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Blick auf den Finanzmarkt
Dax kaum verändert
10. März 2010 Ohne klare Impulse ist der Dax am Mittwoch kaum verändert in den Handel gestartet. Der Leitindex notiert mit 5885 Zählern praktisch auf dem Vortagesschlussstand. Der MDax sinkt um 0,1 Prozent auf 7820 Punkte. Für den TecDax geht es indes um 0,3 Prozent auf 832 Punkte nach oben.
Erneut ist der Handel sehr ruhig und die Wall Street liefert kaum Impulse, Daten stehen nur wenige an, sagte Marktanalyst James Hughes von CMC Markets. So zeigte sich der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones im Vergleich zum Xetra-Schluss leicht im Minus. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index hauchdünn in der Verlustzone. Eine Korrektur der jüngsten Aufwärtsbewegung steht immer noch aus, so Hughes. Christian Schmidt, technischer Analyst bei der Helaba, pflichtete dem bei. Allerdings sei es bemerkenswert, dass es dem Dax am Vortag eindrucksvoll gelungen ist, seine Unterstützungsmarke von 5842 Punkten zu verteidigen
Der größte deutsche Energieversorger Eon musste im Krisenjahr 2009 einen leichten Gewinnrückgang hinnehmen. Zudem gab das Unternehmen einen vorsichtigen Ausblick und wagt keine konkrete Prognose für 2011. Die Zahlen sind langweilig, allerdings nicht auf eine gute Weise, kommentierte ein Händler. Der Kurs gibt um 0,2 Prozent auf 26,83 Euro nach.
Für Titel von Munich Re geht es um minimale 0,2 Prozent auf 116,50 Euro nach oben. Der Rückversicherer legte endgültige Jahreszahlen vor, die nach Einschätzung eines Analysten keine größeren Überraschungen enthielten. Das Unternehmen hält an seinem angepeilten Milliardengewinn fest. Mit der beibehaltenen Prognose hat die Munich Re Substanz bewiesen und die Dividendenrendite ist mehr als ein süßes Bonbon, kommentierte ein Analyst.
Aus dem MDax berichteten mit Gagfah und IVG zwei Immobilienunternehmen. Gagfah erreichte seine Ziele für das abgelaufene Jahr, die Markterwartungen wurden großteils verfehlt. Dennoch steigt der Kurs um 0,55 Prozent auf 6,929 Euro. IVG schlossen 2009 in den roten Zahlen ab. Die Aktie notiert unverändert bei 5,700 Euro.
Im Technologiesektor drückte eine angekündigte Kapitalerhöhung Jenoptik-Titel mit 5,4 Prozent auf 4,418 Euro ins Minus. Der Technologiekonzern will bis zu 13,5 Millionen Euro für Großaufträge und kleinere Übernahmen einsammeln. Laut Händlern wurde die Spanne auf 4,25 bis 4,30 Euro je Aktie eingeengt. Dagegen legen Evotec-Aktien dank Fortschritten bei der Entwicklung eines Wirkstoffs zusammen mit Roche um 3,2 Prozent auf 2,090 Euro zu.
Rentenmarkt tendiert richtungslos
Der deutsche Rentenmarkt ist am Mittwoch kaum verändert in den Handel gegangen. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 3 Basispunkte auf 122,80 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 2 Basispunkte auf 116,79 Prozent.
Von den amerikanischen Konjunkturdaten werden heute erneut keine Impulse ausgehen, schreibt die HSH Nordbank in einer Tagesvorschau. Daher werde in den Vereinigten Staaten die Auktion von zehnjährigen Anleihen im Wert von 21 Milliarden Dollar das bestimmende Ereignis sein. Zudem beherrschten auch in der Eurozone neu angekündigte Emissionen von Staatsanleihen das Geschehen. Insgesamt ist aufgrund der regen Emissionstätigkeit mit einer volatilen Seitwärtsbewegung und einem Bund Future zwischen 122,40 und 123,40 zu rechnen, erwartet die Bank.
Euro gibt gegenüber Dollar nach
Der Euro hat am Mittwoch im fernöstlichen Handel gegenüber dem Dollar an Boden verloren. Neue Sorgen über die europäischen Staatsfinanzen drückten die Gemeinschaftswährung um 0,1 Prozent auf 1,3590 Dollar. Die Ratingagentur Fitch hatte am Dienstag ihren negativen Ausblick für die Kreditbeurteilung Portugals bekräftigt. Die japanische Währung behauptete sich gegenüber Euro und Dollar. Der Euro bewegte sich bei rund 122,30 Yen seitwärts, der Dollar wurde zu rund 90 Yen gehandelt.
