18. Mai 2013

MÄRKTE USA/Monti-Aussagen lassen Kurse fallen

Aussagen von Italiens Ministerpräsident Mario Monti belasten am Dienstag die Kurse an Wall Street. Monti wollte eine Inanspruchnahme von ESM-Hilfen durch das hochverschuldete Land nicht vollständig ausschließen. Damit kehrt die Schuldenkrise in der Eurozone wieder in das Blickfeld der Investoren zurück. Dabei hatte es vorbörslich noch Signale für eine leichte Entspannung in Europa gegeben. Auch der Start in die US-Berichtssaison fiel insgesamt recht gut aus. Die Zahlen von Alcoa, die traditionell die US-Berichtssaison eröffnen, waren nicht ganz so schlimm ausgefallen wie erwartet.

Der Dow-Jones-Index gewinnt noch 0,1 Prozent auf 12.751 Punkte, nachdem er im frühen Handel noch bis auf 12.830 Punkte gestiegen war. Der S&P-500 fällt dagegen um 0,2 Prozent auf 1.350 Punkte und der technologielastige Nasdaq-Composite verliert 0,5 Prozent auf 2.919 Punkte.

Trotz der positiven Vorgaben aus Europa wird der Markt weiterhin von den Schlagzeilen getrieben. Mit den Monti-Aussagen kamen die Indizes unter Druck und auch der Euro fällt in die Nähe seines Zweijahrestiefs. "Das ist die logische Folge der aufgeweichten Auflagen", sagt Ulrich Leuchtmann, Devisen-Analyst der Commerzbank. "Der Gang unter den Rettungsschirm tut keinem mehr weh", ergänzt er.

Dabei waren die Nachrichten aus Europa positiv. So ist die britische Industrieproduktion im Mai um ein Prozent gewachsen, während die Experten sich auf ein Minus von 0,2 Prozent eingestellt hatten. Auch Italien hat deutlich mehr hergestellt als erwartet. Die Daten brachten Schwung in die europäischen Aktienmärkte, die deutlich zulegten. China hatte dagegen mit seinen Importdaten enttäuscht. Der Zuwachs im Juni belief sich auf 6,3 Prozent, während ein Plus von 11,3 Prozent erwartet worden war.

Die Erholung an den Börsen steht aber ohnehin auf tönernen Füßen. Denn die Krise um die Eurozone wird die Investoren weiter beschäftigen und tritt immer wieder unvermittelt in den Vordergrund. Als nächster wichtiger Punkt steht die Entscheidung des deutschen Verfassungsgerichts über den ESM an, den Europäischen Stabilitätsmechanismus. Das Treffen der Finanzminister der Eurozone am Vortag blieb dagegen ohne große Überraschungen.

Zusätzliche Unsicherheit kommt von der nun angelaufenen Berichtssaison. Von einem möglicherweise "schwierigen Monat" spricht Marktstratege David Morrison von GFT mit Blick auf die bevorstehenden Quartalszahlen. Die Erwartungen seien zwar bereits gesunken, "die Frage ist aber, ob schon ausreichend."

Der Dollar legt gegenüber dem Euro weiter zu, da die Investoren weiterhin die europäische Währung als riskant einschätzen. Mit den Monti-Aussagen kam dann zusätzlicher Druck in der Gemeinschaftswährung auf. Der Euro notiert nur noch knapp über seinem jüngst markierten Zweijahrestief bei 1,2235 Dollar. Der sichere Hafen der US-Anleihen zeigt sich dagegen mit leichten Aufschlägen. Die Rendite zehnjähriger Papiere notiert bei 1,51 Prozent. Das Interesse sei hier auf die Auktion dreijähriger Titel im weiteren Verlauf gerichtet. Möglicherweise könnten die Monti-Aussagen hier für eine erhöhte Nachfrage sorgen, so ein Teilnehmer.

Bei den Einzelwerten fällt die Alcoa-Aktie um 2,7 Prozent zurück, nachdem es vor Handelsbeginn noch nach einem leichten Aufschlag ausgesehen hatte. Am Vorabend hatte der Aluminium-Konzern Zweitquartalszahlen ausgewiesen. Dabei waren der bereinigte Gewinn und der Umsatz zwar besser ausgefallen als von Analysten erwartet. Gleichwohl machten dem Aluminiumhersteller die sinkenden Preise zu schaffen, so dass unbereinigt unter dem Strich ein Verlust stand.

Der bereinigte Gewinn lag bei sechs Cent je Aktie und damit einen Cent über der Konsensschätzung. Der Umsatz fiel um gut neun Prozent auf 5,96 Milliarden Euro, während Analysten sogar einen Rückgang um zwölf Prozent erwartet hatten.

Die Papiere von AMD brechen um 9,8 Prozent ein. Nach Börsenschluss wartete der Chiphersteller mit einer überraschenden Umsatzwarnung auf. Vor allem wegen der schwächeren Nachfrage in China und Europa erwartet der Konzern für das zweite Quartal nun einen Umsatzrückgang um elf Prozent. Zuvor lautete die Prognose noch auf ein Plus von drei Prozent mit einer möglichen Abweichung von bis zu drei Prozentpunkten nach oben oder unten.

Der überraschende Einstieg von Intel bei dem holländischen Spezialkonzern ASML wird an der Börse nicht honoriert. Die Intel-Aktie gibt um 2 Prozent nach. Der US-Chiphersteller will bis zu 4,1 Milliarden Dollar für eine Beteiligung an ASML zahlen. Ziel sei die Entwicklung neuer Maschinen zur Herstellung von Computerchips.

