24. Mai 2013

MÄRKTE EUROPA/Die Börsenstimmung wird düsterer

Von Benjamin Krieger 
 

Die Konjunkturschwäche in Europa, eine wieder drohende Staatspleite Griechenlands und das "Fiscal Cliff" in den USA sprechen am Freitagmorgen gegen eine Erholung an Europas Börsen. Nach zwei schwachen Tagen dürften die Aktienkurse zum Start bestenfalls leicht zulegen. "Wir gehen davon aus, dass sich das Sentiment in Europa wieder verschlechtert", sagt Jan Bottermann von der Essener National-Bank. Der DAX wird vorbörslich 0,3 Prozent fester berechnet mit 7.224 Punkten. Der Euro-SToxx-50 wird unverändert mit 2.479 Punkten indiziert.

Am Vormittag geben Daten zur Industrieproduktion in Frankreich und Italien neuen Aufschluss über die Konjunkturschwäche in der Eurozone. In Frankreich dürfte die Produktion im September um 1,5 Prozent zurückgegangen sein und in Italien um zwei Prozent. Sollte der Rückgang noch stärker sein, könnten die Börsen die Verluste der beiden vergangenen Tage noch ausweiten.

Der Euro kann sich vor diesen Zahlen zum US-Dollar etwas erholen. Nachdem er am Donnerstag nur knapp den Fall unter 1,27 Dollar auf ein Zweimonatstief vermieden hat, handelt die Gemeinschaftswährung mit 1,2780 Dollar. "Das gestrige Tief von 1,2720 Dollar könnte heute wieder getestet werden, wenn die französische Industrieproduktion enttäuscht", sagt Stephen Gallo von der Credit Agricole.

Profiteure der jüngsten Risikoscheu von Investoren - Konjunkturschwäche, Griechenlandpleite, US-Staatsverschuldung - sind die als sicher geltenden Staatsanleihen. Der Bund-Future, ein Terminkontrakt auf Bundesanleihen, ist am Vortag auf den höchsten Stand seit Mitte Juli gestiegen. Steigende Anleihekurse bedeuten sinkende Renditen. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren nur noch mit 1,36 Prozent und dürften weiter nachgeben: "Die deutschen Zinssätze zehnjähriger Laufzeit werden heute wohl die Marke von 1,30 anpeilen", prognostiziert Jan Bottermann von der Essener National-Bank.

Auf Unternehmensseite hat die Allianz den Gewinn aus der Verwaltung der Anlagen im dritten Quartal um mehr als 40 Prozent gesteigert. Insgesamt verwalten die Münchener mittlerweile 1,8 Billionen Euro. Die Aktie des Versicherers ist jüngst mehrfach am Sprung über die 100-Euro-Marke gescheitert. Vorbörsliche Indikationen sehen den Kurs leicht im Plus.

Der Automobilzulieferer und Rüstungskonzern Rheinmetall hat am Morgen vor schwächeren Umsätzen und Gewinnen gewarnt. Gerüchte um eine Gewinnwarnung kursierten in den vergangenen Tagen bereits am Markt. Händler rechnen dennoch mit Kursverlusten. Bei Lang & Schwarz wird der Titel vorbörslich 1,8 Prozent schwächer getaxt.

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DEVISEN   zuletzt  +/- %  0.00 Uhr  Do, 17.47 Uhr 
EUR/USD    1,2763  +0,1%    1,2744         1,2745 
EUR/JPY  101,4824  +0,2%  101,2829       101,6191 
EUR/CHF    1,2057  -0,0%    1,2058         1,2057 
USD/JPY   79,5200  +0,0%   79,4865        79,7400 
GBP/USD    1,5995  +0,1%    1,5980         1,5983 
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Kontakt zum Autor: benjamin.krieger@dowjones.com 
DJG/bek/flf 

(END) Dow Jones Newswires

November 09, 2012 02:06 ET (07:06 GMT)

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