21. Mai 2012

Gewinnmitnahmen dürften Wall Street im Minus starten lassen

NEW YORK (Dow Jones)--Auch wenn sie nicht so gut gelaufen sind wie die europäische Börsen - die Aktien an Wall Street werden am Freitag um Gewinnmitnahmen - "Take Profit" - nicht herumkommen. Eine Entscheidung über Hilfen für Griechenland wurde erneut vertagt. Investoren gehen daher am letzten Handelstag der Woche lieber auf Nummer sicher. Immerhin ist der Nasdaq Composite Index seit Jahresbeginn um 12,4 Prozent gestiegen. Der S&P-500 bringt es auf ein Plus von 7,5 Prozent.

Die Terminkontrakte auf den S&P-500 und den Nasdaq-100 geben gegen 14.55 Uhr MEZ um 1,0 bzw 0,8 Prozent nach. Der Rückgang geht einher mit einem zum Euro stark steigenden Dollar und steigenden Notierungen am Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries ist im frühen Handel wieder unter 2,00 Prozent gefallen. Seit Beginn der Woche hatte sie kontinuierlich zugelegt. Klare Zeichen, dass Investoren wieder auf die Euphoriebremse treten und - zumindest kurzfristig - wieder auf sichere Anlagen setzen.

Kurz nach Handelsbeginn wird eine viel beachtete Umfrage unter Verbrauchern in den USA veröffentlicht. Dann muss sich zeigen, ob der robuste Arbeitsmarkt sich auch positiv in der Kauflaune der Bürger im Februar niederschlägt. Volkswirte rechnen damit, dass der von der Universität Michigan ermittelte Index im Februar bei 75,0 Punkten stagniert. Die Zahlen könnten den Blick der Investoren zumindest kurzfristig vom griechischen Schuldendrama ablenken.

Aktien der New York Stock Exchange Euronext geben an der Computerbörse Nasdaq leicht nach. Auf dem prestigeträchtigen Heimatmarkt ist der Anteil des Börsenbetreibers am gesamten Aktienhandel im Januar auf 23,9 Prozent gesunken. Laut einem Beobachter ist das ein Rekordtief. Die Kosten für die - letztlich gescheiterte - Fusion mit der Deutschen Börse und Rechtsstreitigkeiten ließen den Gewinn um 19 Prozent einbrechen.

Wer Aktien des Nobeljeans-Produzenten True Religion Apparel besitzt, der könnte den Glauben an die Börse verlieren. Um 26 Prozent bricht die Aktie an der Nasdaq ein. Das Unternehmen aus Vernon in Kalifornien will in diesem Jahr einen Gewinn von 1,88 bis 1,95 Dollar je Aktie erzielen. Diese Prognosespanne liegen rund ein Viertel unter der Konsensschätzung von Analysten von 2,37 Dollar.

Anders die Aktien des im Mai an die Börse gegangenen Business-Netzwerks LinkedIn: Sie ziehen um 8,4 Prozent an. Mit einem Gewinn von 0,12 Dollar je Aktie hat das Unternehmen im vierten Quartal 2011 deutlich besser abgeschnitten als Analysten im Konsens von 0,07 Dollar erwartet hatten. Der Umsatz hat sich im Vergleich zum vierten Quartal 2010 mehr als verdoppelt.

Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) verbesserte sich am Vortag um 0,1 Prozent bzw 7 Punkte auf 12.890. Der S&P-500 stieg um 0,1 Prozent oder 2 Zähler auf 1.352 und der Nasdaq-Composite kletterte um 0,4 Prozent bzw 11 Stellen auf 2.927.

DJG/DJN/flf 

(END) Dow Jones Newswires

February 10, 2012 08:56 ET (13:56 GMT)

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