-
Artikel-ServicesArtikel-Services
Immobilienbranche
Ein Plus für Fertighäuser
Von Birgit Ochs
07. Dezember 2011 Das Extra ist geschickt verborgen. Auf den ersten Blick sieht das jüngste Huf-Haus-Modell genau so aus, wie ein Fachwerkbau aus den Produktionsstätten des Fertigbauers auszusehen hat: Groß, mit markanten Holzbalken, die die ansonsten weitgehend transparente Fassade gliedern, und einem ausgeprägten Satteldach. Doch so sehr das jüngste Vorzeigeobjekt anderen Eigenheimen aus dem Programm des Westerwälder Familienunternehmens auch gleicht, seinen Vorgängern ist es technisch voraus. Denn der Neubau, den Huf im Musterhauspark "Fertighauswelt Köln" in Frechen präsentiert, soll mehr Energie erzeugen, als für Heizung, Warmwasser und Haushaltsstrom nötig sind.
Damit ist das Huf Haus keine Ausnahme. Immer mehr Fertighausanbieter wie Baufritz, Fertighaus Weiss, Luxhaus oder Weber Haus werben mit diesem Gebäudetyp. Allein im erst wenige Wochen alten Frechener Musterhauspark gelten sechs der 18 ausgestellten Eigenheime als Energie-Plus-Häuser. Die Trendsetter entsprechen dem Standard eines Effizienzhauses 55 oder 40 - die so heißen, weil sie höchstens 55 beziehungsweise 40 Prozent der Heizenergie benötigen, die die aktuelle Energieeinsparverordnung für Neubauten zulässt. Diese Effizienzhäuser haben die Anbieter mit einer entsprechend großen Photovoltaikanlage zum autarken Stromproduzenten aufgerüstet, dessen Energie teils auch ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird.
„Wir müssen Plus-Energie-Häuser bieten“
Für sein Unternehmen sei es durchaus eine Herausforderung gewesen, ein solches Energiesparhaus zu entwickeln, da sich die gläserne Fassade nicht einfach in eine dicke Dämmschicht packen lasse, erläutert Unternehmenschef Georg Huf. "Schließlich kommen optische Kompromisse für uns nicht in Frage." Mit dem neuen Hausmodell, das den etwas sperrigen Namen "green (r)evolution Plus-Energiehaus" trägt, zeigt die Unternehmensgruppe, dass auch im Hochpreissegment des Fertigbaus energetische Hauskonzepte entscheidend sind.
"Das Interesse der Kunden daran ist groß, wir müssen Plus-Energie-Häuser bieten", sagt Mathias Schäfer von der Geschäftsführung der Finger Haus GmbH. Er weist aber darauf hin, dass bei der konkreten Kaufentscheidung noch Zurückhaltung herrscht. Der Hersteller aus dem hessischen Ort Frankenberg nimmt für sich in Anspruch, innerhalb der Branche der Holzfertighaushersteller das Thema Energieeffizienz am konsequentesten umzusetzen. Der ohnehin experimentierfreudige Wettbewerber Schwörer Haus hat binnen eines guten Jahres schon sein zweites Energie-Plus-Haus auf den Markt gebracht.
Umsätze der Holzfertigbauer steigen
"Die Energiewende der Politik hat den Trend beschleunigt, jetzt will sich jeder als grüner Anbieter profilieren", lautet die Einschätzung der Baufritz-Geschäftsführerin Dagmar Fritz-Kramer. Das Unternehmen mit Sitz in Erkheim im Allgäu nennt sich selbst einen Ökohaus-Pionier, da seine Holzfertighäuser nicht nur eine gute Energiebilanz aufweisen sollen, sondern auch aus baubiologisch unbedenklichen und weitgehend wiederverwertbaren Materialien bestehen. Dieses Profil wolle man angesichts der sich zunehmend umweltbewusst gebenden Konkurrenz schärfen, kündigt die Unternehmenschefin an.
Wie ihre Wettbewerber spricht sie von einem "sehr zufriedenstellenden Jahr 2011", dass der Branche der Holzfertigbauer einen erwarteten Gesamtumsatz von rund 1,7 Milliarden Euro und vielen Unternehmen Wachstum beschert haben dürfte. So verkaufte Baufritz zwar wie im Vorjahr 166 Häuser. Der Umsatz kletterte aber um 14 Prozent, da die Kunden im Durchschnitt mehr investieren. Auch Finger Haus rechnet damit, die im vergangenen Jahr umgesetzten 115 Millionen Euro in diesem Jahr leicht zu steigern. Huf Haus erhöht seinen Umsatz um voraussichtlich 2 auf 82 Millionen Euro - und Branchenführer Schwörer Haus, der in der Unternehmensgruppe insgesamt 1100 Häuser verkaufte, dürfte die Erlöse um 20 auf 270 Millionen Euro steigern.
Höhere Kosten lassen Profite schrumpfen
Doch richtig überschwänglich geben sich die Fertighausproduzenten nicht. Die im zurückliegenden Jahr stark gestiegenen Materialkosten sorgen dafür, dass sich trotz steigender Umsätze die Erträge nicht entsprechend positiv entwickeln. "Die liegen zum Teil im Nullerbereich", berichtet Johannes Schwörer, der nicht nur die Geschäfte der Schwörer Haus KG aus Hohenstein-Oberstetten führt, sondern auch Präsident des Bundesverbands Deutscher Fertigbau (BDF) ist, der die Interessen von 45 Unternehmen vertritt.
