20. Mai 2013

MÄRKTE EUROPA/Deutliche Kursgewinne an Europas Börsen

Von Thomas Leppert

Kräftige Kursgewinne haben Europas Börsen zum Wochenstart verzeichnet. "Rund um den Globus sehen wir grüne Vorzeichen", so ein Aktienhändler. Die Risikobereitschaft der Investoren ist gestiegen. Davon profitierte auch der Euro, der wieder über die Marke von 1,28 Dollar gesprungen ist. Die guten Nachrichten kommen vor allem aus den USA. Dort steigt der Optimismus hinsichtlich einer baldigen Lösung im Haushaltsstreit. Aber auch guten US-Immobiliendaten zeigten, dass die Erholung des Sektors weiter anhält. Der DAX stieg um 2,5 Prozent auf 7.124 Punkte und eroberte damit eindrucksvoll die 7.000er Marke zurück. Für den Euro-Stoxx-50 ging es sogar um 2,8 Prozent auf 2.495 Punkte nach oben.

Die Börse in Athen stellte den Tagesgewinner und schloss mit einem Plus von 5,5 Prozent. Auf der anderen Seite kamen die Renditen der zehnjährigen griechischen Staatsanleihen deutlicher zurück. Die deutsche Bundesregierung strebt für die Sitzung der Euro-Finanzminister am Dienstag in Brüssel eine gemeinsame Linie zur Griechenland-Hilfe an, lehnt aber einen Schuldenschnitt weiter strikt ab.

Kurstreiber für den Aktienmarkt sind vor allem die Hoffnungen in den USA, dass die Fiskalklippe aus automatisch greifenden Steuererhöhungen und Ausgabensenkungen zum Jahresende vermieden werden kann. So hatten die Republikaner in der Auseinandersetzung um den Staatshaushalt zuletzt etwas versöhnlichere Töne angeschlagen. Der republikanische Mehrheitsführer im US-Repräsentantenhaus, John Boehner, hatte die ersten Verhandlungen als "sehr konstruktiv" bezeichnet. Auch US-Präsident Barack Obama hatte sich am Wochenende zuversichtlich geäußert.

Eine Rally legten die Aktien der Banken hin. Sie wurden dabei von der Entwicklung in den USA gestützt. Eine Hinauszögern der Sanierung des Staatshaushaltes könnte die größte Volkswirtschaft der Welt hart treffen. Der Banken-Index schloss mit einem Plus von 3,6 Prozent. Von einem nicht zu starken Abbremsen der Weltwirtschaft profitierten auch die Automobilhersteller, der Subindex stellte mit einem Plus von 3,7 Prozent den Tagesgewinner.

Gute Nachrichten vom US-Immobilienmarkt lieferten am Nachmittag ein weiteres Kaufargument für die Investoren. Die Nachfrage nach Bestandsimmobilien stieg per Oktober um 2,1 Prozent, während im Vorfeld ein Minus von 1,1 Prozent erwartet worden war. "Die Belastungen im Immobiliensektor lassen weiter nach" so Ulrich Wortberg von Helaba Research.

Gesucht waren zudem die Technologiewerte. Anleger setzen darauf, dass der Tiefstand der globalen Konjunktur bald erreicht sein wird. Halbleiter-Aktien wie ST Microsystems profitierten davon besonders stark und stiegen um knapp 9 Prozent und Infineon um gut 6 Prozent. Die Aktie des finnischen Handy-Herstellers Nokia legte um 9 Prozent zu mit der Hoffnung auf einen Erfolg der neuen Windows-Handys im Weihnachtsgeschäft. Auch die Spekulation, dass Microsoft ein Auge auf Nokia werfen könnte, reißt nicht ab.

Hochtief stand mit Spekulationen über eine mögliche Zerschlagung im Blick. Der verschuldete spanische Mutterkonzern ACS tauscht den Vorstand aus. Dies wird an der Börse als Zeichen gesehen, den Widerstand der deutschen Vorstände gegen Teilverkäufe zu brechen. Für die Mitarbeiter sind dies schlechte, für die Aktienkurse aber gute Nachrichten. Hochtief-Papiere sprangen um 5,1 Prozent auf 37,81 Euro.

In Stockholm stieg die Aktie der Fluggesellschaft SAS um 23 Prozent. Die angeschlagene Airline hat sich mit einem Teil ihrer Mitarbeiter über die geplanten Einsparungen geeinigt. Die Gewerkschaft der Flugbegleiter akzeptierte "deutliche Änderungen" der Arbeitsbedingungen.

Viel Zeit für weitere Kurserholungen bleibt dem Aktienmarkt diese Woche allerdings nicht. Mit dem US-Feiertag "Thanksgiving" am Donnerstag und dem wichtigsten Termin für private Einkäufe des Jahres, dem "Black Friday", rückt die Konsumfreudigkeit der US-Verbraucher in den Blick. In den USA wird der Termin traditionell als Start in die Weihnachtssaison gesehen.

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Europäische Schlussindizes am Montag, 19. November: 
 
.            Index          Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
.                              stand      absolut         in %          seit 
.                                                               Jahresbeginn 
Europa       Euro-Stoxx-50   2495,21        67,89        +2,8%           7,7 
.            Stoxx-50        2502,31        55,53        +2,3%           5,6 
.            Stoxx-600        268,58         5,72        +2,2%           9,8 
Frankfurt    XETRA-DAX       7123,84       173,31        +2,5%          20,8 
London       FTSE-100        5737,66       132,07        +2,4%           3,0 
Paris        CAC-40          3439,58        98,06        +2,9%           8,9 
Amsterdam    AEX              324,74         4,90        +1,5%           3,9 
Athen        ATHEX-20         294,57        15,46        +5,5%          11,2 
Brüssel      BEL-20          2354,54        53,86        +2,3%          13,0 
Budapest     BUX            18339,35       -77,01        -0,4%           8,0 
Helsinki     OMXH-25         2066,11        66,34        +3,3%           6,4 
Istanbul     ISE NAT. 30    87887,97      -173,13        -0,2%          42,5 
Kopenhagen   OMXC-20          478,52         2,82        +0,6%          22,7 
Lissabon     PSI 20          5137,90       108,90        +2,1%          -4,5 
Madrid       IBEX-35         7588,20       175,60        +2,3%          -9,4 
Mailand      FTSE-MIB       15308,96       453,17        +3,1%           1,5 
Moskau       RTS             1397,15        26,49        +1,9%           1,1 
Oslo         OBX              409,55         9,50        +2,4%          14,5 
Prag         PX               974,50         4,30        +0,4%           7,0 
Stockholm    OMXS-30         1051,36        24,32        +2,4%           6,4 
Warschau     WIG-20          2404,36        36,62        +1,5%          12,1 
Wien         ATX             2195,41        38,40        +1,8%          16,1 
Zürich       SMI             6638,89       130,23        +2,0%          11,8 
 
 
DEVISEN   zuletzt  '+/- %  Mo., 8.26 Uhr  Fr, 17.42 Uhr 
EUR/USD    1,2804   0,31%         1,2764         1,2704 
EUR/JPY  104,0060   0,26%       103,7362       103,2536 
EUR/CHF    1,2042  -0,10%         1,2054         1,2044 
USD/JPY   81,2300  -0,04%        81,2650        81,2580 
GBP/USD    1,5908  -0,01%         1,5910         1,5851 
=== 

Kontakt zum Autor: thomas.leppert@dowjones.com

 
DJG/thl/ros 
 

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November 19, 2012 12:38 ET (17:38 GMT)

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