22. Mai 2013

MÄRKTE EUROPA/Börsen feiern Schulterschluss in Washington

Von MANUEL PRIEGO-THIMMEL

FRANKFURT--Die Einigung im Fiskalstreit in den USA beschert den europäischen Börsen einen starken Auftakt ins neue Jahr. In der Nacht zum Mittwoch hat das Repräsentantenhaus dem zuvor gebilligten Gesetzesentwurf des Senats zugestimmt und damit den Sturz von der Fiskalklippe in letzter Sekunde abgefedert. Mit der Einigung erhöht sich die Steuerlast für Haushaltseinkommen über 450.000 Dollar. Die automatischen Ausgabenkürzungen wurden gleichzeitig für zwei Monate auf Eis gelegt. Darüber soll später verhandelt werden.

Ungelöst ist auch die Frage der Schuldenobergrenze, die technisch zum Jahreswechsel erreicht wurde, durch einige fiskalische Tricks aber bis in den Februar hinausgezögert wird. Von einem großen Wurf kann bei der Einigung im US-Kongress also nicht die Rede sein. "Längerfristig bleiben Zweifel, wie nachhaltig der Kompromiss ist", so Andrew Sullivan, Leiter Sales-Trading bei Piper Jaffray. Sullivan sieht daher nur begrenztes Aufwärtspotenzial an den Börsen.

Den DAX ficht das nicht an. Er schießt im frühen Handel um 1,9 Prozent auf 7.756 Punkte nach oben - der höchste Stand seit fast fünf Jahren. Der Euro-Stoxx-50 steigt um 1,8 Prozent auf 2.683. Die Aktienmärkte profitieren nicht nur von der Einigung in den USA, sondern auch von guten Konjunkturdaten aus Asien. So liegt der offizielle Einkaufsmanagerindex in China im Dezember mit 50,6 Punkten zwar leicht unter der Konsensprognose von 51,0, damit aber das dritte mal in Folge im Expansionsbereich.

Der Einkaufsmanagerindex aus der Eurozone setzt dagegen kaum Akzente. Mit einem 46,1 in der zweiten Lesung im Dezember ist er leicht unter den Erwartungen von 46,3 Punkten geblieben. Im Detail hat sich das Verarbeitende Gewerbe in Italien etwas besser, in Frankreich wie erwartet und in Deutschland leicht schwächer entwickelt. Am Nachmittag stehen noch Konjunkturdaten aus den USA an, allen voran der ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes.

Mit der Erleichterung an den Börsen ist der Euro im asiatischen Handel in der Spitze bis auf 1,33 zum Dollar gestiegen. Der Ölpreis legt ebenfalls zu und profitiert von Konjunkturhoffnungen. Das Barrel der US-Sorte WTI kostet 92,73 Dollar, verglichen mit Ständen knapp unter 92 Dollar im US-Handel am 31. Dezember. Die Notierungen am deutschen Anleihemarkt geraten dagegen unter Abgabedruck.

Dafür reagieren die spanischen und italienischen Bondmärkte mit Kursaufschlägen. Mit der Einigung in den USA steigt die Nachfrage der Investoren nach riskanteren Anlageformen. Die Analysten der RBS erwarten eine weitere Stabilisierung in der Peripherie.

Am Aktienmarkt ziehen sich die Kursgewinne quer durch alle Branchen. Sämtliche Subindizes liegen im Plus. An der Spitze liegen zyklische Sektoren wie Rohstoffe, Automobilhersteller und Technologie mit Aufschlägen bis 3,4 Prozent, am Ende die als defensiv geltenden Branchen Haushaltsgüter, Pharma und Nahrungsmittel.

DEVISEN   zuletzt   +/- %  Mo, 10.15 Uhr  Fr, 17.35 Uhr 
EUR/USD    1,3278   0,63%         1,3195         1,3220 
EUR/JPY  115,7103   1,93%       113,5215       113,8192 
EUR/CHF    1,2085   0,08%         1,2075         1,2070 
USD/JPY   87,1480   1,28%        86,0455        86,0930 
GBP/USD    1,6324   0,96%         1,6169         1,6156 

Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@dowjones.com

DJG/mpt/gos

(END) Dow Jones Newswires

January 02, 2013 04:23 ET (09:23 GMT)

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