Asiatische Börsen tendieren uneinheitlich
Die Aktiemärkte in Fernost haben am Mittwoch uneinheitlich tendiert. Wie einige Börsen der Region trat auch der Nikkei-Index auf der Stelle. In Tokio wurde Toyota abgestraft, nachdem aus den Vereinigten Staaten neue Probleme des mit massiven Rückrufaktionen in die Schlagzeilen geratenen Autoherstellers bekannt wurden. Gefragt waren dagegen andere Exportwerte, die von überraschend positiv ausgefallenen Daten zu Maschinenbestellungen profitierten.
Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss praktisch unverändert bei 10.563 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,2 Prozent auf 922 Punkte. Wie der Nikkei bewegten sich auch die Börsen in Korea, Hongkong und Taiwan kaum von der Stelle. Der Markt in Singapur konnte dagegen Gewinne verbuchen, die Börse in Shanghai gab nach.
Bei den Toyota-Anlegern sorgte ein Bericht für Nervosität, dass ein Prius-Modell in den Vereinigten Staaten offenbar unkontrolliert auf über 140 Kilometer pro Stunde beschleunigte. Die amerikanischen Behörden und Toyota untersuchen mittlerweile ein Fahrzeug, das am Montagnachmittag auf einer Autobahn in Kalifornien außer Kontrolle geraten war. Zudem beordert der Autobauer weitere Modelle des Tundra-Pickups in den Vereinigten Staaten in die Werkstätten zurück, da Teile des Fahrgestells rosten und in der Folge Ersatzreifen oder sogar der Tank abfallen könnten. Toyota-Aktien gaben 1,4 Prozent nach.
Andere Exportwerte verbuchten hingegen Gewinne, weil Anleger laut Yumi Nishimura von Daiwa Securities Capital Markets aus den Zahlen zu den Maschinen-Bestellungen Mut schöpften. Diese Daten deuteten darauf hin, dass das Wachstum vor allem durch die Nachfrage aus dem Ausland gestützt werde, so der Experte. Die Aktien von Sony legten 1,4 Prozent zu, die Anteilsscheine von Canon stiegen 0,9 Prozent. Kyocera-Papiere gewannen gut ein Prozent.
Die Papiere des Stahlherstellers Nisshin Steel schossen fast sieben Prozent in die Höhe. Zuvor war bekanntgeworden, dass sie am 29. März in den Nikkei-Index aufgenommen werden sollen.
Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street
Die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel tendierten am Dienstag etwas leichter. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 0,89 Punkte auf 1900,49 Zähler.
Die Aktien von Facet Biotech haussierten nach der Ankündigung von Abbot Laboratories, das Unternehmen für 27 Dollar je Aktie zu übernehmen. Das gesamte Volumen der Übernahme beträgt 722 Millionen Dollar. Im Dezember hatte Facet Biotech noch ein Übernahmeangebot von Biogen in Höhe von 17,50 Dollar je Aktie abgelehnt. Facet Biotech stiegen um 67,2 Prozent auf 27,11 Dollar. Abbot Laboratories gaben dagegen leicht um 0,6 Prozent auf 54,45 Dollar nach.
Intermune waren nach der Schlussglocke ebenfalls gesucht. Die Aktie gewann 64,5 Prozent auf 38,33 Dollar. Ein Ausschuss der FDA hat die Zulassung eines Medikaments des Unternehmens empfohlen. Die FDA ist zwar nicht verpflichtet dieser Empfehlung zu folgen, tut dies aber in der Regel.
Wall Street schließt gut behauptet
Die Wall Street hat ihre Gewinne am Dienstag im späten Handel deutlich reduziert und letztlich gut behauptet geschlossen. Vor allem Rohstoffwerte waren mit dem Fall der Metallpreise für die Abwärtsbewegung verantwortlich. Im Technologiesektor profitierten Telekommunikationswerte von der technischen Innovation zur schnelleren Datenübermittlung von Cisco.
Der Dow-Jones-Index gewann 0,1 Prozent auf 10.564 Punkte. Für den S&P-500-Index ging es um 0,2 Prozent auf 1.141 Zähler nach oben. Der technologielastige Nasdaq Composite-Index zog um 0,4 Prozent auf 2.341 Punkte an und markierte damit ein Sechsmonatshoch.
Neben den Nachrichten über Cisco gab es kaum Impulse für den Markt, die Konjunkturdatenagenda war am Berichtstag leer. Den Telekommunikationssektor kann man ein bisschen mit dem der Versorgerwerte vergleichen. Die Dividenden sind hier sehr attraktiv und jede positive Sektornachricht über Effizienzsteigerungen im Telekombereich macht es für die Unternehmen einfacher, die hohen Dividenden auszuschütten, erläuterte ein leitender Investmentstratege die Aufschläge unter den Telekommunikationstiteln. So stiegen AT&T um 1,1 Prozent auf 25,56 Dollar und Verizon Communications um 0,9 Prozent auf 29,91 Dollar.
