25. Mai 2013

MÄRKTE USA/Angst vor Ausgabenkürzungen tritt in den Vordergrund

Von Claudia Nehrbaß 

Positive Vorgaben aus Europa haben auch den US-Aktienbörsen zu Kursgewinnen verholfen, die aber bescheidener ausfielen als auf dem alten Kontinent. Über der Wall Street hing die Angst, dass zu Beginn des kommenden Monats automatisch Kürzungen der Staatsausgaben in Kraft treten könnten, wenn sich Regierung und Opposition im Haushaltsstreit nicht rechtzeitig einigen. Daneben galt das Interesse den Fusionsplänen der beiden Büromittelanbieter OfficeMax und Office Depot, von denen das Wall Street Journal berichtet hatte. Der Kurs von OfficeMax stieg um 20,9 Prozent, der von Office Depot um 9,4 Prozent.

Der Dow-Jones-Index gewann am ersten Handelstag nach dem langen Feiertagswochenende 0,4 Prozent auf 14.036 Punkte. Am Montag waren die US-Börsen wegen des Feiertags Presidents Day geschlossen. Der S&P-500 stieg um 0,7 Prozent auf 1.531 Punkte und der Nasdaq-Composite rückte um 0,7 Prozent auf 3.214 Punkte vor. Das Umsatzvolumen war mit 0,73 (Freitag: 0,93) Milliarden Aktien unauffällig. Auf 2.100 Kursgewinner kamen 959 -verlierer. Unverändert schlossen 105 Titel.

Der deutsche ZEW-Index war überraschend gut ausgefallen und hatte die Stimmung an den europäischen Märkten deutlich aufgehellt. Ein schwacher Schimmer davon zeigte sich auch an den US-Aktienmärkten.

Viel stärker bewegte die US-Anleger aber der Haushaltsstreit im eigenen Land. Demokraten und Republikanern bleiben für eine Einigung nur noch etwas weniger als zwei Wochen Zeit. "Es gibt keine Anzeichen für eine Annäherung", so die Analysten von R.J. O'Brien. Ein echter Kompromiss müsste Maßnahmen enthalten, die in beiden Lagern für die politische Basis ein Fluch sind: Steuererhöhungen - unannehmbar für Republikaner - und starke Kürzungen bei staatlichen Förderprogrammen - aus Sicht der Demokraten ein Tabu.

Die Kürzungen werden ein Volumen von rund 85 Milliarden Dollar allein im Haushaltsjahr 2013 haben. Das Wirtschaftswachstum in den USA dürfte so um 0,6 Prozentpunkte gebremst werden, schätzen Ökonomen. US-Präsident Obama warnte am Dienstag in einer Rede eindringlich vor den Folgen, die Ausgabenkürzungen für Wirtschaft und nationale Sicherheit der USA hätten.

An den Rohstoffmärkten gab es nur marginale Veränderungen. Der Goldpreis behauptete sich nur knapp oberhalb der Marke von 1.600 Dollar je Feinunze, unter die er am Freitag gefallen war. Die Feinunze sank um 0,3 Prozent auf 1.604,20 Dollar. Dies war der tiefste Settlementpreis seit sechs Monaten. Der Ölpreis profitierte etwas vom deutschen ZEW-Index, der Hoffnungen auf eine Konjunkturbelebgung weckte. Das Barrel WTI stieg um 0,8 Prozent bzw 0,80 Dollar auf 96,66 Dollar. Brentöl kletterte um 0,1 Prozent bzw 0,14 Dollar auf 117,52 Dollar.

Befürchtungen, dass die US-Notenbank ihre Anleihekäufe einstellen könnte, drückten am Anleihemarkt die Notierungen. Einen Tag vor der Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten Notenbanksitzung stieg die Rendite zehnjähriger Treasurys auf 2,03 Prozent. Am Devisenmarkt legte der Euro nach Veröffentlichung des ZEW-Index zu und kostete im späten US-Handel rund 1,3390 Dollar. Im Handel war allerdings weiter von Zurückhaltung die Rede angesichts der politischen Unsicherheiten in der Eurozone. Insbesondere die Parlamentswahlen in Italien am Wochenende stehen im Blickpunkt. Eine Rückkehr von Silvio Berlusconi auf das politische Parkett käme an den Märkten nicht gut an.

Die Google-Aktie überwand erstmals die Marke von 800 Dollar und markierte bei 807 Dollar ein Rekordhoch. Die Titel gingen nur knapp darunter bei 806,85 Dollar und um 1,8 Prozent höher als am Freitag aus dem Handel. Hintergrund waren Berichte, wonach der Betreiber der gleichnamigen Internetsuchmaschine eigene Ladengeschäfte eröffnen und dort Produkte der Marke Google verkaufen will.

Aktien von Bauunternehmen, die auf die Errichtung von Eigenheimen spezialisiert sind, gerieten unter Druck, nachdem der Hausmarktindex des Branchenverbands NAHB im Februar schlechter als erwartet ausgefallen war. Pulte Homes verloren 1,7 Prozent und Hovnanian Enterprises 3,5 Prozent.

Kursverluste verzeichneten auch die Aktien einiger Krankenversicherer wie Humana und UnitedHealth, die um 6,4 und 1,2 Prozent nachgaben. Im kommenden Jahr sollen die Erstattungen im Rahmen der staatlichen Krankenversicherung gekürzt werden.

 
INDEX           zuletzt  +/- %  absolut 
DJIA          14.035,67   0,39    53,91 
S&P-500        1.530,94   0,73    11,15 
Nasdaq-Comp.   3.213,60   0,68    21,56 
Nasdaq-100     2.782,86   0,66    18,19 
 
Kupon  Fälligkeit    Kurs     Veränderung  Rendite Veränderung 
1/4%     2-year   99 30/32    flat       0,274%    flat 
3/8%     3-Year   99 27/32    dn 1/32    0,425%    +1,1BP 
7/8%     5-year   99 30/32    dn 3/32    0,886%    +2,1BP 
1 3/8%   7-Year   99 27/32    dn 5/32    1,396%    +2,6BP 
2%      10-year   99 23/32    dn 6/32    2,030%    +2,3BP 
3 1/8%   30-year  98 11/32    dn 18/32   3,211%    +3,1BP 
 
DEVISEN   zuletzt  '+/- %  Di, 8.45 Uhr  Mo, 18.05 Uhr 
EUR/USD    1,3391   0,34%        1,3345         1,3354 
EUR/JPY  125,3021   0,43%      124,7702       125,4754 
EUR/CHF    1,2354   0,23%        1,2325         1,2328 
USD/JPY   93,5600   0,07%       93,4920        93,9700 
GBP/USD    1,5430  -0,30%        1,5476         1,5463 
 

Kontakt zum Autor: claudia.nehrbass@dowjones.com

DJG/DJN/cln

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February 19, 2013 16:12 ET (21:12 GMT)

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