20. Mai 2013

MÄRKTE EUROPA/Aktienmärkte mit Stabilisierungschance

-Von Herbert Rude

Die Chancen auf eine Stabilisierung an den europäischen Aktienmärkten werden besser. "Erstmals spuckt uns New York nicht in Suppe", sagt Heino Ruland von Ruland Research. Der Dow Jones hatte am Donnerstag seine Serie von Ausverkaufswellen im späten Geschäft beendet. Gründe für deutlich steigende Kurse in Europa sind allerdings ebenfalls Mangelware. Vorbörslich bröckelt der DAX um rund 0,3 Prozent ab auf 7.019 Punkte, der Euro-Stoxx-50 wird rund 10 Punkte tiefer erwartet mit 2.451 Zählern.

Enttäuscht äußern sich Marktteilnehmer zu China, denn dort fallen die Kurse nach dem Führungswechsel weiter. In Japan herrscht dagegen weiter Feierlaune. Die Aktienkurse in Tokio legen den zweiten Tag in Folge deutlich zu und profitieren vom schwachen Yen. Gedrückt wird er von den Plänen der oppositionellen Liberaldemokraten, die im Fall eines Wahlsiegs bei den im Dezember anstehenden Wahlen den Druck auf die Geldpolitik zur Schwächung des Yen massiv erhöhen wollen.

Gestellt werden könnten die ersten Weichen zur Umgehung der Fiskalklippe in den USA. Am Freitag beginnen die Verhandlungen der Regierung mit den Vertretern des Kongresses. Zwar gebe es von beiden Seiten Anzeichen für Zugeständnisse im Haushaltsstreit, sagt Mitul Kotecha vom Credit Agricole. "Es dürfte aber schwierig sein, Realität und Rhetorik zu vereinen", warnt der Analyst.

Neben der Fiskalklippe und der weiter schwelenden Schuldenkrise in Europa gilt die Krise im Nahen Osten als Risikofaktor. Beim Ölpreis lässt sich dies allerdings noch nicht ablesen. Am Morgen kommt der Ölpreis um etwa einen Dollar je Barrel zurück im Vergleich zum Vortag.

Am Aktienmarkt verlieren Bayer-Titel im Frühhandel rund ein Prozent. Der britische Waschmittelhersteller Reckitt Benckiser hat Bayer beim Kampf um Schiff Nutrition International überboten. Bayer hatte 34 Dollar geboten, Reckitt bietet nun 42 Dollar je Aktie für den Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln. Die Aktien von Schiff schossen danach in den USA um rund 30 Prozent auf bis zu 44 Dollar in die Höhe, also über den Angebotspreis hinaus.

"Da wird schon ein Bietergefecht eingepreist", sagt ein Händler. Die beiden Konkurrenten dürften auf jeden Fall versuchen, den Preis nach oben zu treiben, um dem anderen zu schaden. Das neue Gebot von Reckitt bewertet Schiff nun mit 1,4 Milliarden Dollar.

Mit steigenden Kursen rechnen Händler bei den Aktien von Deutsche Telekom und France Telecom. Die beiden Unternehmen könnten den britischen Mobilfunker EE an Börse zu bringen, wie France Telecom verlautbarte. Das Gemeinschaftsunternehmen könnte ein attraktives Investment für Anleger sein. "Wir reden hier nicht über einen kleinen Anbieter wie O2 in Deutschland, sondern den Marktführer", sagt ein Händler. Zudem sei EE bereits in den schnellen 4G-Netzen aktiv. EE arbeitet in England unter den Marken "EE", "Orange" und "T-Mobile".

Keine stärkeren Impulse gehen laut Händlern vom Zwischenbericht von Henkel aus. Marktteilnehmer warten auf Aussagen zu den mittelfristigen Zielen auf der Investoren-Konferenz am Mittag. Im Frühhandel wird das Papier 0,6 Prozent niedriger genannt.

DEVISEN   zuletzt  +/- %  0.00 Uhr  Do, 18.03 Uhr 
EUR/USD    1,2755  -0,2%    1,2782         1,2782 
EUR/JPY  103,3482  -0,4%  103,7195       103,7484 
EUR/CHF    1,2046  +0,0%    1,2043         1,2039 
USD/JPY   81,0250  -0,1%   81,1400        81,1530 
GBP/USD    1,5860  -0,0%    1,5864         1,5865 
 
 Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com 

DJG/hru/gos

(END) Dow Jones Newswires

November 16, 2012 02:09 ET (07:09 GMT)

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