25. Mai 2013

MÄRKTE EUROPA/US-Notenbank hält Aktienmärkte in Schach

FRANKFURT--An den europäischen Börsen hat vor dem Ende der US-Notenbanksitzung ein ruhiges Geschäft geherrscht. "Diese Muster ist häufig vor wichtigen Terminen zu beobachten", meinten Händler. Erwartet wird, dass die Federal Reserve zumindest die auslaufende "Operation Twist" verlängert, also den Ankauf von Langläufern bei einem gleichzeitigen Verkauf von kurzlaufenden US-Staatsanleihen. Einzelne Erwartungen gingen auch darüber hinaus und hofften auf weiter gehende geldpolitische Lockerung. Das Ergebnis wurde erst nach Handelsschluss in Europa veröffentlicht.

Es gab allerdings auch mahnende Stimmen, dass die US-Notenbank zunächst abwarten könnte. Damit würde eine gewisse Enttäuschung an den Börsen ausgelöst. "Wir glauben, dass die Fed erst noch mehr Daten abwartet, bevor sie ihre Haltung bei den außergewöhnlichen Maßnahmen (der Geldpolitik) ändert", sagte David Keeble von der Crédit Agricole. Denn die zuletzt schwächelnde US-Konjunktur sei zum Teil extremen Wettereinflüssen und den Problemen in Europa geschuldet. Der DAX stieg um 0,5 Prozent auf 6.392 Punkte, der Euro-Stoxxx-50 legte um 0,4 Prozent auf 2.207 Stellen zu.

Für die Commerzbank erhöhten sich die Erwartungen an die Fed-Sitzung deutlich, nachdem US-Präsident Barack Obama auf dem G-20-Treffen in Mexiko darauf hingewiesen hatte, dass die US-Regierung stärker gegen die wirtschaftliche Schwäche im eigenen Land vorgehen will. Eine solche Politik der US-Notenbank würde den Dollar belasten, der Euro im Gegenzug steigen. Auf ein solches Szenario wurde am Devisenhandel gesetzt, der Euro legte zum Dollar auf 1,27 USD zu.

H&M überrascht mit guten Zahlen

Erfreut zeigte sich Analyst Nicolaj Jeppesen von der Sydbank über die Zweitquartalszahlen der schwedischen Modekette Hennes & Mauritz: "Vergangene Woche waren die Verkaufszahlen eine positive Überraschung, nun gibt es bei der Bruttomarge eine positive Überraschung." Die Befürchtung, dass H&M nach schwachen Verkäufen im April die Preise senken würde, um die Lager zu räumen, hätten sich nicht bewahrheitet. Die Aktie gewann 4,8 Prozent.

Stahlwerte erholen sich trotz trüber Aussichten

Deutliche Gewinne verbuchten auch die Stahlwerte. Sie trotzten damit den schwachen Aussichten für den Sektor. Die Abkühlung der Weltwirtschaft sorgt für fallende Preise und Nachfrage. Die Führungsspitzen der Stahlkocher sehen sich deshalb gezwungen, auf die Kostenbremse zu treten und Verlust bringende Werke zu schließen. Allerdings ist in den Aktien auch schon viel eingepreist. So stiegen ArcelorMittal um 2,5 Prozent, während ThyssenKrupp sogar um 3,5 Prozent anzogen, nachdem die Analysten der LBBW den Titel auf "Kaufen" heraufgestuft hatten.

Konsumwerte unter Druck

Kursverluste verbuchten dagegen die Titel europäischer Konsumgüterhersteller. Das US-Unternehmen Procter & Gamble hatte seine Prognosen zurückgenommen. Ungünstige Wechselkurse und hohe Rohstoffkosten machen dem Hersteller von Bounty-Küchenrollen, Pampers und Gilette-Rasierern zu schaffen. Der Konzern hat seit Januar bereits zweimal seine Jahresprognose gesenkt. Beiersdorf, Henkel, LVMH und L'Oreal gehörten daher zu den Verlierern. "Die negativen Folgen der Schuldenkrise auf die Konsumneigung der Verbraucher geraten immer mehr in den Fokus", sagte ein Händler.

Europäische Schlussstände von Mittwoch, den 20. Juni 2012:

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             Index          Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
                               stand      absolut         in %          seit 
                                                                Jahresbeginn 
Europa       Euro-Stoxx-50   2207,49         9,48        +0,4%          -4,7 
             Stoxx-50        2364,61         6,49        +0,3%          -0,2 
             Stoxx-600        249,67         1,40        +0,6%           2,1 
Frankfurt    XETRA-DAX       6392,13        28,77        +0,5%           8,4 
London       FTSE-100        5622,29        35,98        +0,6%           1,0 
Paris        CAC-40          3126,52         8,60        +0,3%          -1,1 
Amsterdam    AEX              302,95         1,14        +0,4%          -3,0 
Athen        ATHEX-20         227,01        -3,10        -1,3%         -14,3 
Brüssel      BEL-20          2152,35         2,38        +0,1%           3,3 
Budapest     BUX            17791,23       -14,52        -0,1%           4,8 
Helsinki     OMXH-25         1884,62        19,44        +1,0%          -3,0 
Istanbul     NAT30          71827,47       310,97        +0,4%          16,4 
Kopenhagen   OMXC-20          440,85         0,96        +0,2%          13,1 
Lissabon     PSI 20          4615,36        62,77        +1,4%         -14,9 
Madrid       IBEX-35         6693,90       102,20        +1,5%         -20,7 
Mailand      FTSE-MIB       13732,16       286,70        +2,1%          -9,0 
Moskau       RTS             1341,19        -6,89        -0,5%          -2,9 
Oslo         OBX              368,51         3,37        +0,9%           3,1 
Prag         PX               896,70        -3,40        -0,4%          -1,6 
Stockholm    OMXS-30         1014,99        14,80        +1,5%           2,8 
Warschau     WIG-20          2260,76       -10,18        -0,4%           5,4 
Wien         ATX             1976,10        11,08        +0,6%           4,5 
Zürich       SMI             6017,91       -16,22        -0,3%           1,4 
 
DEVISEN   zuletzt  '+/- %  Mi, 7.53 Uhr  Di, 17.30 Uhr 
EUR/USD    1,2662  -0,16%        1,2682         1,2696 
EUR/JPY  100,5631   0,52%      100,0403       100,2977 
EUR/CHF    1,2008  -0,01%        1,2010         1,2005 
USD/JPY   79,4490   0,71%       78,8870        79,0170 
GBP/USD    1,5688  -0,27%        1,5730         1,5732 
=== 
Kontakt zum Autor: michael.fuchs@dowjones.com 
DJG/mif/flf 

(END) Dow Jones Newswires

June 20, 2012 12:45 ET (16:45 GMT)

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