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Deutlich mehr Beschäftigte
Arbeitsmarkt in Amerika kommt in Schwung
Von Patrick Welter, Washington
03. Februar 2012 Die Lage am amerikanischen Arbeitsmarkt hat sich im Januar entgegen der Erwartungen an den Finanzmärkten deutlich verbessert. In der Wirtschaft außerhalb der Landwirtschaft wurden 243.000 Stellen geschaffen, 40.000 mehr als noch im Dezember. Damit erreicht der Zuwachs in etwa wieder das Niveau vom vergangenen Frühjahr.
Die Arbeitslosenquote sank von 8,5 auf 8,3 Prozent. Sie liegt so niedrig wie zuletzt im Februar 2009. 12,8 Millionen Menschen wurden offiziell als arbeitslos gezählt. Das sind so wenig wie seit drei Jahren nicht mehr. Einschließlich der Menschen, die notgedrungen Teilzeit arbeiten oder die in den vergangenen zwölf Monaten eine Stelle suchten, liegt die Arbeitslosenquote bei 15,1 Prozent. An den Aktienbörsen führten die überraschend guten Daten zu Kurssteigerungen.
Der bessere Arbeitsmarkt stützt die Erwartung, dass die amerikanische Wirtschaft und die Weltwirtschaft sich robuster halten als vermutet. Für Präsident Barack Obama ist das vor der angestrebten Wiederwahl im November ein willkommener Schub. Zugleich wird die Notenbank Federal Reserve (Fed) es sich um so mehr überlegen, ob sie im Frühjahr – wie vielfach erwartet – zu einem weiteren Ankauf von Wertpapieren übergeht. Mit 8,3 Prozent liegt die Arbeitslosenquote aber noch deutlich über den 5,2 bis 6 Prozent, die die Fed auf lange Sicht für erreichbar hält. Im Gegensatz zu den Vormonaten gründete der Fall der Quote im Januar indes weitgehend im Stellenaufbau und ist nicht Folge von Arbeitslosen, die die Stellensuche aufgaben.
Das Arbeitsministerium revidierte nachträglich den Stellenzuwachs für November und Dezember um 60 000 Stellen nach oben. Der Stellenzuwachs zog sich quer durch alle Wirtschaftsbereiche. Im verarbeitenden Gewerbe gab es im Januar 50 000 neue Arbeitsplätze, so viel seit einem Jahr nicht mehr. Als einzige Ausnahmen gab es Stellenverluste bei Dienstleistern der Informationstechnik und bei Finanzdienstleistern. Im Baugewerbe entstanden im Dezember und Januar 52 000 neue Stellen; dies kann dem warmen Winter geschuldet sein. Der Stellenabbau im öffentlichen Dienst verlangsamte sich. Der durchschnittliche Stundenlohn stieg abermals um 2 Cent auf 19,62 Dollar. Mit einem Zuwachs von 1,9 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten aber reicht das Plus nicht aus, um die steigenden Preise auszugleichen. Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten unterstrichen enttäuschende Daten in Kanada, wie mühsam die dortige Wirtschaft sich über Wasser hält. Im Januar wurden nur 2300 neue Stellen geschaffen. Die Arbeitslosenquote stieg auf 7,6 Prozent.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: F.A.Z., REUTERS
© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2012.
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