22. Mai 2013

Reales Bruttoinlandsprodukt

Deutsche Wirtschaft wächst um 0,7 Prozent

15. Januar 2013 Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr um 0,7 Prozent gewachsen. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden anhand vorläufiger Zahlen mit. Das ist deutlich weniger als die 3,0 Prozent Zuwachs beim realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) ein Jahr zuvor. Der weltweite Konjunkturabschwung und die schwelende Euro-Schuldenkrise bremsten die deutsche Wirtschaft zum Jahresende 2012 allerdings aus. Das Statistische Bundesamt geht nach Angaben vom Dienstag in einer ersten Schätzung von einem Minus von 0,5 Prozent beim preis-, saison- und kalenderbereinigten Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal aus.
Dennoch steht Deutschland besser da als viele europäische Partner, die in die Rezession rutschten. Den Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise konnte sich die exportorientierte deutsche Wirtschaft im gesamten Jahr 2012 nicht völlig entziehen: Nach einem starken Jahresauftakt schwächte sich das Wirtschaftswachstum der größten Volkswirtschaft Europas 2012 von Quartal zu Quartal ab. Für 2013 stimmen Ökonomen auf weitere Dämpfer ein, denn auch die Lage im wichtigen amerikanischen Markt ist unsicher. Die meisten Volkswirte erwarten für die deutsche Wirtschaft ein geringeres Wachstum als im abgelaufenen Jahr.
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Die Prognosen bewegen sich in einer Spannbreite von 0,3 bis knapp 1,0 Prozent. Im abgelaufenen Jahr profitierte der deutsche Staat deutlich von der robusten Konjunktur: Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen nahmen unter dem Strich sogar etwas mehr ein als sei ausgaben (2,2 Mrd Euro). Damit erzielte der deutsche Staat einen leichten Überschuss von 0,1 Prozent. Deutschland ist somit weit von der 3,0-Prozent-Marke entfernt, die der Maastricht-Vertrag höchstens als Defizit erlaubt. 2011 hatte Deutschland mit 0,8 Prozent gesamtstaatlichem Defizit abgeschlossen.
Die Bundesregierung erwartet einem Zeitungsbericht zufolge in diesem Jahr ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von rund 0,5 Prozent. Sie gehe bei dieser Prognose davon aus, dass die deutsche Wirtschaft nach einem schwachen Start im zweiten Halbjahr wieder deutlich schneller wachsen werde, berichtet das „Handelsblatt“ (Dienstag) unter Berufung auf den ihr vorliegenden, den Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) morgen vorstellen will.

„Die Schuldenkrise stellt das größte Risiko dar“

Im Schlussquartal 2013 werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) danach um rund 1,25 Prozentpunkte höher ausfallen als im Schlussquartal 2012. Am Arbeitsmarkt erwarte die Bundesregierung 2013 nur noch wenig Bewegung. „Die Arbeitslosigkeit wird in diesem Jahr nahezu auf dem Niveau des Vorjahres liegen und nur geringfügig um 60.000 Personen steigen“, zitiert das Baltt aus dem Bericht. Die Erwerbstätigkeit werde im Durchschnitt dieses Jahres mit 15.000 Personen nur leicht zunehmen.
In ihrer Herbstprojektion sei die Bundesregierung noch von einem Anstieg der Erwerbstätigkeit von 80.000 ausgegangen. Die Jahresprojektion beruhe auf der zentralen Annahme, dass es zu keinen weiteren negativen Entwicklungen in der Schuldenkrise komme, in deren Folge die Verunsicherung der Marktteilnehmer steige. „Die nach wie vor noch nicht ausgestandene Schuldenkrise in einigen Ländern der Euro-Zone stellt das größte Risiko dar“, heiße es darin.


Text: FAZ.NET/dpa
Bildmaterial: dpa

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