23. Mai 2013

MÄRKTE USA/Zurückhaltung dominiert an der Wall Street

Von Thomas Rossmann 

Mit leichten Abgaben dürften die Kurse an der Wall Street am Dienstag in den Handel starten. Vor allem die ersten wichtigen Ereignisse der US-Berichtssaison stehen im Fokus der Investoren. So lassen sich am Mittwoch Goldman Sachs und J.P.Morgan in die Bücher schauen. Es folgen im weiteren Verlauf der Woche unter anderem noch die Citigroup, Intel, American Express und General Electric. Aus den Zahlen könnte sich eine erste Tendenz für den Verlauf der Berichtssaison ableiten lassen. Daher erwarten Marktteilnehmer im Vorfeld verstärkte Positionsanpassungen.

Konjunkturdaten treten dagegen derzeit etwas in den Hintergrund. "Der Einfluss jedweder Konjunkturdaten dürfte begrenzt sein, da der Streit um die Schuldenobergrenze in Washington an Schärfe gewinnt", so Analyst Marcus Huber von ETX Capital. Bereits am Vorabend hatte US-Notenbankpräsident Ben Bernanke vor einer drohenden Zahlungsunfähigkeit der US-Regierung gewarnt. "Es ist sehr, sehr wichtig, dass der Kongress die Schuldenobergrenze anhebt, um eine Lage zu vermeiden, in der die Regierung ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen kann", so Bernanke.

Auch wenn Bernanke wie auch die meisten Investoren davon ausgehen, dass man sich im Kongress letztlich für eine Anhebung entscheiden wird, so sorgt die Unsicherheit doch für Zurückhaltung an den Märkten. US-Finanzminister Tim Geithner hat in einem Brief an den Kongress erklärt, dass die Regierung möglicherweise bereits ab Mitte Februar die Rechnungen nicht mehr zahlen kann, sollte die Schuldengrenze nicht angehoben werden. Die Verhandlungen zwischen Demokraten und Republikanern dürften sich als schwierig erweisen. Die Republikaner wollen die Frage der Anhebung der Schuldengrenze an die Verhandlungen der noch ausstehenden Kürzungen im Haushalt knüpfen.

Die US-Futures liegen leicht im Minus. Der Future auf den S&P-500 verliert 0,4 Prozent, der auf den Nasdaq-100 gibt um 0,2 Prozent nach. Die Konjunkturdaten des Tages sind recht unterschiedlich ausgefallen. "Unterm Strich sind die Zahlen enttäuschend", charakterisiert ein Händler die Makrodaten. So liege der Empire State Index als erster Frühindikator im Januar den sechsten Monat in Folge im Minus und deute somit auf eine fortdauernde Schwäche im verarbeitenden Sektor hin. Ein kleiner Lichtblick sei hier lediglich die Verbesserung der Beschäftigungskomponente auf minus 4,3 im Vergleich zu minus 9,7 im Dezember.

Der überraschend schwache Empire State Index könne jedoch an den Märkten die Erwartung wieder befeuern, dass sich die US-Notenbank mit einem Ende von Bondkäufen "doch noch mehr Zeit lässt als zuletzt befürchtet wurde", sagt der Händler. Der Einzelhandelsumsatz habe derweil im Dezember sowohl mit als auch ohne Kraftfahrzeugverkäufe die Konsenserwartung übertroffen. Positiv sei ferner, dass der Novemberwert leicht nach oben revidiert worden sei.

Am Devisenmarkt reagiert das Euro/Dollar-Währungspaar mit einem leichten Abschlag auf die Bernanke-Äußerungen. Die Gemeinschaftswährung notiert bei 1,3326 Dollar und liegt damit knapp unter dem Niveau vom Vorabend. Auch an den Rohstoffmärkten halten sich die Bewegungen in Grenzen. Der Ölpreis der Sorte WTI notiert kaum verändert um die Marke von 94 Dollar je Barrel. Der Goldpreis legt dagegen leicht zu auf 1.681 Dollar je Feinunze. Bei den US-Anleihen setzt sich die leichte Erholung des Vortages fort. Die Rendite zehnjähriger Titel liegt bei 1,82 Prozent.

Bei den Einzelwerten dürften Dell weiter im Fokus stehen. Bereits am Vortag hatte die Aktie im regulären Geschäft einen Kurssprung von 13 Prozent verzeichnet. Hintergrund war ein Bericht, wonach der PC-Hersteller von der Börse genommen werden soll. Demnach verhandelt Dell mit möglichen Aufkäufern. Vorbörslich gewinnen die Dell-Titel weitere 4,1 Prozent.

Dagegen leiden die Oracle-Titel leicht unter den Geschäftszahlen von Mitbewerber SAP. Gesamtumsätze und Software-Umsätze lagen jeweils knapp unter den Konsensschätzungen. Auch der operative Gewinn fiel unter den Konsensschätzungen aus. Die Oracle-Aktie gibt um 1,6 Prozent nach.

American Express werden von einer Abstufung durch J.P.Morgan gedrückt. Die Analysten haben die Titel auf "Underweight" von zuvor "Neutral" heruntergenommen. Die Titel von American Express verlieren 1,2 Prozent.

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DEVISEN   zuletzt  '+/- %  Di, 8.10 Uhr  Mo, 17.36 Uhr 
EUR/USD    1,3326  -0,12%        1,3341         1,3357 
EUR/JPY  118,2849  -0,06%      118,3549       119,2755 
EUR/CHF    1,2361   0,23%        1,2332         1,2258 
USD/JPY   88,7385   0,06%       88,6825        89,3240 
GBP/USD    1,6047  -0,16%        1,6072         1,6061 
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Kontakt zum Autor: thomas.rossmann@dowjones.com

 
DJG/DJN/ros 
 

(END) Dow Jones Newswires

January 15, 2013 09:03 ET (14:03 GMT)

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