22. Mai 2013

MÄRKTE USA/Leichte Erholung erwartet

-Von Thomas Rossmann 

Zu einer leichten Erholung von den Verlusten des Vortages dürfte es am Dienstag an Wall Street kommen. Händler sprechen allerdings nur von einer Verschnaufpause. Der Blick sei weiterhin auf den am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel gerichtet. Die Renditen am Anleihemarkt ziehen zudem leicht an, weshalb von einer Entspannung keine Rede sein kann. Bei den Auktionen spanischer und italienischer Anleihen legten die Renditen im Vergleich zur vorangegangenen Auktion deutlich zu. Für Impulse könnten im Handelsverlauf der Index des Verbrauchervertrauens und der Case-Schiller-Hauspreisindex sorgen. Aktuell steigt der Terminkontrakt auf den S&P-500 um 0,1 Prozent, der auf den Nasdaq-100 legt um 0,2 Prozent zu.

Für die anhaltende Zurückhaltung der Anleger sorgen eine Reihe negativer Nachrichten. So hat die Ratingagentur Moody's 28 spanische Banken um bis zu vier Stufen herabgestuft, nachdem Spanien zuvor offiziell sein Hilfeersuchen bei der EU für seine Banken eingereicht hatte. Eine Summe wurde dabei noch nicht bekannt. In einem in der Vorwoche veröffentlichten Stresstest kamen die Prüfer auf einen Kapitalbedarf von bis zu 62 Milliarden Euro für den Sektor.

Daneben hat auch Zypern nun einen Antrag auf Finanzhilfe für seine Banken eingereicht. Zudem ist der designierte griechische Finanzminister, der sein Amt noch gar nicht angetreten hat, bereits wieder zurückgetreten. Für die anstehenden Verhandlungen der EU mit Griechenland sind dies keine guten Voraussetzungen, zumal auch Ministerpräsident Samaras krankheitsbedingt nicht zum EU-Gipfel reisen wird. Damit scheinen die nächsten Verzögerungen bei den von Griechenland geforderten Maßnahmen bereits vorprogrammiert.

Insgesamt sind die Erwartungen der Anleger an den EU-Gipfel nach dem wenig erfolgreichen Vierergipfel zwischen Bundeskanzlerin Merkel und ihren Amtskollegen aus Italien, Spanien und Frankreich in der Vorwoche deutlich zurückgegangen. Die meisten Beobachter rechnen nicht mit einem Befreiungsschlag. Dies habe allerdings auch etwas Gutes, merkt ein Teilnehmer an. "Noch nie war es so leicht, positiv zu überraschen. Es könnte schon reichen, Schritte in die richtige Richtung anzudeuten".

Die Auktionen spanischer und italienischer Anleihen haben ebenfalls nicht zur Beruhigung beigetragen. Beide Länder verzeichneten einen deutlichen Anstieg der Renditen. So muss Spanien nun schon für dreimonatige Schatzwechsel eine Rendite von 2,362 Prozent zahlen, bei der vorangegangenen Auktion waren es noch 0,846 Prozent. "Die Auktion zeigt, dass Spanien weiterhin Schwierigkeiten bei der Refinanzierung hat", sagt ein Analyst. Die Renditen hätten mittlerweile bei allen Laufzeiten "bedenkliche Niveaus" erreicht.

Die US-Anleihen zeigen sich dagegen mit leichten Abgaben. Die Rendite zehnjähriger Titel steigt auf 1,62 Prozent. Auch hier herrsche unter den Investoren eine abwartende Haltung im Vorfeld des EU-Gipfels. Der Ölpreis der Sorte WTI zeigt sich stabil um die Marke von 79 Dollar. Die übergeordneten Nachfragesorgen bleiben allerdings weiterhin bestehen, heißt es von einem Teilnehmer. Leicht gestützt wird das Sentiment von der Ankündigung Südkoreas, ab dem 1. Juli kein Öl aus dem Iran mehr zu importieren. Zum gleichen Zeitpunkt tritt auch das Öl-Embargo der Europäischen Union gegen den Iran in Kraft.

Bei den Einzelwerten gewinnen die Aktien der Apollo Group vorbörslich 3,5 Prozent. Der Bildungskonzern übertraf im abgelaufenen Quartal die Markterwartungen. Das Unternehmen, das unter anderem die Universität von Phoenix betreibt, wies für die dritte Periode einen bereinigten Gewinn von 1,20 Dollar aus, Analysten hatten im Konsens lediglich 0,97 Dollar in Aussicht gestellt.

Dell-Aktien erhöhen sich vor der Startglocke um 0,5 Prozent. Der US-Computerkonzern ist offenbar in den Übernahmekampf um den Hersteller von Businesssoftware Quest eingestiegen. Die Quest Software Inc erklärte, sie habe von einem "strategischen Bieter" - bei dem es sich laut Kreisen um Dell handeln soll - eine Offerte von 2,32 Milliarden US-Dollar erhalten.

 
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Kontakt zum Autor: thomas.rossmann@dowjones.com

 
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(END) Dow Jones Newswires

June 26, 2012 08:31 ET (12:31 GMT)

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