22. Mai 2013

MÄRKTE ASIEN/US-Notenbank sorgt für Enttäuschung

Die Finanzmärkte in Ostasien reagieren enttäuscht auf die jüngste geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank (Fed). Belastet wird die Stimmung zusätzlich von schwachen Konjunktursignalen aus China. Lediglich in Japan legen die Kurse am Aktienmarkt zu. Hier sorgt die Schwäche des Yen für Käufe.

Mit der Verlängerung der so genannten Operation Twist, bei der kurzfristige gegen langfristige Anleihen getauscht werden, mit dem Ziel, die langfristigen Zinsen zu drücken, habe die US-Notenbank lediglich das Minimum dessen geliefert, was der Markt erwartet habe, heißt es. Vielfach erhoffte aggressivere Schritte seien dagegen ausgeblieben. Vor allem beim Ölpreis sorgt dies für Enttäuschung. Mit gut 80 Dollar ist der Preis für das Barrel der US-Sorte WTI auf den niedrigsten Stand seit Oktober gesunken.

An den Börsen der Region, vor allem aber in China, belastet der von HSBC ermittelte vorläufige Einkaufsmanagerindex für China die Indizes. Mit einem vorläufigen Stand von 48,1 nach 48,4 im Vormonat ist er auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten gesunken und deutet auf eine anhaltende Abkühlung der Konjunktur hin. Die Börse in Schanghai hat nach Bekanntwerden des Index ihre Verluste ausgebaut und verliert 1,6 Prozent. In Sydney verliert der S&P ASX 200 rund 0,9 Prozent, in Seoul geht es für den Kospi um 1,1 Prozent nach unten.

Die Börse in Tokio tendiert als große Ausnahme freundlich, der Nikkei-Index gewinnt 0,6 Prozent auf 8.806 Punkte. Hier treiben vor allem Käufe exportsensitiver Aktien, nachdem der Yen zum Dollar auch in Reaktion auf die Entscheidung der US-Notenbank deutlicher nachgegeben hat. So geht der Dollar mit 79,59 Yen um, nachdem es am Vortag im Tief noch 78,80 Yen waren.

Die US-Notenbank senkte zudem ihre Wachstumsprognose und betonte, dass der Arbeitsmarkt an Schwung verliere. Die Notenbank sei daher bereit, falls nötig, weitere konjunkturstimulierende Maßnahmen zu ergreifen. "An den Märkten sorgt das schon für etwas Enttäuschung", kommentiert Mitul Kotecha, Stratege bei Credit Agricole die Fed-Entscheidung. "Dessen ungeachtet wird das Abwärtsrisiko bei den Risikopapieren begrenzt von der potenziell irgendwann kommenden expansiven Lockerung", so der Experte weiter.

Hoffnung schöpfe der Markt indes aus den jüngsten Aussagen von EZB-Direktoriums-Mitglied Benoit Coeure, heißt es. Demnach könnte die Europäische Zentralbank bei ihrem Treffen Anfang Juli eine Zinssenkung erwägen. Zudem nimmt der Markt die rasche Regierungsbildung in Griechenland zumindest positiv zur Kenntnis.

Am Devisenmarkt pendelt sich der Euro wieder deutlich unter 1,27 Dollar ein, nachdem er auf die Entscheidung der US-Notenbank zunächst volatil hin und her geschwankt war. Im Hoch hatte er dabei 1,2714 Dollar erreicht. Zum koreanischen Won ist der Dollar unterdessen auf den niedrigsten Stand seit sechs Wochen gefallen. Hier drückten Dollar-Verkäufe von Exporteuren auf den Kurs, heißt es.

Die mit dem schwachen HSBC-Index verbundenen Konjunktursorgen belasten an den Börsen die Kurse der zyklischen Aktien. So verlieren in Sydney Fortescue Metals gut 1 Prozent und in Hongkong China Coal Energy fast 3 Prozent. Der deutlich gefallene Ölpreis zieht die Kurse der Ölunternehmen nach unten. Die in Sydney notierten Santos büßen 3 Prozent ein und Cnooc rutschen in Hongkong um 3,4 Prozent ab.

Unter Druck stehen auch chinesische Finanzwerte. Bank of Communications geben um gut 1 Prozent nach, New China Life Insurance um knapp 4 Prozent. In Seoul leiden exportsensitive Aktien unter dem gestiegenen Won. Samsung Electronics und Hyundai Motor kommen um gut 1 Prozent zurück.

An der japanischen Börse gewinnen Nissan Motor knapp 2 Prozent. Der Autohersteller hat angekündigt, seine heimische Produktion um 15 Prozent zu senken, weil die Produktion in Japan zunehmend Wettbewerbsnachteile bringe.

 
INDEX                               Stand  +- in %  Handelsende 
aktuell                                                  (MESZ) 
S&P/ASX 200 (Sydney)             4.092,90   -0,96%        08.00 
Nikkei-225 (Tokio)               8.804,11   +0,59%        08.00 
Kospi (Seoul)                    1.883,10   -1,10%        08.00 
Shanghai-Composite (Schanghai)   2.257,38   -1,55%        09.00 
Hang-Seng-Index (Hongkong)      19.336,52   -0,93%        10.00 
Straits-Times (Singapur)         2.833,82   -0,77%        11.00 
 
DEVISEN    zuletzt  +/- %   0.00 Uhr  Mi, 11.00 Uhr 
EUR/USD     1,2673  -0,2%     1,2700         1,2702 
EUR/JPY   100,8933  -0,1%   100,9463       100,2371 
USD/JPY    79,6040  +0,2%    79,4750        78,9450 
USD/KRW  1150,8000  -0,2%  1152,7100      1151,4500 
USD/CNY     6,3645  +0,1%     6,3598         6,3598 
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DJG/DJN/gos/ros 
 

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June 21, 2012 00:57 ET (04:57 GMT)

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