22. Mai 2012

UPDATE2: Deutsche Arbeitslosenzahl steigt im Oktober unerwartet

(NEU: Reaktion von Bundesarbeitsministerin sowie Bundeswirtschaftsminister)

BERLIN (Dow Jones)--Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt hat sich im Oktober unerwartet eingetrübt. Wie die

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Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch mitteilte, waren bereinigt um jahreszeitliche Einflüsse 10.000 mehr Menschen arbeitslos als vor einem Monat. Das war der erste Anstieg seit Februar 2010. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten dagegen einen Rückgang der Arbeitslosenzahl um 10.000 prognostiziert. Im September war die Zahl der Arbeitslosen nach revidierten Angaben um 22.000 (vorläufig: minus 26.000) gefallen. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote stieg im Oktober auf 7,0%, während Volkswirte eine unveränderte Quote von 6,9% prognostiziert hatten. Das war der erste Anstieg der saisonbereinigten Arbeitslosenquote seit Juni 2009.

Die BA versuchte den Anstieg der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl allerdings zu relativieren. "Nachdem die Arbeitslosigkeit im September bereits sehr stark zurückgegangen ist, dürfte sich ein Großteil der saisonalen Belebung auf den September konzentriert haben, so dass die Entwicklung im Oktober schwächer ausgefallen ist", hieß es in der Pressemitteilung. BA-Vorstandvorsitzender Frank-Jürgen Weise sprach davon, dass sich die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt "alles im allem" fortgesetzt habe. "Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist zurückgegangen. Die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wachsen weiter und die Nachfrage nach Arbeitskräften ist hoch", sagte er.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) verwies darauf, dass Deutschlands Exportwirtschaft auf einen stabilen Euro angewiesen sei. Die europäische und globale Situation sei fragil und Deutschland sei auf einen funktionierenden Euro angewiesen, sagte von der Leyen. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) räumte ein, dass trotz der weiterhin guten Nachrichten vom Arbeitsmarkt die Fortschritte am Arbeitsmarkt inzwischen "kleiner" würden. "Die ruhigere Wirtschaftsentwicklung macht sich bemerkbar", erklärte Rösler.

Insgesamt waren in Deutschland - auf Basis nicht-saisonbereinigter Zahlen - im Oktober 2,737 (Vormonat: 2,796) Millionen Menschen ohne Arbeit, im Vergleich zum Vormonat ergab sich damit eine Abnahme um rund 59.000 Personen. Zugleich lag die Arbeitslosenzahl um rund 203.700 unter dem Vorjahresstand. Die unbereinigte Quote belief sich auf 6,5% (Vormonat: 6,6%).

Die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit), die ein umfassendes Bild vom Defizit an regulärer Beschäftigung gibt, belief sich im Oktober auf 3,880 Millionen, 501.000 weniger als vor einem Jahr. Die Unterbeschäftigung ist damit wegen der Abnahme der entlastenden Arbeitsmarktpolitik stärker gesunken als die Arbeitslosigkeit. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich im September auf 2,22 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 5,2%.

-Von Hans Bentzien, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 300,

Hans.Bentzien@dowjones.com

(Beate Preuschoff und Mary M. Lane haben zu diesem Bericht beigetragen)

DJG/hab/bep/apo

(END) Dow Jones Newswires

November 02, 2011 07:34 ET (11:34 GMT)



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