25. Mai 2013

MÄRKTE EUROPA/Fiskalklippe und Euro-Schuldenkrise bremsen

Von Herbert Rude

Die drohende Fiskalklippe in den USA und die Euro-Schuldenkrise sind auch am Mittwoch die dominierenden Themen an den europäischen Finanzmärkten. "Der Risikoappetit wird von der Fiskalklippe in den USA und dem schwachen Wachstum der Weltwirtschaft im Zaum gehalten", betont Marktexperte Anthony Lam vom Credit Agricole. Einzelne positive Impulse von der Berichtssaison der Unternehmen reichen in diesem Umfeld nicht aus, um bei den Akteuren Kaufstimmung auf breiter Front aufkommen zu lassen. Der DAX liegt knapp behauptet bei 7.163 Punkten, der Euro-Stoxx-50 gibt um 0,1 Prozent nach auf 2.490 Zähler.

In den USA waren die Kurse im späten Geschäft wegen der Sorgen um die Fiskalklippe noch einmal etwas unter Druck gekommen. Das lastet auch in Europa auf der Stimmung. Zwar laufen Sondierungsgespräche zur Lösung des US-Haushaltsstreits, mit ersten ernsthaften Verhandlungen rechnen Marktteilnehmer aber erst für Freitag. Die angekündigten Generalstreiks in Portugal und Spanien aus Protest gegen die Sparzwänge trüben die Laune der Händler ebenfalls.

Im Fokus steht daneben vor allem der schwelende Streit unter den Geldgebern Griechenlands. Derzeit scheint unsicher, ob sich der Internationale Währungsfonds (IWF) an weiteren Finanzhilfen für Griechenland beteiligen wird, wenn die Euro-Zone keinem weiteren Schuldenschnitt zustimmt. Für etwas Aufatmen sorgt dagegen, dass sich Griechenland am Dienstag gut 4 Milliarden Euro am Markt besorgen konnte und damit die Gefahr einer schnellen Insolvenz nachgelassen hat. Auch dass Bundesfinanzminister Schäuble angeregt hat, Griechenland in einem Schub direkt mit drei Kredittranchen im Volumen von 44 Milliarden Euro zu helfen, sorgt für etwas Entspannung.

Am Devisenmarkt schlägt sich das in einem leicht anziehenden Euro nieder, der mit 1,2731 Dollar auf seinem Tageshoch liegt. Am Anleihemarkt geben die Renditen von Schuldtiteln der Krisenländer etwas nach, während deutsche Anleiherenditen steigen.

Impulse könnten am Nachmittag von Daten zum US-Einzelhandel ausgehen. "Es ist durchaus denkbar, dass wir eine positive Überraschung erleben, da die Verbraucher in den letzten Monaten wieder besserer Stimmung waren", meint Dirk Gojny, Analyst der Essener National-Bank. Am Abend wird das Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank veröffentlicht, das möglicherweise Hinweise über den weiteren geldpolitischen Kurs liefern wird.

Kurse von RWE und Infineon legen nach Zahlenausweisen zu

Nach anfänglichen Gewinnen verliert die RWE-Aktie 0,1 Prozent. Die am Morgen berichteten Zahlen zum dritten Quartal liegen im Rahmen der Erwartungen oder etwas darüber, den Ausblick für dieses Jahr hat RWE leicht angehoben. Allerdings hat RWE anders als E.ON keinen Ausblick auf das kommende Jahr veröffentlicht. Ein gesenkter Ausblick hatte am Dienstag einen Kurssturz bei E.ON ausgelöst. Im Sog war auch die RWE-Aktie zunächst stärker unter Druck geraten, hatte im Tagesverlauf ihr Minus aber eingrenzen können.

Von gemischten Zahlen sprechen Marktteilnehmer bei Infineon. Der Jahresüberschuss hat im vierten Geschäftsquartal die Erwartungen geschlagen. Mit Blick auf das neue Geschäftsjahr ist Infineon zwar vorsichtig und rechnet mit sinkenden Umsätzen, darauf war der Markt aber bereits vorbereitet. Der Kurs steigt um 4,1 Prozent, womit die Aktie die Gewinnerliste im DAX klar anführt.

In der zweiten Reihe des deutschen Aktienmarkts stehen Deutsche Euroshop im Blick. Das Unternehmen begibt eine Wandelanleihe sowie neue Aktien und will so ein neues Einkaufszentrum finanzieren. Händler rechnen mit einer guten Nachfrage zumindest nach der Wandelanleihe. Das Kursminus bei der Aktie fällt weniger stark aus als die Gewinnverwässerung aus der Kapitalmaßnahme. Der Kurs verliert 2,6 Prozent.

Die Aktien von Sky gewinnen nach ihrem Zwischenbericht gut 5 Prozent. Gestützt wird die Stimmung von steigenden Abonnentenzahlen. Der Kurs von Bilfinger legt um 4,4 Prozent auf 76,56 Euro zu, nachdem der Baukonzern den Ausblick bekräftigt hat. Damit ist die Aktie nicht mehr weit vom Jahreshoch bei 77,40 Euro entfernt. "Gut sind vor allem die prall gefüllten Orderbücher angekommen", sagt ein Händler.

Positiv bewerten Händler auch den Zwischenbericht von Vivendi. Der französische Medienkonzern hat den Gewinnausblick nach oben genommen. Der Kurs steigt um knapp 5 Prozent.

 
DEVISEN   zuletzt  +/- %  0.00 Uhr   Di, 18.05 Uhr 
EUR/USD    1,2729  +0,2%    1,2702         1,2719 
EUR/JPY  101,7876  +0,9%  100,8863       101,0093 
EUR/CHF    1,2039  +0,0%    1,2036         1,2044 
USD/JPY   79,9710  +0,7%   79,4250        79,4255 
GBP/USD    1,5885  +0,1%    1,5871         1,5885 
DJG/hru/gos 

(END) Dow Jones Newswires

November 14, 2012 04:12 ET (09:12 GMT)

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