", sagt ein Händler. "Der DAX wird voraussichtlich nur etwas nachgeben", ergänzt er. Auch heißt es einschränkend, dass Moody's letztlich S&P nur hinterherziehe.

Bis 8.19 Uhr wird der DAX bei 6.705 Punkten indiziert nach einem Schlussstand von 6.738 Punkten am Vortag. Allerdings schließen Markbeobachter schärfere Abgaben im FTSE nicht aus. Denn Moody's hat nicht nur in der Eurozone gewütet, sondern hat zugleich den Ausblick Großbritanniens auf "negativ" gesenkt. Das kommt überraschend, denn S&P hatte die Top-Bonität des Landes noch bestätigt. Im Vormittagsverlauf könnten dann Daten zur Industrieproduktion aus der Eurozone und der ZEW-Index Akzente setzen. Am Nachmittag folgen dann die Einzelhandelsumsatzzahlen aus den USA. Hier wird im Januar mit einem Anstieg von 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat gerechnet.

Bei Einzeltiteln stehen im DAX Deutsche Börse im Blick. Hier schließen Händler nach der Vorlage der Geschäftszahlen Gewinnmitnahmen nicht aus. "Zwar werden die hohe Dividende und das Aktienrückkaufprogramm deutlichere Verluste verhindern", so ein Marktteilnehmer mit Blick auf die Ausschüttung von 3,30 Euro und das Aktienrückkaufprogramm über 200 Millionen Euro. "Die Zahlen liegen aber eher unter den Erwartungen", meint er mit Blick auf Umsätze, EBIT und Nachsteuergewinn. Nach dem guten Lauf der Aktie in den vergangenen Tagen würden leichtere Kurse nicht überraschen. Vor Eröffnung geht es um 0,5 Prozent nach unten.

Von schlechten Zahlen ist auch bei ThyssenKrupp die Rede. Der Stahlkocher hat im abgelaufenen Quartal einen Nettoverlust von 460 Millionen Euro ausgewiesen. Allein in Brasilien und den USA seien 288 Millionen Euro an Verlusten eingefahren worden. Heino Ruland von Ruland Research glaubt aber, dass der gute Auftragseingang dafür sorgen sollte, dass sich die Verluste in der Aktie in Grenzen halten sollten. Vorbörslich geht es für das Papier rund 2 Prozent nach unten.

Immerhin, die Zahlen von L'Oreal finden im Handel guten Anklang. "Umsatz und Betriebsgewinn liegen über den Erwartungen, der Ausblick ist Ordnung", sagt ein Teilnehmer. Der Konzern hat im vergangenen Jahr von der starken Nachfrage aus den Schwellenländern profitiert. Hier war das Wachstum denn auch am höchsten. "Die guten Zahlen sollten auch Beiersdorf stützen", fügt der Händler hinzu. Beiersdorf zeigen sich wenig bewegt. MAN verlieren nach Zahlen dagegen 0,8 Prozent.

DJG/mpt/ros 
 

(END) Dow Jones Newswires

February 14, 2012 02:23 ET (07:23 GMT)

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