22. Mai 2012

Optimismus für griechisches Rettungspaket treibt Europa-Börsen

FRANKFURT (Dow Jones)--Mit kräftigen Kursgewinnen haben sich Europas Aktienmärkte am Freitag aus dem Handel verabschiedet. Sich mehrende Signale über eine Freigabe des zweiten Rettungspakets für Griechenland über 130 Milliarden Euro am Montag sorgten für Optimismus und Kauflaune. Gesucht waren vor allem konjunkturnahe Titel. Zusätzlich stützte auch der kleine Februar-Verfalltag an den Terminbörsen. Er sorgte für Eindeckungskäufe. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 1,2 Prozent oder 31 auf 2.520 Punkte, der Stoxx-50 um 0,3 Prozent oder 7 auf 2.504 Zähler.

Berichte über den abgeschlossenen Anleihen-Tausch der Europäischen Zentralbank (EZB) wurden im Markt als Startschuss für das Athener Rettungspaket gewertet. Auch Athen feierte mit, dort legten die Indizes um teilweise über 6 Prozent zu. Die US-Konjunkturdaten des Tages inspirierten nicht und wurden weitgehend ignoriert, zumal sie wie weitgehend wie erwartet ausgefallen waren.

Erleichterungs-Rally bei Banken - EZB rettet sich selbst

Nachdem am Vortag noch die Angst vor einer Pleite Griechenlands dominiert hatte, zeigte der Markt nun seine Erleichterung. Die EZB hat Berichten zufolge ihre Bestände an alten griechischen Schuldtiteln in neue Athener Staatsanleihen umgetauscht. Dadurch soll ausgeschlossen werden, dass die Notenbank über eine nachträgliche Änderung der Bedingungen zu einem teilweisen Forderungsverzicht gezwungen wird. Am Markt wurde dies dahingehend interpretiert, dass am Montag die letzten Details über Hilfen für Griechenland geklärt werden und die Hilfsgelder fließen können.

Daneben stützte ein Bericht der Financial Times. Das Blatt berichtet über ein Sonderkonto, auf dem Griechenland die Liquidität für den Schuldendienst von sechs bis neun Monate vorhalten soll.

Bankenwerte gehörten zu den Hauptgewinnern. Der Sektor-Index legte um 1,4 Prozent zu. Vor allem die französischen Institute feierten die nahende Griechenlandhilfe. Societe Generale sprangen um 6,5 Prozent nach oben, Credit Agricole um 2,7 Prozent. Lloyds stiegen 3,1 Prozent und Royal Bank of Scotland um 3,2 Prozent. Die britischen Branchengrößen profitierten von besseren Daten zum Einzelhandel im Vereinigten Königreich.

Konjunkturnahe Titel profitierten von der neuen Lust auf riskantere Anlagen: Der Index der Autowerte sprang um 3 Prozent. An der Spitze standen Renault mit 5,2 Prozent Plus, gefolgt in dichtem Abstand von Fiat und Peugeot-Citroen mit je 4,6 Prozent.

Lafarge-Prognose beflügelt Bau-Sektor

Eine optimistische Prognose von Lafarge trieb den Bau-Sektor um 2,9 Prozent nach oben. Lafarge erwartet im laufenden Jahr weltweit eine um 1 bis 4 Prozent wachsenden Zementnachfrage. "Bislang hatte hier große Unsicherheit unter den Anlegern geherrscht, jetzt hat mit den Franzosen einer der großen Player eine gar nicht so schlechte Hausnummer ausgegeben", sagte ein Händler. Lafarge sprangen um 8,3 Prozent auf 34,46 Euro. Da die Kernmärkte nahezu deckungsgleich seien, profitierten auch HeidelbergCement (+6,4%) und CRH (+5,3%) davon. Saint Gobain legten nach einem eigenem Ausblick um 5,1 Prozent auf 36,70 Euro zu.

Gegen den Strich ging es bei Air Liquide: Sie verloren nach Zahlenvorlage 2,8 Prozent auf 95,75 Euro. Händler werteten die Zahlen als wie erwartet gut; angesichts der Nähe zum Allzeit-Hoch sei es in der Aktie jedoch zu Gewinnmitnahmen gekommen.

Vernachlässigt wurden Aktien aus als defensiv geltenden Branchen wie Nahrungsmittel und Pharma, die 0,2 Prozent bzw. 0,5 Prozent einbüßten. Da hier besonders die Schweizer Schwergewichte Novartis, Roche und Nestle zu Buche schlagen, hinkte der Stoxx-50 dem Euro-Stoxx-50 deutlich hinterher.

Europäische Börsen-Indizes am Freitag, 17. Februar:

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            Index          Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
                              stand      absolut         in %          seit 
                                                               Jahresbeginn                             Jahresbegin 
Europa      Euro-Stoxx-50   2520,31        30,96        +1,2%           8,8 
            Stoxx-50        2503,99         6,88        +0,3%           5,7 
            Stoxx-600        265,93         1,62        +0,6%           8,7 
Frankfurt   XETRA-DAX       6848,03        96,07        +1,4%          16,1 
London      FTSE-100        5905,07        19,69        +0,3%           6,0 
Paris       CAC-40          3439,62        46,37        +1,4%           8,9 
Amsterdam   AEX              327,93         2,75        +0,8%           4,9 
Athen       ATHEX-20         346,94        21,77        +6,7%          31,0 
Brüssel     BEL-20          2280,80        22,56        +1,0%           9,5 
Budapest    BUX            19147,54       397,78        +2,1%          12,8 
Helsinki    OMXH-25         2255,23        42,27        +1,9%          16,1 
Istanbul    NAT30          74254,15      1378,87        +1,9%          20,4 
Kopenhagen  OMXC-20          450,81         2,09        +0,5%          15,6 
Madrid      IBEX-35         8657,00        98,90        +1,2%           1,1 
Mailand     FTSE-MIB       16547,21       177,55        +1,1%           9,7 
Moskau      RTS             1656,60        15,09        +0,9%          19,9 
Oslo        OBX              387,57        -0,85        -0,2%           8,4 
Prag        PX              1015,40        19,50        +2,0%          11,4 
Stockholm   OMXS-30         1099,55        11,37        +1,0%          11,3 
Warschau    WIG-20          2359,89        40,56        +1,7%          10,0 
Wien        ATX             2206,00        34,56        +1,6%          16,6 
Zürich      SMI             6237,69        20,41        +0,3%           5,1 
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DJG/mod/gos

(END) Dow Jones Newswires

February 17, 2012 12:44 ET (17:44 GMT)

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