24. Mai 2013

MÄRKTE EUROPA/Börsen steigen trotz unklarer Verhältnisse in Rom

Von Manuel Priego-Thimmel

Trotz eines ungewissen Wahlausgangs in Italien sind die europäischen Aktienmärkte am Montag mit Aufschlägen aus dem Handel gegangen. Bis zum Börsenschluss lag das Mitte-Links-Bündnis von Pier Luigi Bersani in den Hochrechnungen im Abgeordnetenhaus vorne. Im Senat hatte zwar Silvio Berlusconi die Nase vorne. Die Anleger hoffen aber, dass Bersani zusammen mit Mario Monti im Senat genug Stimmen auf sich vereinigen kann, um eine stabile Regierung bilden zu können.

Offizielle Ergebnisse werden erst später am Abend erwartet. Sollten Bersani und Monti auf keine Mehrheit im Senat kommen, drohen Neuwahlen. Nach volatilem Verlauf stieg der Euro-Stoxx-50 um 0,8 Prozent auf 2.652 Punkte, für den DAX ging es 1,5 Prozent auf 7.773 nach oben. Die Börse in Mailand schloss mit Aufschlägen von 0,7 Prozent, nachdem sie zeitweise etwa 4 Prozent höher notierte.

Nach Einschätzung von Annalisa Piazza, Analystin bei Newedge, wären unklare Machtverhältnisse der schlechtestmögliche Wahlausgang für die zukünftige Entwicklung Italiens. Es drohe Stillstand, sowohl ökonomisch als auch die politischen Reformen betreffend.

Äußerst schwankungsanfällig zeigte sich auch der Euro. In Erwartung eines marktfreundlichen Wahlausgangs stieg die Einheitswährung bis auf Stände von über 1,33 zum Dollar. In ersten Hochrechnungen hatte es nach einem klaren Sieg von Bersani in beiden Parlamentshäusern ausgesehen. Mit der zunehmenden Unsicherheit über den Wahlausgang kam auch der Euro zurück und fiel wieder unter das Niveau von 1,32. Beobachter stellen sich auf eine weiter volatile Entwicklung in den kommenden Tagen ein.

Die Aktie der Deutschen Börse legte eine Berg und Talfahrt hin. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte berichtet, dass die Chicago Mercantile Exchange die Börse zur Aufnahme von Fusionsgesprächen aufgefordert habe. Dies schickte das Papier um als 10 Prozent in die Höhe. Nach einem Dementi der Deutschen Börse, sich in Gesprächen zu befinden, kam die Aktie von den Hochs deutlich zurück, schloss aber dennoch mit einem Plus von 5,6 Prozent. Händler und Analysten erwarteten erhebliche politische Widerstände gegen eine Fusion.

Die Vivendi-Aktie zog um 3,2 Prozent an. Händler begründeten den Kurssprung mit brasilianischen Presseberichten über einen Verkauf der dortigen Tochter GVT. Daneben gebe es Medienberichte, denen zufolge der Kabelnetzbetreiber Numericable ein Barangebot für die Vivendi-Tochter SFR vorbereite. "Der Verkauf von Beteiligungen bestimmt das Geschehen bei Vivendi und ist damit ein starker Kurstreiber", sagte ein Händler.

Aktien von BP stiegen um 1,6 Prozent. Das US-Justizministerium und die Anrainerstaaten des Golf von Mexiko könnten sich gegen eine Abfindung von 16 Milliarden Dollar zu einer Beilegung der Zivilklagen wegen der Havarie der Ölplattform Deepwater Horizon und der daraus resultierenden Umweltschäden bereit erklären, sagten mit der Sache vertraute Personen. "Für BP wäre das eine Summe, die sich dem Akzeptablen annähert, sollte sie alle großen Schadensersatzforderungen abdecken", kommentiert Canaccord.

 
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.           Index               Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
.                                  stand      absolut         in %          seit 
.                                                                   Jahresbeginn 
Europa      Euro-Stoxx-50       2.651,86        21,81        +0,8%           0,6 
.           Stoxx-50            2.634,88         1,79        +0,1%           2,2 
.           Stoxx-600      288,40               -0,17        -0,1%           3,1 
Frankfurt   XETRA-DAX           7.773,19       111,28        +1,5%           2,1 
London      FTSE-100            6.355,37        19,67        +0,3%           7,8 
Paris       CAC-40              3.721,33        15,05        +0,4%           2,2 
Amsterdam   AEX            340,26                0,39        +0,1%          -0,7 
Athen       ATHEX-20       330,38               -4,67        -1,4%           6,7 
Br ssel     BEL-20              2.559,01         8,09        +0,3%           3,4 
Budapest    BUX                18.820,96       -45,74        -0,2%           3,6 
Helsinki    OMXH-25             2.370,11         0,24        +0,0%           7,2 
Istanbul    ISE NAT. 30        94.739,68      1075,23        +1,1%          -3,1 
Kopenhagen  OMXC-20        543,41                3,92        +0,7%           9,5 
Lissabon    PSI 20              6.116,86        46,44        +0,8%           9,0 
Madrid      IBEX-35             8.179,00        65,50        +0,8%           0,9 
Mailand     FTSE-MIB           16.351,99       118,71        +0,7%           0,5 
Moskau      RTS                 1.565,07        14,03        +0,9%           2,5 
Oslo        OBX            437,93                3,31        +0,8%           6,7 
Prag        PX                  1.013,75        13,68        +1,4%          -2,4 
Stockholm   OMXS-30             1.199,44        -5,66        -0,5%           8,6 
Warschau    WIG-20              2.454,92        17,68        +0,7%          -5,2 
Wien        ATX                 2.444,14        22,50        +0,9%           1,8 
Zürich      SMI                 7.594,35        39,97        +0,5%          11,3 
 
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EUR/USD    1,3169  -0,39%        1,3220         1,3162 
EUR/JPY  123,0484  -1,26%      124,6183       122,8959 
EUR/CHF    1,2261  -0,19%        1,2284         1,2263 
USD/JPY   93,4055  -0,91%       94,2665        93,3590 
GBP/USD    1,5145   0,07%        1,5135         1,5259 
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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@dowjones.com

DJG/mpt/cln

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February 25, 2013 12:44 ET (17:44 GMT)

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