23. Mai 2012

Vereinigte Staaten

Notenbankchef verzichtet auf geldpolitisches Signal

Von Patrick Welter, Washington
26. August 2011 Der Vorsitzende der amerikanischen Zentralbank, Ben Bernanke, hat in seiner Rede in Jackson Hole kein konkretes Signal für eine weitere Lockerung der Geldpolitik gegeben. Die Federal Reserve werde die wirtschaftliche Entwicklung weiter verfolgen und sei vorbereitet, ihre geldpolitischen Mittel in angemessener Weise anzuwenden, erklärte Bernanke. Er ging damit nicht über die Erklärung des Ausschusses von Anfang August hinaus.
Bernanke sagte, die Federal Reserve habe eine Palette von Werkzeugen, um weitere Unterstützung zu geben. Er enthielt sich aber einer Diskussion möglicher geldpolitischer Reaktion auf die drohende konjunkturelle Abschwächung. Die Fed habe ihre Sitzung am 20. und 21. September auf zwei Tage verlängert, um darüber zu beraten. An der Wall Street drehten nach der Rede die Aktienmärkte ins Plus.
  Mehr zum Thema
Artikel
Tools
Zuvor war spekuliert worden, dass Bernanke auf der Notenbankerkonferenz in Jackson Hole ein weiteres Signal für eine geldpolitische Lockerung geben werde. Die Fed hält den Leitzins seit Dezember 2008 nahe Null Prozent. Erst Anfang August hatte sie zugesichert, die Nullzinspolitik bis mindestens Jahresmitte 2013 beizubehalten.
Schon vor den Börsenturbulenzen im August war die amerikanische Konjunktur in den Vereinigten Staaten ausgesprochen schwach, wie aktualisierte Daten am Freitag zeigten. Das reale Bruttoinlandsprodukt legte im zweiten Quartal - auf ein Jahr hochgerechnet - nur noch um 1 Prozent zu. Nach europäischer Rechnung entspricht das einem BIP-Plus von rund 0,2 Prozent zum Vorquartal. Der von der Fed sehr beachtete Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben lag im zweiten Quartal 2,5 Prozent höher als vor einem Jahr. Bernanke erwartet, dass die Inflation in den kommenden Quartalen unter 2 Prozent fallen werde.
Die Meinungen in der Fed über die Notwendigkeit einer geldpolitischen Lockerung gehen weit auseinander. Die Entscheidung, die Nullzinspolitik bis 2013 zuzusichern, fiel Anfang August mit drei Gegenstimmen, darunter die von Charles Plosser, dem Fed-Präsident von Philadelphia. „Geldpolitik sollte durch den Zustand der Wirtschaft und nicht durch den Kalender diktiert werden“, sagte Plosser am Freitag. Er bezweifelte, dass ein neuer Ankauf von Staatsanleihen der Wirtschaft aufhelfen werde.
Bernanke nutzte die Rede, um die Aufgaben der Geld- und Finanzpolitik sauber zu trennen. Die Wachstumsgrundlagen seien durch die Schocks der vergangenen vier Jahre nicht dauerhaft verändert worden. Der wichtigste Beitrag der Fed zur Stärkung des langfristigen Wachstums sei die Bewahrung der Preisniveaustabilität.
Unter den ungewöhnlichen Umständen der hohen Langzeitarbeitslosigkeit könne aber auch eine kurzfristig orientierte Geld- und Fiskalpolitik die langfristigen Aussichten verbessern, erklärte Bernanke, der sich um eine Entfremdung der Langzeitarbeitslosen vom Arbeitsmarkt sorgt. Das verschärfe die Dringlichkeit, einen zyklischen Beschäftigungsaufbau zu erlangen. Davon abgesehen lägen die meisten Politiken zur Stärkung des Wachstums aber außerhalb des Bereichs der Zentralbank.
Der Fed-Vorsitzende forderte die Finanzpolitiker dringend auf, mit einem glaubwürdigen Plan die Staatsfinanzen auf eine nachhaltige Basis zu stellen, dabei aber die Fragilität der Konjunkturerholung nicht zu vernachlässigen. Die Steuer- und Ausgabenpolitik müssten die Anreize zur Arbeit und zum Sparen stärken. Nach dem wochenlangen Ringen um eine Anhebung der Schuldengrenze plädierte Bernanke in einem ungewöhnlichen Tadel auch für eine Änderung des politischen Entscheidungsprozesses, um mit glaubwürdigen Budgetzielen mehr Investitions- und Anlagesicherheit zu erlangen.


Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa, F.A.Z.

Quicklinks
Spezialsuche:
Dax
F.A.Z.
Tec
Dow
Nas
22.05.2012 17:45 Uhr
Dax 6.435,60
+1,65 %
Dax
Tec
Dow
Nas
22.05.2012 17:35 Uhr
Tops & Flops Kurs in %
HeidelbergCement 36,87 € +4,73%
Daimler 38,36 € +3,15%
Infineon 6,52 € +3,03%
BMW 63,43 € +2,69%
RWE 30,50 € +2,57%
FMC 53,08 € +0,17%
K+S AG NA O.N. 34,48 € −0,04%
Dt. Boerse 40,96 € −0,05%
Fresenius 75,59 € −0,20%
Metro 23,83 € −0,73%
23.05.2012 02:24 Uhr
Name Kurs in %
DAX 6.435,60 +1,65%
FAZ-INDEX 1.408,04 +1,74%
TecDAX 762,57 +1,49%
MDAX 10.427,40 +2,54%
SDAX 4.857,80 +2,04%
REX 433,36 −0,05%
Eurostoxx 50 2.192,85 +1,99%
F.A.Z. EURO 71,05 +2,10%
Dow Jones 12.502,80 −0,01%
Nasdaq 100 2.539,20 −0,24%
S&P500 1.316,63 +0,05%
Nikkei225 8.729,29 +1,10%
EUR/USD 1,2662 −0,17%
Rohöl Brent Crude 108,02 $ −0,21%
Gold 1.582,50 $ −0,63%
Bund Future 143,48 € +0,01%
Highlights
EUR/USD
EUR/GBP
EUR/JPY
EUR/CHF
23.05.2012 02:24 Uhr
 
        Vortag
1,2662
−0,17 %
Deutschland
Europa
22.05.2012 17:59 Uhr
Name Kurs in %
FAZ-INDEX 1.408,04 +1,74%
F.A.Z. BANKEN EUR 541,28 +1,55%
F.A.Z. VERSICHERU... 14.400,40 +1,86%
F.A.Z. IT + ELEKT... 3.334,05 +1,92%
F.A.Z. BAU + IMMO... 2.473,85 +3,45%
F.A.Z. CHEMIE + P... 1.922,26 +0,97%
F.A.Z. VERS. + TE... 850,27 +1,50%
F.A.Z. AUTO + ZUL... 2.682,02 +3,03%
F.A.Z. MASCHINENB... 476,04 +1,97%
F.A.Z. GRUNDSTOFF... 966,96 +0,83%
F.A.Z. HANDEL + V... 962,38 +1,34%
F.A.Z. KONSUMG. +... 1.015,87 +1,45%
F.A.Z. ERNEUERB. ... 266,37 +2,03%
23.05.2012 Uhr
Name Kurs in %
Gold 1.582,50 $ −0,63%
Silber 28,07 $ −1,13%
Platin 1.461,00 $ −0,48%
Palladium 611,00 $ −0,97%
Rohöl Brent Crude 108,02 $ −0,21%
Gas 0,54 £ +0,47%
Kaffee 1,76 $ +1,06%
Zucker 0,20 $ −0,15%
Orangensaft 1,08 $ +4,39%
AMEX GOLD BUGS 601,37 --%
AMEX OIL 1.151,96 --%
Rogers International 24,14 +0,50%
3 Monate
1 Jahr
5 Jahre
22.05.2012 11:43 Uhr
 
        Vortag
REXP 421,52
+2,81 %

Sie haben Fragen zu FAZfinance.NET?

Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2001-2012

Quellen: TeleTrader Software AG, FWW GmbH, Morningstar Deutschland GmbH und weitere. Alle Börsendaten werden mit mindestens 15 Minuten Verzögerung dargestellt. Realtime-Index-Daten in Zusammenarbeit mit der Boerse Stuttgart - Powered by Structured Solutions

 
© 2012 Morningstar, Inc. Alle Rechte vorbehalten. Die hierin enthaltenen Informationen: (1) sind für Morningstar und/oder ihre Inhalte-Anbieter urheberrechtlich geschützt; (2) dürfen nicht vervielfältigt oder verbreitet werden; und (3) deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wird nicht garantiert. Weder Morningstar noch deren Inhalte-Anbieter sind verantwortlich für etwaige Schäden oder Verluste, die aus der Verwendung dieser Informationen entstehen. Die Wertentwicklungen in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.