23. Mai 2012

Wall Street mittags mit Daten und Griechenlandentspannung freundlich

NEW YORK (Dow Jones)--Positive Konjunkturdaten lassen am Donnerstagmittag (Ortszeit) an Wall Street die Sorgen über die griechische Schuldenkrise in den Hintergrund treten. Zumal es auch aus Europa Signale der Entspannung im Schuldendrama Griechenlands gibt. Denn das deutsche Finanzministerium hat mitgeteilt, dass das Hilfsprogramm nicht erst nach den Wahlen im April verabschiedet werden soll. Die Idee sei vom Tisch, heißt es dazu aus Brüssel. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) gewinnt bis um 19.04 Uhr MEZ 0,9 bzw 112 Punkte auf 12.895. Der S&P-500 steigt um 0,9 Prozent oder 13 Zähler auf 1.356 und der Nasdaq-Composite legt um 1,1 Prozent bzw 33 Stellen auf 2.949 zu.

Positiv am Markt werden auch Berichte aufgenommen, wonach die nationalen Notenbanken des Euro-Systems und die Europäische Zentralbank (EZB) derzeit die griechischen Anleihen in ihrem Besitz gegen neue Anleihen tauschen. Bis Montag soll die ganze Aktion abgeschlossen sein, berichtet "Die Welt". Mit den Fortschritten bei der Griechenlandrettung widmen sich Anleger wieder verstärkt der Konjunkturentwicklung, und die liefert durchaus Kaufanreize. So fiel der viel beachtete Philadelphia-Fed-Index etwas besser als erwartet aus.

"Gut, um weiter nach oben zu laufen", kommentiert ein Händler den Datenkranz. Für den Markt reiche es völlig, wenn es keine negative Überraschung gebe. Zuversicht verbreitet auch der Arbeitsmarkt. Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen der US-Arbeitslosenversicherung ist in der Vorwoche entgegen den Erwartungen auf den tiefsten Stand seit März 2008 gefallen. Auch vom Krisen geschüttelten Immobilienmarkt kommen Lichtblicke. Dazu gesellen sich noch niedrige Inflationswerte auf Basis der Erzeugerpreise.

"Die Tendenz am Arbeitsmarkt ist beeindruckend. Die Konjunkturdaten sind insgesamt deutlich positiver als noch vor einigen Monaten. Die Erholung mag ja gemächlich ablaufen, aber die Sorge vor einem erneuten Abgleiten in die Rezession hat sich erledigt", fasst Chefvolkswirt Josh Feinman von DB Advisors in New York das Sentiment zusammen.

Ganz oben im DJIA rangieren Technologiewerte. Microsoft steigen um 3,3 Prozent auf 31,07 Dollar und Hewlett-Packard um 2,8 Prozent auf 29,94 Dollar, Cisco verbessern sich um 1,4 Prozent auf 20,19 Dollar. Bankenwerte erholen sich mit den EZB-Schlagzeilen, obwohl Moody's die Bonität zahlreicher Banken auf eine mögliche Abstufung prüft, darunter auch zahlreiche US-Institute. Bank of America ziehen um 2,8 Prozent auf 8,00 Dollar an, auch J.P. Morgan drehen ins Plus und gewinnen 1,6 Prozent auf 38,00 Dollar.

General Motors steigen um 6,4 Prozent auf 26,54 Dollar, nachdem sie vorbörslich noch abgegeben hatten. Das Ergebnis je Aktie blieb hinter den hochgesteckten Erwartungen zurück, doch schreibt der Detroiter Autobauer wieder Milliardengewinne und wartet mit einem Rekordergebnis auf. Der Grafikchip-Hersteller Nvidia hat enttäuschende Umsatzprognosen geliefert. Auch Analysten zeigen sich verschnupft: Bank of America-Merrill Lynch hat die Aktie gesenkt. Das Papier legt dennoch um 0,9 Prozent auf 16,31 Dollar zu.

Clearwire hat im vierten Quartal wegen höherer Zinsaufwendungen seinen Verlust ausgeweitet - und dies, obwohl mehr Abonnenten den Dienst des Internetproviders in Anspruch genommen haben. Die Aktie bricht um 8,5 Prozent auf 2,16 Dollar ein. Das Ergebnis von NetApp ist im dritten Geschäftsquartal um 36 Prozent gefallen. Der Datenspeicherspezialist hat mit sinkenden Margen zu kämpfen, aber andererseits ein zweistelliges Umsatzwachstum ausgewiesen. Damit wurden Befürchtungen wegen zurück gehender Ausgaben im Technologiesektor gedämpft. Die Titel verteuern sich um 5,8 Prozent auf 42,18 Dollar. Auch das Ergebnis von Blue Nile hat mit minus 32 Prozent im vierten Quartal stark gelitten. Die Aktie des Internet-Juweliers bricht um 12,1 Prozent auf 36,75 Dollar ein.

DJG/DJN/flf 

(END) Dow Jones Newswires

February 16, 2012 13:09 ET (18:09 GMT)

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