Cisco hat seinen neuen Router für das Hochgeschwindigkeits-Internet vorgestellt. Der CRS-3 ermögliche eine deutlich schnellere Internetverbindung als bislang und werde das Internet für immer verwandeln, teilte der Netzwerkausrüster am Berichtstag mit. Der Router erlaube Datenverkehr mit einer Geschwindigkeit von 100 Gigabit pro Sekunde. Die Aktie war bereits in Erwartung der technischen Innovation in jüngster Zeit deutlich gestiegen, zudem hat die EU-Kommission die wettbewerbsrechtliche Prüfung der geplanten 3,4 Milliarden Dollar teuren Übernahme des norwegischen Videokonferenzspezialisten Tandberg durch den amerikanischen Netzwerkausrüster verlängert. Cisco schlossen nahezu unverändert bei 26,13 Dollar.
Gesucht waren Boeing, die um 0,8 Prozent auf 67,79 Dollar zulegten. Das Wettbewerberduo um die Erneuerung der Tankerflotte der amerikanischen Luftwaffe aus Northrop Grumman und EADS hatte sich aus dem Bieterverfahren verabschiedet. Zudem erwägt Boeing eine Produktionsanhebung des Typs 737. Northrop Grumman büßten 0,2 Prozent auf 64,00 Dollar ein. Zu den Verlierern zählten auch Home Depot (-0,9 Prozent), Alcoa (-0,8 Prozent) und Merck & Co (- 0,8 Prozent). Der Pharmakonzern will mit Sanofi-Aventis die Tiermedizinsparten beider Konzerne in einem Gemeinschaftsunternehmen zusammenführen. Dies kommt den Analysten von Cheuvreux zufolge jedoch nicht überraschend, zumal Sanofi eine schon länger bestehende Option ausübe.
Texas Instruments sanken um 2 Prozent auf 24,19 Dollar. Das Unternehmen hatte den Ausblick für das erste Quartal am Montagabend nach der Schlussglocke nach oben korrigiert, die Hoffnung des Marktes auf eine deutlichere Anhebung aber enttäuscht. Nach positiven Aussagen zum Umsatzwachstum durch United Airlines zogen UAL Corp um 3,6 Prozent auf 18,15 Dollar an. Auch andere Sektorwerte verzeichneten zum Teil signifikante Aufschläge.
Amerikanische Anleihen im späten Geschäft freundlich
Wachsende Sorgen über die Schuldenprobleme europäischer Staaten haben die Notierungen der amerikanischen Staatsanleihen am Dienstag im späten New Yorker Handel freundlich notieren lassen. Zehnjährige Staatsanleihen mit einem Kupon von 3,625 Prozent stiegen um 5/32 auf 99-12/32 und rentierten mit 3,70 Prozent. Der mit 4,625 Prozent verzinste Longbond gewann 7/32 auf 99-7/32, seine Rendite fiel damit auf 4,67 Prozent.
Aber auch eine robuste Nachfrage bei der vom Finanzministerium durchgeführten Auktion neuer Schuldentitel im Umfang von 40 Milliarden Dollar und einer Laufzeit von drei Jahren kam dem Rentenmarkt zu Gute. Die Neuemissionen bildeten den Auftakt für weitere Auktionen im Laufe der Woche. Die Auktion verlief gut, sagte Rentenstratege Alex Li von Credit Suisse Securities Vereinigten Staaten. Solange die amerikanischen Notenbank bei ihrer Politik der niedrigen Zinsen bleibe, gebe es Nachfrage für kurzlaufende amerikanische Papiere, hieß es weiter.
Rückenwind kam aber einmal mehr auch aus Europa, nachdem die Ratingagentur Fitch Portugal vor einer Bonitätsabstufung gewarnt hatte. Zudem forderte die Ratingagentur, dass der britische Staat seine Finanzen rascher konsolidieren müsse als von der Regierung beabsichtigt. Händler sprachen in der Folge von Kapitalzuflüssen in als vergleichsweise sicher angesehene Staatsanleihen aus den Vereinigten Staaten und Deutschlands.
Sorgen bereitet Anlegern nicht nur die Situation in Griechenland, verwies der leitende Rentenhändler Tom Tucci von RBC in New York auf die jüngste Entwicklung in Portugal. Das Problem bestehe darin, dass die zur Lösung der europäischen Schuldenkrise erforderlichen Schritte nicht förderlich für das Wachstum seien. Letztlich sind die zu erwartenden Schritte Bremsklötze für das Wirtschaftswachstum, so der Marktteilnehmer weiter.
Präsident Obama schloss unterdessen eine Beteiligung der Vereinigten Staaten an möglichen Rettungsplänen für Griechenland aus. Dies sei Sache der EU, sagte Obama im Beisein des griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou in Washington.
Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.
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Bildmaterial: Bernd Helfert
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