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MÄRKTE EUROPA/Einigung in Brüssel kein Kurstreiber für die Börse
Von Thomas Leppert
Die Euphorie vom Januar ist verflogen. Die Stimmung an den Börsen hat sich deutlich eingetrübt. Die Berichtssaison liefert nicht die Argumente, um sich stärker am Aktienmarkt zu engagieren. Die Anleger halten vielmehr ihr Pulver trocken und schauen von der Seitenlinie zu. Dass zeigen auch die Sentimentdaten, die einen Zulauf im Lager der neutral eingestellten Marktteilnehmer aufzeigen. Während in Düsseldorf die Jecken die Nacht zum Tag machen, haben auch die EU-Politiker in Brüssel eine Nachtsitzung eingelegt.
Der EU-Gipfel hat sich nach Angaben aus Verhandlungskreisen im Grundsatz auf einen Deckel von 960 Milliarden Euro für den Gemeinschaftshaushalt der kommenden sieben Jahre geeinigt. Es gebe nur noch keinen formellen Beschluss, sagte ein EU-Diplomat der Nachrichtenagentur dapd in Brüssel. Auch auf eine Obergrenze für die tatsächlichen Auszahlungen habe man sich geeinigt, diese solle bei 908 Milliarden Euro liegen. Damit würde erstmals in der Geschichte der EU das Mehrjahresbudget deutlich gegenüber der vorangegangenen Periode eingedampft: Bis 2020 dürften so 32 Milliarden Euro weniger für die Begleichung von Rechnungen ausgegeben werden als in den Jahren 2007 bis 2013.
Erste Indikationen sehen den Euro-Stoxx-50 bei 2.608 Punkten und damit 10 Punkte fester zum Vortagesschluss. Auch der DAX wird zur Eröffnung 0,3 Prozent fester erwartet. Nach dem deutlichen Abschlag im Euro in Folge der Aussagen von EZB-Präsidenten Draghi am Donnerstag notiert die Gemeinschaftswährung um das Niveau von 1,34 Dollar seitwärts.
Positive Wirtschaftsdaten kommen aus dem Reich der Mitte. In China hat der Handelsbilanz-Überschuss im Januar mit 29,2 Milliarden Dollar die Konsensschätzung von 26,6 Milliarden Dollar um rund zehn Prozent übertroffen, woraufhin der Schanghai Composite Index um 0,6 Prozent zulegt. "Die Sorgen um eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft, die viele Analysten hatten, scheinen abzuebben", sagt Evan Lucas, Stratege von IG Markets.
Von einem düsteren Ausblick sprechen Händler mit Blick auf MAN. "MAN macht sich hässlich, damit VW der MAN-Aktienkurs für die Komplettübernahme und den Squeeze-Out nicht nach oben davonläuft", erklärt der Händler. Viele Analysten rechneten im laufenden Jahr mit steigenden Umsätzen, einem ebenfalls steigenden operativen Gewinn und steigenden Margen. MAN jedoch prognostiziert für 2013 einen leichten Umsatzrückgang sowie ein überproportional fallendes operatives Ergebnis. "Das dürfte ausreichen, um den MAN-Kurs unten zu halten", ist sich der Händler sicher. Die MAN-Aktie fällt um 0,8 Prozent zurück.
Der französische Autobauer Peugeot-Citroën muss wegen der schwachen Geschäfte in Europa 4,13 Milliarden Euro abschreiben, größtenteils in seiner Autosparte. Dies liege im Rahmen der Schätzungen, sagt ein Händler: "Die Prognosen von Analysten reichten von dreieinhalb bis fünf Milliarden Euro." Nicht auszuschließen sei, dass die Aktie steigt, weil etliche Marktakteure mit noch höheren Abschreibungen gerechnet haben dürften. Peugeot gehe es unter allen Automobilherstellern weltweit am schlechtesten, das belegten die Abschreibungen. Negativ sei die Tatsache, dass Peugeot die Wertberichtigungen nicht aufgeschlüsselt habe. "Das verschlechtert die Transparenz, und das bei einem derart angeschlagenen Unternehmen", sagt ein Händler.
"Es ist das erwartete Rekordjahr geworden", sagt ein Händler mit Blick auf die Ergebnisse von Hugo Boss. Der Umsatz habe im vierten Quartal die Konsensprognose um sieben Prozent übertroffen und das bereinigte EBITDA die Konsensschätzung um sechs Prozent. "Die Aktie ist nach der Konsolidierung Ende vergangenen Jahres nochmals stark gestiegen. Hier drohen Gewinnmitnahmen nach dem Motto 'Sell on good News'", sagt der Händler. Als Argument für Verkäufe könne der Nettogewinn herhalten, der leicht unter der Konsensschätzung liege. Seit zwei Wochen konsolidiere die Aktie unter 89 Euro, nachdem sie seit Ende September um ein Drittel gestiegen sei. Die Titel von Hugo Boss legen um 0,4 Prozent zu.
In der zweiten Reihe am deutschen Aktienmarkt profitiert die Aktie der Software AG von dem angekündigten Aktienrückkaufprogramm. Die Titel klettern um über vier Prozent.
=== DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Do, 17.50 Uhr EUR/USD 1,3387 -0,1% 1,3394 1,3389 EUR/JPY 124,5900 -0,7% 125,5259 124,9001 EUR/CHF 1,2286 -0,2% 1,2306 1,2283 USD/JPY 93,0550 -0,7% 93,7205 93,2880 GBP/USD 1,5718 +0,0% 1,5716 1,5688 ===
Kontakt zum Autor: thomas.leppert@dowjones.com
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(END) Dow Jones Newswires
February 08, 2013 02:26 ET (07:26 GMT)
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