21. Mai 2013

MÄRKTE USA/Anleger schicken S&P-500 auf Fünfjahreshoch

Auf Risiko haben die Investoren an Wall Street am Donnerstag gespielt. Vermeintlich sichere Anlagen wie US-Anleihen wurden verschmäht, dafür kauften die Börsianer Aktien, Euro und Öl. Am Nachmittag trieben Meldungen, die Republikaner könnten sich mit einer kurzfristigen Anhebung der Schuldenobergrenze beim US-Haushalt anfreunden. Den S&P-500-Index schickten die Börsianer sogar auf ein Fünfjahres-Hoch auf Schlusskurs-Basis.

Und dies, obwohl neue Quartalszahlen nicht eben berauschend ausfielen - im Gegenteil: die Bank of America wie die Citigroup enttäuschten mit ihren Zahlenwerken. Die Aktien beider Banken mussten denn auch kräftig Federn lassen. Doch den Gesamtmarkt ließ dies kalt. Ähnlich auch beim Philadelphia-Fed-Index, der mehr als mau ausfiel: Statt eines prognostizierten Stands von plus 5,0 wurde ein Minus von 5,8 gemeldet. Basis dieses stark beachteten Index sind Aussagen von Herstellern zum Geschäftsklima.

Immerhin, vor Börsenstart hatte es auch einige Lichtblicke gegeben. Denn sowohl der Arbeits- wie der Immobilienmarkt - zwei wichtige Segmente - glänzten mit ausgezeichneten Zahlen. So fielen zum Beispiel die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren. Die am Nachmittag steigende Kauflust erklärten manche Teilnehmer auch mit Meldungen, denen zufolge die japanische Notenbank möglicherweise die heimische Wirtschaft weiter anheizen will.

Der Dow-Jones-Index wie auch der S&P-500 und der Nasdaq-Composite stiegen um jeweils 0,6 Prozent. Das Umsatzvolumen stieg auf 0,71 (Mittwoch: 0,60) Milliarden Stück. Den 2.287 (1.384) Kursgewinnern standen 738 (1.631) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 123 (130) Titel.

Auch an den anderen Märkten gab es markante Bewegungen. Am Anleihemarkt gaben die Notierungen erstmals seit fünf Handelstagen nach; die Rendite zehnjähriger Treasurys stieg auf 1,87 Prozent. Vor allem die Hoffnung auf eine Einigung im Haushaltsstreit drückte die Notierungen. Der Euro legte zum Dollar deutlich zu, nachdem eine Auktion spanischer Anleihen am Markt gut aufgenommen wurde. Die Gemeinschaftswährung kostete 1,3375 Dollar. Dafür machte der Greenback zum Yen Boden gut und kletterte erstmals seit Juni 2010 vorübergehend über 90 Yen. Am Ende stand er bei 89,85 Yen.

Der Ölpreis erhielt vor allem Auftrieb von dem terroristischen Überfall auf ein BP-Gasfeld in Algerien, der Angst vor Versorgungsengpässen weckte. Das Barrel WTI verteuerte sich um 1,25 Dollar oder 1,3 Prozent auf 95,49 Dollar.

Der Goldpreis lief ebenfalls nach oben, vor allem nachdem der schwache Philly-Fed publiziert wurde. Schwache Konjunkturdaten treiben die US-Notenbank in eine weiter lockere Geldpolitik, so das Kalkül der Goldfreunde. Das Edelmetall setzte damit eine Aufwärtsbewegung fort, die nach dem Tief am 4. Januar bei 1.626 Dollar eingesetzt hatte und den Preis am Donnerstag bis knapp drei Dollar an die Marke von 1.700 heranführte - der höchste Stand seit einem Monat. Für die Feinunze wurden schließlich 1.687 Dollar bezahlt.

Die Boeing-Aktie erholte sich von ihren Vortagsverlusten und stieg um 1,2 Prozent. Die Negativschlagzeilen um den Dreamliner hatten dem Papier am Mittwoch kräftige Verluste beschert. In Europa und den USA muss das Großraumflugzeug unterdessen wegen schwerer Batteriefehler am Boden bleiben, und auch die Fluggesellschaften anderer Länder lassen ihre Dreamliner nicht abheben.

Cisco-Aktien fielen mit der Herabstufung auf "Underweight" von "Neutral" durch J.P. Morgan um 0,4 Prozent. Der Kurs nähere sich dem 52-Wochen-Hoch, sagten die Analysten. Zudem leide Cisco unter der Zurückhaltung der Unternehmen bei IT-Investitionen. UnitedHealth hatte im vierten Quartal besser abgeschnitten als erwartet, doch mochte das Unternehmen seine Ziele für dieses Jahr nicht anheben. 1,4 Prozent machte die Aktie gut.

Auch das Internetauktionshaus eBay scheint mit seinen Zahlen überzeugt zu haben. Umsatz und Ergebnis lagen über den Analystenschätzungen. Für die Aktie ging es um 2,4 Prozent nach oben. BlackRock verteuerten sich um 4,4 Prozent, nachdem der weltgrößte Vermögensverwalter ein zweistelliges Umsatzwachstum berichtet hatte.

=== 
Index                 Schlussstand  Bewegung %  Bewegung abs. 
Dow Jones Industrial     13.596,02       +0,6%         +84,79 
S&P-500                   1.480,93       +0,6%          +8,30 
Nasdaq-Composite          3.136,00       +0,6%         +18,46 
Nasdaq-100                2.747,15       +0,5%         +12,42 
 
Kupon  Fälligkeit   Kurs    Veränderung  Rendite  Veränderung 
1/8%    2-year     99 23/32   dn 1/32     0,262%   +1,3BP 
3/8%    3-Year     99 31/32   dn 2/32     0,386%   +2,7BP 
3/4%    5-year     99 26/32   dn 7/32     0,785%   +4,3BP 
1 1/8%  7-Year     99  0/32   dn 10/32    1,276%   +4,8BP 
1 5/8%  10-year    97 26/32   dn 13/32    1,871%   +4,7BP 
2 3/4%  30-year    93 29/32   dn 26/32    3,063%   +4,4BP 
 
DEVISEN   zuletzt  '+/- %  Do, 8.34 Uhr  Mi, 17.39 Uhr 
EUR/USD    1,3375   0,59%        1,3297         1,3308 
EUR/JPY  120,1838   1,99%      117,8402       117,9683 
EUR/CHF    1,2471   0,60%        1,2396         1,2385 
USD/JPY   89,8600   1,40%       88,6150        88,6245 
GBP/USD    1,5999  -0,03%        1,6003         1,6002 
=== 

Kontakt zum Autor: ralf.zerback@dowjones.com

 
DJG/DJN/raz 
 

(END) Dow Jones Newswires

January 17, 2013 16:16 ET (21:16 GMT)

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