23. Mai 2012

Arbeitslosigkeit geht zurück

Wieder weniger als 3 Millionen Erwerbslose erwartet

01. März 2011 Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Februar um 33.000 auf 3.317.000 gesunken. Das waren 326.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,1 Punkte auf 7,9 Prozent ab. Vor einem Jahr hatte sie bei 8,7 Prozent gelegen. Damals waren 326.000 Menschen mehr auf Jobsuche als jetzt. Maßgeblich für die gute Entwicklung sei der Konjunkturaufschwung, der zu einem deutlichen Stellenzuwachs geführt habe, teilte die BA mit. Derzeit sind der Behörde 417.000 offene Stellen gemeldet, 120.000 mehr als im Februar 2010. Hinzu komme das seit Jahren rückläufige Angebot an
Arbeitskräften.
Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, erwartet, dass die Zahl der Erwerbslosen bald wieder unter drei Millionen sinkt - im Oktober 2010 lag die Arbeitslosenzahl schon unter diese psychologisch wichtige Marke. „Noch vor Beginn des Sommers werden wir wahrscheinlich weniger als drei Millionen Arbeitslose haben“, sagte Weise am Dienstag in Nürnberg. Spätestens im Oktober oder November werde die Grenze sicher unterschritten. Der Arbeitsmarkt erlebe derzeit einen starken Konjunkturschub. Die Risiken angesichts der Aufstände im arabischen Raum und des damit steigenden Ölpreises schätzt er derzeit als gering ein. Dies sieht er derzeit nicht als Gefahr für den Arbeitsmarkt. „Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Erwerbstätigkeit liegen weiter auf Wachstumskurs“, sagte er. „Und die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt weiter.“
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Die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl ist überraschend stark gesunken. Zum Vormonat ist die Zahl um 52.000 auf 3.069 Millionen zurückgegangen. Von dpa-AFX befragte Ökonomen hatten im Durchschnitt mit einem Rückgang um 17.000 gerechnet. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 39.000, im Osten um 13.000 ab. Auch die Zahl der Kurzarbeiter ging zurück: Nach den aktuellsten Daten vom Dezember bezogen 150.000 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld, 36.000 weniger als im November und 659.000 weniger als vor einem Jahr.
Die Zahl der Erwerbstätigen ist nach den jüngsten Daten vom Januar saisonbereinigt um 23.000 gestiegen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm um 52.000 zu (Dezemberzahlen). Unbereinigt sank die Erwerbstätigkeit im Zuge der Winterpause um 639.000 auf 40,28 Millionen. Das ist dennoch ein Plus von 463.000 im Jahresvergleich. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Dezember unbereinigt bei 28,05 Millionen, ein Plus von 559.000 binnen Jahresfrist. Dabei ging die Zahl regulärer Vollzeitstellen um 334.000, die der Teilzeitjobs um 218.000 nach oben.
Die offizielle Arbeitslosenstatistik erfasst nicht die gesamte Unterbeschäftigung. Arbeitslose in Weiterbildungsmaßnahmen etwa werden nicht gezählt, obwohl sie weiterhin auf Arbeitssuche sind (siehe auch Die Arbeitslosenstatistik zeigt nicht die ganze Wahrheit). Hinzu kommt eine sogenannte Stille Reserve. Das sind Personen, die bereit wären zur Aufnahme einer Arbeit, sich aber aus verschiedenen Gründen nicht bei einer Arbeitsagentur melden: Es können (Früh-)Rentner, Hausfrauen, Studenten, Schüler oder Selbständige sein ebenso wie Entmutigte. Wie groß diese Gruppe ist, lässt sich allenfalls schätzen.


Text: FAZ.NET
Bildmaterial: F.A.Z.

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