Immerhin können die Fertighausfabrikanten für das kommende Jahr mit weiteren Umsatzzuwächsen von bis zu 8 Prozent rechnen. "Unsere Auftragsbücher für 2012 sind voll", sagt Schwörer nicht nur mit Blick auf seine Unternehmensgruppe. Wie schon in den zurückliegenden Jahren profitieren die Anbieter nach wie vor von der allgemeinen Wirtschaftslage. Zum einen hätten viele angesichts der zuletzt positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt Mut gefasst, in ein eigenes Haus zu investieren. Zum anderen dauere die Furcht vor einer Schwäche des Euro und einer möglichen Inflation an und führe zur Flucht in Sachwerte. Vor allem Immobilien sind gefragt, auch weil sie allgemein als gute Altersvorsorge gelten. Es ärgert die Branche, dass ihr Anteil mit 14,5 Prozent an den neuen Ein- und Zweifamilienhäusern seit Jahren stagniert.
Wartezeiten bis zu einem Jahr
Allerdings haben etliche Unternehmen ihre Kapazitätsgrenzen längst erreicht. Die hohe Auslastung führt dazu, dass sich die Lieferzeiten für Fertighäuser zum Teil deutlich verlängert haben. "Der Vertriebserfolg passt noch nicht", sagt BDF-Geschäftsführer Dirk-Uwe Klaas und merkt kritisch an: "Wartezeiten bis zu einem Jahr sind zu lang für ein Produkt, das mit kurzen Bauzeiten wirbt." Diese Einschätzung teilen manche Unternehmen, während andere es für unproblematisch halten, dass ein Haus aus der Fabrik nach dem Kauf nicht binnen weniger Wochen bezogen werden kann. "Es geht immer auch um die Frage von Masse und Klasse", gibt sich Finger-Haus-Geschäftsführer Mathias Schäfer gelassen. Im Verband weiß man, dass einige Hersteller angesichts internationaler Schuldenberge und der Euro-Krise der Mut fehlt, in ihre Produktionsstätten zu investieren. Sowohl Schwörer Haus als auch Finger Haus aber kündigen an, ihre Werke weiter auszubauen. "Ohne das geht es nicht", sagt Schwörer.Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Birgit Ochs /F.A.Z., dapd
© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2013.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Spezialsuche:
Dax
F.A.Z.
Tec
Dow
Nas
Vortag
Dax 8.472,20
+0,19 %
Dax
Tec
Dow
Nas
21.05.2013 17:35 Uhr
| Tops & Flops | Kurs | in % |
| Infineon | 6,64 € | +2,91% |
| E.ON | 13,23 € | +2,08% |
| BASF SE NA O.N. | 75,35 € | +1,91% |
| Dt. Post | 20,24 € | +1,73% |
| ThyssenKrupp | 15,25 € | +1,46% |
| Volkswagen Vz | 171,60 € | −1,29% |
| Daimler | 49,65 € | −1,43% |
| Fresenius | 94,02 € | −1,86% |
| Dt. Bank | 36,66 € | −2,28% |
| COMMERZBANK AG | 8,18 € | −3,73% |
22.05.2013 06:10 Uhr
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 8.472,20 | +0,19% |
| FAZ-INDEX | 1.774,44 | +0,12% |
| TecDAX | 968,87 | −0,25% |
| MDAX | 14.200,90 | +0,26% |
| SDAX | 6.027,69 | −0,04% |
| REX | 444,97 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.821,65 | −0,10% |
| F.A.Z. EURO | 92,91 € | −0,36% |
| Dow Jones | 15.387,60 | +0,34% |
| Nasdaq 100 | 3.026,45 | +0,18% |
| S&P500 | 1.669,16 | +0,17% |
| Nikkei225 | 15.564,70 | +1,19% |
| EUR/USD | 1,2923 | +0,13% |
| Rohöl Brent Crude | 104,79 $ | --% |
| Gold | 1.353,75 $ | --% |
| Bund Future | 144,85 € | --% |
Markt
Ad hoc
Unternehmen
Highlights
Deutschland
Europa
21.05.2013 17:59 Uhr
| Name | Kurs | in % |
| FAZ-INDEX | 1.774,44 | +0,12% |
| F.A.Z. BANKEN EUR | 616,50 € | −2,54% |
| F.A.Z. VERSICHERU... | 21.463,40 € | −0,13% |
| F.A.Z. IT + ELEKT... | 4.136,00 € | −0,19% |
| F.A.Z. BAU + IMMO... | 3.479,68 € | +0,63% |
| F.A.Z. CHEMIE + P... | 2.574,62 € | +1,02% |
| F.A.Z. VERS. + TE... | 857,75 € | +0,47% |
| F.A.Z. AUTO + ZUL... | 3.466,37 € | −0,67% |
| F.A.Z. MASCHINENB... | 580,40 € | +0,45% |
| F.A.Z. GRUNDSTOFF... | 963,09 € | +1,22% |
| F.A.Z. HANDEL + V... | 1.284,90 € | +0,72% |
| F.A.Z. KONSUMG. +... | 1.310,23 € | −0,09% |
| F.A.Z. ERNEUERB. ... | 268,05 € | +1,85% |
20.05.2013 Uhr
| Name | Kurs | in % |
| Gold | 1.353,75 $ | --% |
| Silber | 21,66 $ | --% |
| Platin | 1.452,00 $ | --% |
| Palladium | 736,00 $ | --% |
| Rohöl Brent Crude | 104,79 $ | --% |
| Gas | 65,95 £ | --% |
| Kaffee | 140,80 $ | --% |
| Zucker | 16,94 $ | --% |
| Orangensaft | 143,85 $ | --% |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | --% |
| AMEX OIL | 1.151,96 | --% |
| Rogers International | 24,14 | +0,50% |