24. Mai 2013

MÄRKTE EUROPA/E.ON-Aktie im freien Fall

-Von Herbert Rude

Der Kurs des Energieversorgers E.ON bricht im frühen Aktienhandel am Dienstag um über 9 Prozent auf 15,20 Euro ein. Hinter dem Kursrutsch steht, dass das Unternehmen seinen Ausblick kassiert und angekündigt hat, dass die Dividende 2013 sinken wird. Die Prognosesenkung drückt den Kurs und zieht auch die Aktie des großen Konkurrenten RWE um fast 4 Prozent nach unten. Die Einbußen bei den beiden deutschen Indexschwergewichten spiegeln sich auch im DAX wider, der um 0,7 Prozent nachgibt auf 7.116 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 gibt um 0,8 Prozent nach auf 2.454 Zähler.

"Der Kurs könnte das Jahrestief wiedersehen", meint ein Händler. Im Juni war die E.ON-Aktie auf 14,05 Euro gefallen. Die Analysten von HSBC haben E.ON bereits auf "Underweight" von "Neutral" heruntergenommen. Das Haus rechnet mit einer Dividendensenkung auf 0,90 Euro. Für 2012 wird E.ON voraussichtlich 1,10 Euro Euro je Aktie ausschütten, für 2011 war es ein Euro je Aktie gewesen. .

Besonders negativ wird aufgenommen, dass E.ON das Ziel eines operativen Gewinns von 11,6 bis 12,3 Milliarden Euro im kommenden Jahr aufgegeben hat. Das Geschäft in Südeuropa leidet unter der Eurokrise, und in Deutschland sind die teuren Gaskraftwerke wegen des hohen Angebots an Solarstrom zeitweise nicht ausgelastet. Für 2012 bestätigte der Energieriese den Ausblick dagegen, nachdem die Zahlen für das dritte Quartal gut ausgefallen sind. "Sie senken zwar Ausblick und Dividende, bringen aber gleichzeitig etwas bessere Zahlen, um das ganze schön einzubetten", sagt ein Händler.

Griechenland lastet auf der Stimmung

Europaweit sorgt die Unsicherheit um Griechenland für Kaufzurückhaltung bzw. dafür, dass die Anleger auf sichere Häfen wie den Dollar und deutsche Anleihen setzen. Griechenland bekommt von seinen europäischen Geldgebern zwei Jahre mehr Zeit zum Schuldenabbau, doch ist noch nicht klar, wie das finanziert wird. "Da sind viele Fragen offen", meint Heino Ruland von Ruland Research. Die zusätzlichen Kosten liegen nach ersten Berechnungen bei 32,6 Milliarden Euro.

Am Devisenmarkt fällt der Euro auf den tiefsten Stand seit Anfang September. Ein Grund für die schlechte Stimmung ist, dass auch die deutsche Wirtschaft zunehmend unter der Schuldenkrise leidet. Am Anleihemarkt steigen die Kurse deutscher Schuldtitel, die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sinkt leicht auf 1,32 Prozent. Dagegen legen die Renditen von Papieren aus den Euro-Krisenländern etwas zu.

Die Hoffnung liegt kurzfristig nun auf dem deutschen ZEW-Konjunkturindikator. Er wird am Vormittag veröffentlicht. Die Commerzbank setzt darauf, dass sich der ZEW kräftig verbessert hat und die bessere Stimmung der Finanzanalysten später auf die Unternehmen übergreift. Damit würde "der aus unserer Sicht derzeit entscheidende Hemmschuh für die deutsche Wirtschaft wegfallen", meint Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen.

Am deutschen Aktienmarkt ist nach E.ON die K+S-Aktie der größte Verlierer mit einem Minus von rund 5 Prozent. K+S hat den Ausblick an den unteren Rand der bisherigen Prognosen zurückgenommen. Grund ist ein schwächeres Geschäft mit Kali-Dünger. Die Analysten von Quandt Research haben ihre Kaufempfehlung zurückgezogen und die Aktien auf "Neutral" gesenkt.

Auch in der zweiten Reihe läuft die Berichtssaison zum dritten Quartal weiter auf Hochtouren. Nach vergleichsweise guten Zahlen gewinnen die Aktien von Hamburger Hafen 3,4 Prozent. Im TecDAX steigt der Kurs von Nordex um 5 Prozent. Zwar hat sich das Unternehmen negativ zur Profitabilität im kommenden Quartal geäußert, beim Umsatz peilt Nordex aber weiter eine Bandbreite von 1 bis 1,1 Milliarden Euro an.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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November 13, 2012 03:56 ET (08:56 GMT)

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