21. Mai 2013

MÄRKTE USA/Ungewissheit um Fiskalklippe belastet Aktien

Von Claudia Nehrbaß

Werden die USA die Fiskalklippe umschiffen können? Auch kurz vor Ablauf der Frist, innerhalb der sich Regierung und Opposition auf den Haushalt für das kommende Jahr einigen müssen, zeichnet sich noch keine Lösung ab. Selbst führende Politiker glauben offenbar nicht mehr daran, dass der Haushaltsstreit rechtzeitig beigelegt werden kann, um automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen zu Beginn des neuen Jahres zu verhindern.

In der Bevölkerung hat sich die Angst vor einer Wirtschaftsschwäche als mögliche Folge dieser Zwangsmaßnahmen schon festgesetzt. Die Amerikaner üben Konsumzurückhaltung. Die Stimmung unter den Verbrauchern hat sich im Dezember überraschend deutlich eingetrübt, wie eine Erhebung des Forschungsinstituts Conference Board ergab.

Harry Reid, Fraktionsführer der Demokraten im US-Senat, verunsicherte die Anleger mit seiner Aussage, die USA würden wohl über die Fiskalklippe stürzen. Zusätzlich beunruhigt durch das schwache Verbrauchervertrauen, trennten sich die Investoren von Aktien und schichteten in Staatsanleihen um. Erst Berichte, wonach das republikanisch beherrschte US-Repräsentantenhaus schon am Sonntagabend statt erst am Montag zusammentreten will, bremsten die Talfahrt der Aktienkurse.

Der Dow-Jones-Index verlor 0,1 Prozent auf 13.096 Punkte. Der S&P-500 gab um 0,1 Prozent auf 1.418 Punkte nach. Der Nasdaq-Composite fiel um 0,1 Prozent auf 2.986 Punkte. Das Umsatzvolumen war wegen der durch Weihnachten verkürzten Handelswoche mit 0,57 (Mittwoch: 0,48) Milliarden Aktien abermals dünn. Den 1.383 Kursgewinnern standen 1.657 -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 105 Titel.

Steigende Notierungen am Anleihemarkt drückten die Rendite zehnjähriger Treasurys auf 1,72 Prozent. Gold wurde von der Unsicherheit um die drohende Fiskalklippe gestützt. Die Feinunze stieg an der Comex um 0,2 Prozent auf 1.663,70 Dollar.

Am Devisenmarkt kam der Euro von seinem Tageshoch zurück. Die Gemeinschaftswährung kostete im späten US-Handel rund 1,3240 Dollar. Der Dollar baut seine Gewinne zum Yen noch etwas aus und notierte knapp oberhalb von 86,00 Yen. Der Greenback profitierte abermals von der Erwartung, dass die neue japanische Regierung weitreichende Maßnahmen ergreifen wird, um den Yen zu schwächen und auf diese Weise der angeschlagenen Exportwirtschaft des Landes auf die Sprünge zu helfen.

Der Ölpreis hielt sich trotz der enttäuschenden Konjunkturdaten relativ gut. Er profitierte von Zweifeln an der politischen Stabilität im Nahen Osten und Angst vor Versorgungsengpässen. Der Preis für das Barrel WTI fiel um 0,1 Prozent bzw 0,11 Dollar auf 90,87 Dollar. Brent-Öl sank um 0,2 Prozent bzw 0,27 Dollar auf 110,80 Dollar.

Das schwache Verbrauchervertrauen lastete auf den Aktien der Kreditkartengesellschaften. Der Kurs von American Express gab um 0,8 Prozent auf 56,69 Dollar nach. Visa-Aktien verbilligten sich um 0,2 Prozent auf 149,40 Dollar.

Aktien von Marvell verloren 3,5 Prozent auf 7,14 Dollar. Sie hatten am Mittwoch schon 10 Prozent eingebüßt, nachdem der Halbleiterhersteller zur Zahlung von 1,17 Milliarden Dollar Schadensersatz wegen einer Patentrechtsverletzung verurteilt worden war.

Gesucht waren Aktien von Smith & Wesson, die um 3,8 Prozent auf 8,26 Dollar zulegten. Der Hersteller von Schusswaffen will sein Aktienrückkaufprogramm ausdehnen. Der Kursanstieg dürfte aber auch eine technische Gegenbewegung nach dem jüngsten Einbruch gewesen sein. Nach dem Massaker an einer Grundschule in Newport hatte der Kurs um rund 30 Prozent nachgegeben. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie aber immer noch um über 80 Prozent im Plus.

Die Winterkälte im Nordosten der USA bescherte den Aktien von Deckers Outdoor einen Anstieg um 9,3 Prozent auf 38,11 Dollar. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs allerdings ungefähr halbiert, weil die UGG Boots des Unternehmens modisch ihren Zenit überschritten haben.

