23. Mai 2012

Wall Street trotz Griechenland-Einigung mit Abgaben

NEW YORK (Dow Jones)--Trotz positiver Nachrichten aus Griechenland und besser als erwartet ausgefallenen wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten zeigen sich die Aktienkurse an Wall Street sehr volatil. Nach anfänglichen Gewinnen und einem zwischenzeitlichen Rückfall ins Minus notieren die Kurse aktuell wieder im Plus. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) gewinnt bis um 18.30 Uhr MEZ 0,1 bzw 11 Punkte auf 12.894. Der S&P-500 verzeichnet einen Aufschlag von 0,1 Prozent bzw 1 Punkt auf 1.351. Der Nasdaq-Composite legt um 0,3 Prozent oder 8 Punkte auf 2.924 zu.

Die Parteiführer der Regierungskoalition in Griechenland haben den Bedingungen der internationalen Geldgeber für ein zweites Rettungspaket zugestimmt. Allerdings bleiben die Anleger weiterhin vorsichtig, zumal die Verhandlungen mit den privaten Gläubigern über einen Schuldenschnitt noch immer nichts Greifbares geliefert haben. Die Einigung sei allerdings vom Markt erwartet worden und es fehlten zudem weitere Details, so ein Händler zum volatilen Verlauf. "Die Anleger warten auf die Einzelheiten, nachdem es in den vergangenen Wochen so viele Meldungen bezüglich einer Lösung gegeben hatte", so ein weiterer Händler.

Knackpunkt war nach einem Verhandlungsmarathon mit der sogenannten "Troika" aus EU, IWF und EZB eine Lücke bei den Einsparungen in Höhe von 300 Millionen Euro. Die Summe sollte ursprünglich aus dem Rentensystem kommen. Der Sprecher von Ministerpräsident Papademos kündigte an, dass Griechenland die 300 Millionen Euro einsparen werde, ohne zu konkretisieren, an welcher Stelle das geschehen soll.

Auch über den Erwartungen ausgefallene wöchentliche Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe beflügeln das Sentiment nicht. Diese sind überraschend gefallen. Es wurde ein Rückgang um 15.000 verzeichnet, während von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte einen Anstieg um 3.000 erwartet hatten.

Bei den Einzelwerten verlieren PepsiCo 3,6 Prozent auf 64,31 Dollar. Der Getränkekonzern hat im vierten Quartal einen Gewinn von 1,15 Dollar je Aktie erzielt und damit die Schätzung von 1,13 Dollar leicht übertroffen. Der ewige Kontrahent von Coca-Cola will kräftig sparen. Den Rotstift setzt das Unternehmen unter anderem bei der Belegschaft an. Insgesamt werden im Rahmen des auf mehrere Jahre angelegten Programms zur Steigerung der Produktivität rund 8.700 Stellen gestrichen. Die Belegschaft würde sich dadurch um rund 3 Prozent verringern.

Bis 2014 will PepsiCo insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar einsparen. Zu Begründung führte PepsiCo an, die höheren Preise für Rohstoffe nicht auf die Kunden abwälzen zu können.

Microsoft verlieren 0,1 Prozent auf 30,64 Dollar. Die Überschwemmungen in Thailand vom vergangenen Herbst hinterlassen weiter Spuren beim weltweiten PC-Absatz. Noch immer seien Computerkomponenten knapp und daran werde sich bis weit ins Frühjahr hinein nichts ändern, erklärte ein Microsoft-Manager auf einer Investorenkonferenz.

Philip Morris gewinnen 3,3 Prozent auf 80,48 Dollar nach Veröffentlichung ihrer Geschäftszahlen. Der Tabakkonzern hat im vierten Quartal dank eines starken Wachstums in Asien Umsatz und Gewinn gesteigert. Während der Absatz insbesondere in Indonesien, Japan und Korea klar zulegte, verzeichnete der New Yorker Konzern in Europa Rückgänge. Mit 1,10 Dollar je Anteilsschein übertraf der Konzern die Analystenprognose um einen Cent.

Oracle verstärkt sich im Geschäft mit Cloud-basierten Softwareprogrammen. Für rund 1,9 Milliarden Dollar kauft der Softwarekonzern den Anbieter von Personal-Management-Lösungen Taleo. Der Board von Taleo hat der Übernahme bereits zugestimmt. Aktien von Taleo springen daraufhin an der Nasdaq um 17,2 Prozent auf 45,64 Dollar. Oracle verlieren dagegen 0,3 Prozent auf 28,65 Dollar.

DJG/DJN/ros 
 

(END) Dow Jones Newswires

February 09, 2012 12:33 ET (17:33 GMT)

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