21. Mai 2013

MÄRKTE EUROPA/Die Börsenrally geht weiter

Von MANUEL PRIEGO-THIMMEL

FRANKFURT--Auch am Dienstag gab es an Europas Börsen kein Halten. Die Anleger hoffen weiter auf entscheidende Stützungsmaßnahmen der EZB in der Peripherie der Eurozone und eine neue geldpolitische Lockerungsrunde in den USA durch die Federal Reserve. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 1,7 Prozent auf 2.440 Punkte, für den DAX ging es 0,7 Prozent auf 6.968 Stellen nach oben. Auch wieder steigende Renditen am spanischen Anleihemarkt konnten der Börsenrally nichts anhaben.

Die Rendite spanischer Benchmarkanleihen mit zehnjähriger Laufzeit kletterten nach einem volatilen Verlauf um 13 Basispunkte (Bp) auf 6,78 Prozent. Auch in den kürzeren Laufzeiten ging es mit den Renditen nach oben. Im Handel zeigte man sich allerdings entspannt und sprach lediglich von Gewinnmitnahmen nach der Kursrally an den Anleihemärkten der Peripherie in den vergangenen Tagen. Die Entwicklung des Euro scheint dieser Sichtweise recht zu geben. Die Einheitswährung liegt wieder klar über der Marke von 1,24 zum Dollar.

Schwächere Konjunkturdaten aus Italien und Deutschland drückten die Stimmung nicht. Die italienische Wirtschaftsleistung sank im zweiten Quartal um 0,7 Prozent zum Vorquartal. Damit ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des drittgrößten Landes der Eurozone im vierten Quartal in Folge zurückgegangen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sank es um 2,5 Prozent. Volkswirte hatten nur einen Rückgang im Quartalsvergleich um 0,7 Prozent und ein Minus auf Jahressicht von 2,4 Prozent erwartet.

Auch die italienische Industrieproduktion schrumpfte um 1,4 Prozent, Ökonomen hatten nur ein Minus von 1,2 Prozent erwartet. Der Mailänder MIB-Index ging trotzdem 2,2 Prozent fester aus dem Handel. In Deutschland fiel der Auftragseingang der Industrie im Juni stärker als erwartet. Er ging um 1,7 Prozent statt um erwartete 1,0 Prozent zurück. Die Bestellungen gingen sowohl im Inland als auch im Ausland gleichermaßen zurück.

Die Societe Generale warnt indes vor zu viel Euphorie. Es sei noch zu früh zu beurteilen, ob es sich bei den jetzt abzeichnenden Initiativen der Politik und der EZB wirklich um einen "Gamechanger" in der Schuldenkrise handele, oder ob - einmal mehr - nur Zeit erkauft werde, gibt Kreditstratege Suki Mann zu bedenken. Der Schmerz in Form niedrigen Wachstums und Sparprogrammen sei noch nicht ausgestanden. Und Spanien steuere noch immer auf einen Bailout zu.

Suki Mann rät daher weiter zur Zurückhaltung, bis mehr Klarheit bestehe. Das gelte vor allem bei Engagements in der Peripherie. Die Märkte stiegen vor allem, da ein "Meer aus Liquidität" verzweifelt nach Anlagemöglichkeiten suche.

Die neuesten Unternehmenszahlen fielen unterdessen überwiegend gut aus. Aus dem DAX legte E.ON überraschend erste Eckdaten vor, die deutlich über Erwarten liegen. Die Aktien honorierten dies mit einem Plus von 2 Prozent auf 17,96 Euro. Munich Re legten nach ordentlich ausgefallenen Zahlen um 0,5 Prozent auf 118,20 Euro zu. ThyssenKrupp profitierten von der erneuten Kaufbereitschaft in konjunkturzyklischen Aktien und stiegen um 2,7 Prozent auf 15,84 Euro.

Der Roboter-Bauer Kuka im MDAX erhöhte seine Prognose, die Aktie legt daraufhin um 2,9 Prozent auf 19,65 Euro zu. Beim Chemieunternehmen Lanxess scheint sich das Wachstum dagegen abzuschwächen. Die Aktie fiel um 1,4 Prozent auf 60,01 Euro.

An der Londoner Börse kamen die Aktien des britischen Versicherers Standard Chartered unter die Räder. Nach dem späten Kursrutsch am Montag von 7 Prozent brachen sie um weitere 16,4 Prozent ein. Die US-Behörden drohen dem Versicherer mit dem Entzug der Banklizenz in den USA. Hintergrund sind angebliche illegale Transaktionen im Iran im Umfang von 250 Milliarden Dollar. Damit soll Standard Chartered über fast eine Dekade hinweg die Sanktionen gegen den Iran gebrochen haben.

Europäische Schlussbörsen vom Dienstag, 7. August 
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.            Index          Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
.                              stand      absolut         in %          seit 
.                                                               Jahresbeginn 
Europa       Euro-Stoxx-50   2440,24        40,92        +1,7%           5,3 
.            Stoxx-50        2549,56        18,15        +0,7%           7,6 
.            Stoxx-600        268,80         2,00        +0,7%           9,9 
Frankfurt    XETRA-DAX       6967,95        49,23        +0,7%          18,1 
London       FTSE-100        5841,24        32,47        +0,6%           4,9 
Paris        CAC-40          3453,28        51,72        +1,5%           9,3 
Amsterdam    AEX              334,32         3,92        +1,2%           7,0 
Athen        ATHEX-20         225,83         5,46        +2,5%         -14,8 
Brüssel      BEL-20          2349,96        13,74        +0,6%          12,8 
Budapest     BUX            17770,54      -236,46        -1,3%           4,7 
Helsinki     OMXH-25         2021,49        36,23        +1,8%           4,1 
Istanbul     ISE NAT. 30    79218,89      -897,94        -1,1%          28,4 
Kopenhagen   OMXC-20          488,85         0,55        +0,1%          25,4 
Lissabon     PSI 20          4706,01       129,73        +2,8%         -12,0 
Madrid       IBEX-35         7053,60       157,50        +2,2%         -15,8 
Mailand      FTSE-MIB       14655,64       313,61        +2,2%          -2,9 
Moskau       RTS             1443,88        11,20        +0,8%           4,5 
Oslo         OBX              401,97         4,03        +1,0%          12,4 
Prag         PX               917,90         4,20        +0,5%           0,8 
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Warschau     WIG-20          2266,53         4,56        +0,2%           5,7 
Wien         ATX             2050,50        10,98        +0,5%           8,4 
Zürich       SMI             6457,85        -5,16        -0,1%           8,8 
 
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GBP/USD   1,5655   0,25%        1,5625 
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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@dowjones.com

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August 07, 2012 12:09 ET (16:09 GMT)

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