 
INDEX           zuletzt  +/- %  absolut 
DJIA          13.096,31  -0,14   -18,28 
S&P-500        1.418,09  -0,12    -1,74 
Nasdaq-Comp.   2.985,91  -0,14    -4,25 
Nasdaq-100     2.632,94  -0,16    -4,24 
 
Kupon    Titel       Kurs    Veränderung   Rendite Veränderung 
1/8%     2-year   99 23/32    flat       0,262%    flat 
1/4%     3-Year   99 21/32    up 2/32    0,364%    -1,9BP 
3/4%     5-year   100 4/32    up 6/32    0,721%    -4,2BP 
1 1/8%   7-Year   99 25/32    up 9/32    1,155%    -4,5BP 
1 5/8%   10-year  99 4/32     up 10/32   1,722%    -3,6BP 
2 3/4%   30-year  97 4/32     up 25/32   2,894%    -4,1BP 
 
 
DEVISEN   zuletzt  '+/- %  Do, 7.41 Uhr  Mi, 18.25 Uhr 
EUR/USD    1,3239  -0,03%        1,3243         1,3225 
EUR/JPY  113,9156   0,33%      113,5384       113,2908 
EUR/CHF    1,2092   0,02%        1,2090         1,2074 
USD/JPY   86,0550   0,36%       85,7500        85,6350 
GBP/USD    1,6103  -0,26%        1,6145         1,6118 
 

Kontakt zum Autor: claudia.nehrbass@dowjones.com

DJG/DJN/cln

(END) Dow Jones Newswires

December 27, 2012 16:19 ET (21:19 GMT)

  Mehr zum Thema
Artikel
Kurse & Charts
Tools


Quicklinks
Spezialsuche:
Dax
F.A.Z.
Tec
Dow
Nas
21.05.2013 17:45 Uhr
Dax 8.472,20
+0,19 %
Dax
Tec
Dow
Nas
21.05.2013 17:35 Uhr
Tops & Flops Kurs in %
Infineon 6,64 € +2,91%
E.ON 13,23 € +2,08%
BASF SE NA O.N. 75,35 € +1,91%
Dt. Post 20,24 € +1,73%
ThyssenKrupp 15,25 € +1,46%
Volkswagen Vz 171,60 € −1,29%
Daimler 49,65 € −1,43%
Fresenius 94,02 € −1,86%
Dt. Bank 36,66 € −2,28%
COMMERZBANK AG 8,18 € −3,73%
21.05.2013 21:49 Uhr
Name Kurs in %
DAX 8.472,20 +0,19%
FAZ-INDEX 1.774,44 +0,12%
TecDAX 968,87 −0,25%
MDAX 14.200,90 +0,26%
SDAX 6.027,69 −0,04%
REX 444,97 −0,02%
Eurostoxx 50 2.821,65 −0,10%
F.A.Z. EURO 92,91 € −0,36%
Dow Jones 15.388,80 +0,35%
Nasdaq 100 3.027,36 +0,21%
S&P500 1.666,29 +0,01%
Nikkei225 15.381,00 +0,13%
EUR/USD 1,2908 +0,19%
Rohöl Brent Crude 103,75 $ −0,99%
Gold 1.353,75 $ −1,67%
Bund Future 144,62 € −0,16%
Highlights
EUR/USD
EUR/GBP
EUR/JPY
EUR/CHF
21.05.2013 21:49 Uhr
 
        Vortag
1,2908
+0,19 %
Deutschland
Europa
21.05.2013 17:59 Uhr
Name Kurs in %
FAZ-INDEX 1.774,44 +0,12%
F.A.Z. BANKEN EUR 616,50 € −2,54%
F.A.Z. VERSICHERU... 21.463,40 € −0,13%
F.A.Z. IT + ELEKT... 4.136,00 € −0,19%
F.A.Z. BAU + IMMO... 3.479,68 € +0,63%
F.A.Z. CHEMIE + P... 2.574,62 € +1,02%
F.A.Z. VERS. + TE... 857,75 € +0,47%
F.A.Z. AUTO + ZUL... 3.466,37 € −0,67%
F.A.Z. MASCHINENB... 580,40 € +0,45%
F.A.Z. GRUNDSTOFF... 963,09 € +1,22%
F.A.Z. HANDEL + V... 1.284,90 € +0,72%
F.A.Z. KONSUMG. +... 1.310,23 € −0,09%
F.A.Z. ERNEUERB. ... 268,05 € +1,85%
21.05.2013 Uhr
Name Kurs in %
Gold 1.353,75 $ −1,67%
Silber 21,66 $ −3,82%
Platin 1.452,00 $ −1,36%
Palladium 736,00 $ +2,22%
Rohöl Brent Crude 103,75 $ −0,99%
Gas 0,66 £ +0,33%
Kaffee 1,36 $ −3,48%
Zucker 0,17 $ −0,83%
Orangensaft 1,44 $ −0,03%
AMEX GOLD BUGS 601,37 --%
AMEX OIL 1.151,96 --%
Rogers International 24,14 +0,50%

Sie haben Fragen zu FAZfinance.NET?

Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2001-2013

Quellen: TeleTrader Software AG, FWW GmbH, Morningstar Deutschland GmbH und weitere. Alle Börsendaten werden mit mindestens 15 Minuten Verzögerung dargestellt. Realtime-Index-Daten in Zusammenarbeit mit der Boerse Stuttgart - Powered by Structured Solutions

 
© 2013 Morningstar, Inc. Alle Rechte vorbehalten. Die hierin enthaltenen Informationen: (1) sind für Morningstar und/oder ihre Inhalte-Anbieter urheberrechtlich geschützt; (2) dürfen nicht vervielfältigt oder verbreitet werden; und (3) deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wird nicht garantiert. Weder Morningstar noch deren Inhalte-Anbieter sind verantwortlich für etwaige Schäden oder Verluste, die aus der Verwendung dieser Informationen entstehen. Die Wertentwicklungen in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.