22. Mai 2013

MÄRKTE USA/Bernanke und Home Depot sorgen für Kauflaune

Die Investoren an Wall Street haben am Dienstag das fatale Ergebnis der Italien-Wahl abgehakt und sich wieder heimischen Themen zugewandt. Dominierte am Vortag noch die Angst vor einer neuen Eurokrise, reagierten die Anleger nun auf freundliche Signale von Konjunktur- und Unternehmensseite. Und auch US-Notenbank-Präsident Ben Bernanke trug das Seine zur Kauffreude bei: sein Haus wird weiter die Wirtschaft stützen, versprach er vor dem Bankenausschuss des Senats.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,8 Prozent auf 13.900 Punkte. Der S&P-500 stieg um 0,6 Prozent auf 1.497 Punkte. Der Nasdaq-Composite legte um 0,4 Prozent auf 3.130 Punkte zu. Die Umsätze fielen auf 0,77 (Montag: 0,82) Milliarden Aktien. Auf 2.030 (670) Kursgewinner kamen 1.003 (2.413) -verlierer. Unverändert schlossen 111 (80) Titel.

Die Anleger seien an den Aktienmarkt zurückgekehrt, da sie "die langfristigen Fundamentaldaten als solide ansehen", wie Sean Lynch von Wells Fargo Private Bank sagte. Und Italien dürfte schließlich keine große Auswirkung auf die US-Wirtschaft haben, fuhr er fort. Konjunkturdaten stützten die Zuversicht. Die Neubauverkäufe sind im Januar mit der höchsten Rate seit fast zwei Jahrzehnten gewachsen - um satte 15,6 Prozent ging es nach oben. Auch die Stimmung bei den Verbrauchern war im Februar besser als zuvor befürchtet.

Dazu passten auch die Quartalszahlen der im Dow gelisteten Baumarktkette Home Depot. Offenbar haben die Amerikaner bei Farbe, Arbeitsplatten und Parkettdielen zugegriffen, denn im vierten Quartal hat das Unternehmen die Prognosen übertroffen. Außerdem will Home Depot Aktien im Umfang von 17 Milliarden Dollar zurückkaufen und die Dividende erhöhen. Das reichte für ein Kursplus von 5,7 Prozent.

Die Apple-Aktie profitierte von der Spekulation eines Aktiensplits. Das fast 450 Dollar schwere Papier könnte neue Anleger finden, wenn sie billiger zu haben wäre, so das Kalkül. Eine entsprechende Ankündigung könnte bereits am Mittwoch auf der Aktionärsversammlung erfolgen, wie Mutmaßungen lauten. Ein Apple-Sprecher wollte sich nicht äußern. Die Aktie gewann 1,4 Prozent.

Am Devisenmarkt ging es etwas betulicher zu als zuletzt. Der Euro zeigte sich aber weiter in schlechter Verfassung und fiel vom ohnehin niedrigen Niveau vom späten Montag noch etwas zurück. Um die 1,3060 Dollar wurde für die Gemeinschaftswährung bezahlt. Am Devisenmarkt ist die Italienkrise also noch präsent. Der Ölpreis notierte um 48 Cents leichter bei 92,63 Dollar je Barrel WTI-Öl. Das war das niedrigste Settlement im laufenden Jahr. Auch hier drückten die Sorgen um Italiens Zukunft.

Noch stärker bewegte sich der Goldpreis, der von Bernankes Aussagen profitierte. Wenn mehr Geld gedruckt wird, steigt in der Regel der Preis des Edelmetalls als sicherer Hafen vor möglicher Geldentwertung. Erstmals seit Mittwoch wurden wieder mehr als 1.600 Dollar für die Feinunze bezahlt. In der Spitze erreichte der Goldpreis sogar 1.620 Dollar, ein Plus von über zwei Prozent vom Tagestief.

Sicherheit war am Dienstag dennoch weniger gefragt, denn die US-Anleihen gaben nach. Am Montag waren sie noch begehrtes Objekt der verängstigten Anleger. Die Rendite der zehnjährigen Papiere stieg auf 1,88 Prozent. Zudem saugte eine Auktion fünfjähriger Treasurys Mittel ab.

Unter den Branchen standen vor allem die wachstumssensitiven Rohstoff- und Energietitel ganz vorn. Auch Hausbauwerte waren gefragt, die guten Immobiliendaten sorgten hier für Kauflaune. Die Aktien von Pulte Group, Lennar und D.R.Horton liefen um jeweils über drei Prozent nach oben. Die Aktie von Macy's kletterte um 2,7 Prozent. Die Warenhauskette glänzte mit einer Gewinnprognose, die die Analystenschätzungen hinter sich ließ.

=== 
INDEX           zuletzt  +/- %  absolut 
DJIA          13.900,13   0,84   115,96 
S&P-500        1.496,94   0,61     9,09 
Nasdaq-Comp.   3.129,65   0,43    13,40 
Nasdaq-100     2.713,02   0,45    12,05 
 
 
DEVISEN   zuletzt  '+/- %  Di, 8.21 Uhr  Mo, 17.50 Uhr 
EUR/USD    1,3065   0,32%        1,3023         1,3195 
EUR/JPY  120,0582   0,67%      119,2592       123,0077 
EUR/CHF    1,2172   0,29%        1,2138         1,2271 
USD/JPY   91,9140   0,43%       91,5175        93,2855 
GBP/USD    1,5132  -0,31%        1,5178         1,5134 
=== 

Kontakt zum Autor: ralf.zerback@dowjones.com

DJG/DJN/raz

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February 26, 2013 16:30 ET (21:30 GMT)

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