 
INDEX           zuletzt  +/- %  absolut 
DJIA          12.750,67   0,11    14,38 
S&P-500        1.350,01  -0,18    -2,45 
Nasdaq-Comp.   2.918,71  -0,45   -13,06 
Nasdaq-100     2.597,59  -0,49   -12,72 
 
DEVISEN  zuletzt  '+/- %  Di, 8.45 Uhr  Mo, 18.00 Uhr 
EUR/USD   1,2247  -0,38%        1,2293         1,2303 
EUR/JPY  97,3175  -0,26%       97,5717        97,9884 
EUR/CHF   1,2009  -0,01%        1,2010         1,2009 
USD/JPY  79,4850   0,14%       79,3750        79,6550 
GBP/USD   1,5497  -0,07%        1,5509         1,5509 
 

Kontakt zum Autor: thomas.rossmann@dowjones.com

 
DJG/DJN/ros/raz 
 

(END) Dow Jones Newswires

July 10, 2012 11:41 ET (15:41 GMT)

  Mehr zum Thema
Artikel
Kurse & Charts
Tools


Quicklinks
Spezialsuche:
Dax
F.A.Z.
Tec
Dow
Nas
17.05.2013 17:45 Uhr
Dax 8.398,00
+0,34 %
Dax
Tec
Dow
Nas
17.05.2013 17:35 Uhr
Tops & Flops Kurs in %
Lanxess 57,21 € +6,64%
COMMERZBANK AG 7,81 € +4,09%
Daimler 49,00 € +3,85%
Volkswagen Vz 168,40 € +3,73%
Continental 100,30 € +3,04%
Lufthansa 15,51 € −1,43%
Beiersdorf 70,54 € −1,51%
HeidelbergCement 59,57 € −1,60%
FMC 51,80 € −2,21%
Dt. Telekom 9,21 € −8,30%
17.05.2013 23:59 Uhr
Name Kurs in %
DAX 8.398,00 +0,34%
FAZ-INDEX 1.758,97 −0,08%
TecDAX 967,46 −0,30%
MDAX 14.070,60 +0,14%
SDAX 5.976,29 +0,24%
REX 445,88 +0,32%
Eurostoxx 50 2.817,99 +0,40%
F.A.Z. EURO 93,04 € +0,37%
Dow Jones 15.354,40 +0,80%
Nasdaq 100 3.028,96 +0,99%
S&P500 1.666,12 +0,95%
Nikkei225 15.138,10 +0,67%
EUR/USD 1,2839 −0,35%
Rohöl Brent Crude 104,72 $ +0,85%
Gold 1.376,75 $ −0,02%
Bund Future 145,14 € −0,04%
Highlights
EUR/USD
EUR/GBP
EUR/JPY
EUR/CHF
17.05.2013 23:59 Uhr
 
        Vortag
1,2839
−0,35 %
Deutschland
Europa
17.05.2013 17:59 Uhr
Name Kurs in %
FAZ-INDEX 1.758,97 −0,08%
F.A.Z. BANKEN EUR 622,48 € +2,93%
F.A.Z. VERSICHERU... 21.467,40 € +0,03%
F.A.Z. IT + ELEKT... 4.141,12 € −0,21%
F.A.Z. BAU + IMMO... 3.451,83 € −0,65%
F.A.Z. CHEMIE + P... 2.548,90 € −0,42%
F.A.Z. VERS. + TE... 845,22 € −3,46%
F.A.Z. AUTO + ZUL... 3.403,09 € +2,58%
F.A.Z. MASCHINENB... 573,92 € +0,02%
F.A.Z. GRUNDSTOFF... 951,84 € −1,41%
F.A.Z. HANDEL + V... 1.262,94 € −0,07%
F.A.Z. KONSUMG. +... 1.296,48 € −1,03%
F.A.Z. ERNEUERB. ... 251,91 € −1,85%
17.05.2013 Uhr
Name Kurs in %
Gold 1.376,75 $ −0,02%
Silber 22,52 $ +1,17%
Platin 1.472,00 $ +0,14%
Palladium 736,00 $ +2,22%
Rohöl Brent Crude 104,72 $ +0,85%
Gas 0,65 £ −0,17%
Kaffee 1,38 $ +0,25%
Zucker 0,17 $ +0,65%
Orangensaft 1,43 $ −3,06%
AMEX GOLD BUGS 601,37 --%
AMEX OIL 1.151,96 --%
Rogers International 24,14 +0,50%

Sie haben Fragen zu FAZfinance.NET?

Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2001-2013

Quellen: TeleTrader Software AG, FWW GmbH, Morningstar Deutschland GmbH und weitere. Alle Börsendaten werden mit mindestens 15 Minuten Verzögerung dargestellt. Realtime-Index-Daten in Zusammenarbeit mit der Boerse Stuttgart - Powered by Structured Solutions

 
© 2013 Morningstar, Inc. Alle Rechte vorbehalten. Die hierin enthaltenen Informationen: (1) sind für Morningstar und/oder ihre Inhalte-Anbieter urheberrechtlich geschützt; (2) dürfen nicht vervielfältigt oder verbreitet werden; und (3) deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wird nicht garantiert. Weder Morningstar noch deren Inhalte-Anbieter sind verantwortlich für etwaige Schäden oder Verluste, die aus der Verwendung dieser Informationen entstehen. Die Wertentwicklungen in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.