19. Mai 2013

MÄRKTE EUROPA/Griechenland weiter auf der Kippe gesehen

Von Manuel Priego-Thimmel

Wieder einmal geht es in Griechenland ums Ganze. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble geht nicht davon aus, dass auf dem EU-Finanzministertreffen in

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Brüssel am Montag die dringend benötigte nächste Hilfstranche über 31,5 Milliarden Euro freigegeben wird, unter anderem weil der endgültige Prüfbericht der Troika noch nicht vorliegt. Griechenland muss diese Woche aber fällige Kredite über 5 Milliarden Euro zurückzahlen. Immerhin hat das Parlament in Athen in der Nacht ein Hindernis aus dem Weg geräumt, indem es dem Sparhaushalt mit solider Mehrheit zugestimmt hat. Für Verunsicherung unter den Anlegern sorgt auch die zum Jahresende drohende Fiskalklippe in den USA.

Zur Handelseröffnung zeichnen sich an Europas Börsen wenig veränderte Notierungen ab. Als etwas stützend erweisen sich bessere Exportzahlen aus China. Die Exporte sind im Oktober nun bereits zum zweiten Mal in Folge gestiegen, wenn auch der Auftragseingang weiter schwach ist. Der DAX wird zur Eröffnung bei 7.166 Punkten erwartet nach einem Schluss von 7.163. Der Euro-Stoxx-50 wird derzeit unverändert bei 2.480 indiziert.

Unmittelbar bleibt Griechenland aber das Hauptthema an den Märkten. Das Land muss diese Woche fällige Kredite über 5 Milliarden Euro zurückzahlen. Vergangenen Freitag hatte die Finanzagentur des Landes mitgeteilt, die kurzfristige Schuldenaufnahme hochzufahren und die Auktion vier- und 13-wöchiger Schuldverschreibungen im Volumen von 3,125 Milliarden Euro angekündigt.

Wenn die EZB mitspielt, könnten diese als Sicherheit für das Notfallliquiditätsprogramm ELA der Zentralbank verwendet werden. Damit könnte Griechenland einen unmittelbaren Zahlungsausfall abwenden. Das ändert aber nichts an den übergeordneten Problemen. "Egal, wie man es dreht und wendet. Griechenland braucht mehr Geld", sagt Michala Marcussen, Chefvolkswirtin der Societe Generale.

Der Euro präsentiert sich am Montag im frühen Geschäft wenig verändert zum Dollar um das Niveau von 1,2730. Die Ergebnisse des EU-Finanzministertreffens könnten aber für größere Bewegungen sorgen. Nach Einschätzung von Marcussen ist eine tragfähige Lösung für Griechenland nicht in Sicht, und sei unwahrscheinlich vor der Bundestagswahl 2013. Das Land benötige einen signifikanten Schuldenerlass und eine Art Marshall-Plan.

Für Unsicherheit sorgt auch die Fiskalklippe sowie die Gefahr weiterer Rating-Herunterstufungen in den USA. In der laufenden Woche wird sich der wiedergewählte Präsident Obama mit Vertretern von Demokraten und Republikanern zu Beratungen treffen. Die meisten Beobachter rechnen mit einer Einigung - möglicherweise aber erst in letzter Minute. Ohne Einigung würden die USA wieder in die Rezession zurückfallen.

Freundlich könnten die Aktien von Deutsche Wohnen auf gute Quartalszahlen reagieren. Zudem hat das Unternehmen seinen Ausblick angehoben. Die Aktie wird vorbörslich 2,7 Prozent höher gestellt.

Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@dowjones.com

DJG/mpt/gos

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November 12, 2012 02:11 ET (07:11 GMT)



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