21. Mai 2013

MÄRKTE USA/Keine Apple-Erholung - Aktien mit deutschem Rückenwind

Von Florian Faust 
 

Am Tag nach dem Apple-Schock deutet sich zum Wochenschluss an der Wall Street eine freundliche Handelseröffnung an. Gestützt von positiven Konjunkturdaten aus Deutschland und Rückenwind aus Japan könnte sich der Dow-Jones-Index zu einem weiteren Höchststand aufschwingen, nachdem der US-Leitindex am Vortag auf einem Fünfjahreshoch geschlossen hat. Die Terminkontrakte auf wichtige US-Indizes stützen die Hoffnung auf weitere Höchstmarken: Während der Future auf den S&P-500 rund 25 Minuten vor der Startglocke um 0,2 Prozent zulegt, zieht das Pendant auf den Nasdaq-100 um 0,4 Prozent an.

Ein Verlierer scheint aber schon vor der Eröffnung festzustehen: Die Aktie des Technologiegiganten Apple. Die Papiere erlebten am Vortag im Anschluss an einen mit Enttäuschung aufgenommenen Geschäftsbericht ein regelrechtes Kurswaterloo. Am Freitag steigt die Aktie vorbörslich gerademal um 0,6 Prozent und ist damit Lichtjahre von einer echten Erholung nach dem Vortageseinbruch entfernt.

Unterstützung erhält der Gesamtmarkt aus Deutschland, wo der wichtige ifo-Geschäftsklimaindex eindrucksvoll die Rolle des Landes als europäische Konjunkturlokomotive unter Beweis gestellt hat. In Japan sorgte die Yen-Abwertung für eine Rally die Börse in Tokio. Der Nikkei-225 schloss auf dem höchsten Stand seit April 2010. In den USA warten Anleger auf frische Daten zum krisengeschüttelten Immobilienmarkt. Gegen 16:00 Uhr MEZ werden die Neubauverkäufe im Dezember bekannt gegeben.

Mit Blick auf die Einzelwerte bleibt die Berichtsperiode Hauptimpulsgeber: Die Aktien von Procter & Gamble gewinnen vor der Startglocke 1,6 Prozent, der Konsumgüterhersteller übertraf im Schlussquartal 2012 bei Umsatz und Ergebnis die Marktprognosen und glänzte zudem mit einem verbesserten Ausblick. Microsoft-Papiere fallen dagegen um 0,8 Prozent, im zweiten Quartal wusste der Softwareriese mit der Umsatzentwicklung nicht zu überzeugen. Bei AT&T-Aktien überlegen Anleger noch, für welche Richtung sie sich entscheiden sollen - die Anteilsscheine des Telekomkonzerns bewegen sich bislang nicht. Die Viertquartalsergebnisse fielen schlechter, der Umsatz dafür aber besser als vorhergesagt aus. Auch der Ausblick gefällt. Die Titel der Kaffeehauskette Starbucks ziehen nach Geschäftsausweis um 3,7 Prozent an.

Der Yen fällt zum Dollar auf den niedrigsten Stand seit zweieinhalb Jahren und auf ein 21-Monatstief zum Euro. Jüngste Äußerungen aus der japanischen Politik lassen auf weitere geldpolitische Lockerungen schließen. Der Dollar kommt von seinem Höhenflug etwas zurück und geht bei 90,97 Yen um. In der Spitze hatte der Dollar 91,21 Yen gekostet. Der Euro legt zum Dollar zu und steigt auf 1,3458 Dollar. Gestützt wird die europäische Gemeinschaftswährung vom ifo-Index. Von diesem profitiert auch der Ölpreis, ein Fass US-Leichtöl der Sorte WTI klettert auf 96,45 Dollar nach 95,95 Dollar zum Vortagesschluss. Auch die Dollarabwertung zum Euro stützt den Ölpreis. Der Goldpreis ermäßigt sich auf 1.662 Dollar die Feinunze.

Am US-Rentenmarkt geraten die Notierungen deutlich unter Druck, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen zieht in der Folge auf 1,91 Prozent an. Hier belastet die Spekulation, dass die europäischen Banken nicht mehr am Tropf der Europäischen Zentralbank (EZB) hängen, nachdem eine hohe Summe eines langfristigen Tenders von den Kreditinstituten an die EZB zurückgezahlt worden ist.

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GBP/USD    1,5810   0,17%        1,5783         1,5781 
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Kontakt zum Autor: florian.faust@dowjones.com 
DJG/DJN/flf 

(END) Dow Jones Newswires

January 25, 2013 09:12 ET (14:12 GMT)

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