21. Mai 2012

Europas Börsen erholt - US-Daten verdrängen Griechen-Sorgen

(Wegen technischer Probleme beim Indexanbieter Stoxx sind die Daten möglicherweise fehlerhaft. Daten zu Branchenindizes können nicht im gewohnten Umfang berichtet werden.)

FRANKFURT (Dow Jones)--Deutlich erholt sind Europas Börsen am Donnerstag aus dem Handel gegangen. Vor allem gute US-Konjunkturdaten zogen die Märkte nach oben. Sie hatten zunächst unter dem schier endlosen Gezerre um Griechenland gelitten. Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,2 Prozent oder 5 auf 2.489 Zähler.

Eine offizielle Lösung im griechischen Schuldendrama ist erst für Montag angekündigt. Aus dem Bundesfinanzministerium hieß es daneben, man plane keinen Übergangskredit an die Hellenen. Damit wird weiter über die vollen 130 Milliarden Euro gesprochen. Gute Nachrichten gab es daneben von Anleihe-Auktionen aus Frankreich und Spanien.

Gute US-Daten sorgen für Erholung

Gute US-Konjunkturdaten sorgten für eine kräftige Erholung am Nachmittag. Vor allem die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gingen erneut zurück. Sie erreichten den niedrigsten Stand seit März 2008. "Das untermauert das Bild einer besseren US-Erholung als bislang befürchtet", so ein anderer Händler. Gleiches zeigte der Philadelphia-Fed-Index. Mit 10,2 kam er besser als erwartet und noch dazu deutlich über dem Januarwert. Auch die US-Baubeginne zogen im Januar um 1,5 Prozent an. Die Anzahl der Baugenehmigungen stieg um 0,7 Prozent. Die niedrigen US-Erzeugerpreise (PPI) wurden daneben als Indiz für eine weitere Stufe im Quantitative Easing (QE) in den USA gewertet. "Mit einem Anstieg nur um 0,1 Prozent sind wir der Deflationsgefahr näher als der Inflation", sagte ein Beobachter zum PPI im Januar. Die unrevidierten Preise im Dezember lagen sogar im negativen Bereich.

Moody´s droht Banken

Für Gewinnmitnahmen bei Banken sorgte eine Drohung der Rating-Agentur Moody's, weltweit bis zu 114 Banken wegen der Schuldenkrise herabzustufen. Commerzbank fielen um 1,7 Prozent auf 2,02 Euro. Deutsche Bank schafften nach über 2 Prozent Minus am Abend den Sprung ins Plus und legten um 0,2 Prozent auf 33,18 Euro zu. Societe Generale stiegen um 0,8 Prozent, obwohl ihre Geschäftszahlen wesentlich schwächer als zuvor die des Konkurrenten BNP Paribas ausgefallen waren.

Stützend auf Banken wirkten auch die Auktionen französischer und spanischer Schuldtitel: So konnten die Iberer mit der Versteigerung am Vormittag bereits 34 Prozent ihres für das laufende Jahr angestrebten Bruttoemissionsvolumens unter Dach und Fach bringen. Frankreich erreichte nicht nur das obere Ende des avisierten Volumens von 8,5 Milliarden Euro, sondern musste auch nur noch geringere Zinsen dafür zahlen.

Medien-Werte an der Spitze - Europaweit gute Quartalszahlen

Medien-Werte ragten europaweit als Hauptgewinner unter den Branchen hervor. Auslöser waren marktweit gute Quartalszahlen. "Die guten Zahlen von TF1 und der Ausblick haben dem Markt einen Schub gegeben", sagte ein Händler. Die französische Senderkette erwartet auch für 2012 stabile Gewinne. Die Aktien sprangen um 7,6 Prozent. In Deutschland stiegen Kabel Deutschland 2,4 Prozent nach ihren Zahlen. In Amsterdam legte die Verlagsgruppe Reed Elsevier um 3,7 Prozent zu. Sie konnte eine Gewinnsteigerung vermelden und erwartet gleiches auch für 2012.

Nestle-Zahlen treibt Nahrungs-Sektor

Erneut überzeugende Geschäftszahlen von Nestle zogen den Sektor der Nahrungsmittel-Werte nach oben. Die Aktien des schweizerischen Qualitätsunternehmens zogen um 2,1 Prozent auf 55,60 Franken an. Kepler sprach angesichts des Geschäftsberichts von Nestle von soliden Zahlen. "Die Erlöse haben sich besser als erwartet entwickelt", sagte Analyst Jon Cox. Das Geschäft in Nord- und Südamerika habe sich im vierten Quartal deutlich beschleunigt. Auch sei der Ausblick für 2012 beruhigend ausgefallen.

Auch Renault lagen stark im Markt und sprangen um 4,4 Prozent auf 37,81 Euro. "Die Zahlen sind besser als erwartet und auch besser als die Zahlen von Peugeot", sagt Jürgen Pieper von Metzler. Allerdings sei der Ausblick vergleichsweise wenig konkret.

ABB litten indes unter Abgabedruck und fielen 3,6 Prozent auf 19,20 Franken. "Der Ausblick fällt zurückhaltend aus", merkte ein Teilnehmer an. Die Societe Generale (SocGen) sprach von soliden Umsatzzahlen, hielt allerdings die Margenentwicklung für enttäuschend. Die Analysten begründeten dies unter anderem mit anhaltendem Preisdruck. Der Margendruck dürfte sich auch im ersten Quartal fortsetzen.

 
 
Europäische Schlussbörsen vom Donnerstag, 16. Februar 
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.            Index          Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
.                              stand      absolut         in %          seit 
.                                                               Jahresbeginn 
Europa       Euro-Stoxx-50   2489,35        -4,61        -0,2%           7,5 
Frankfurt    XETRA-DAX       6751,96        -5,98        -0,1%          14,5 
London       FTSE-100        5885,38        -6,78        -0,1%           5,7 
Paris        CAC-40          3393,25         2,90        +0,1%           7,4 
Amsterdam    AEX              325,18         2,32        +0,7%           4,1 
Athen        ATHEX-20         325,17         5,98        +1,9%          22,7 
Brüssel      BEL-20          2258,24        25,63        +1,2%           8,4 
Budapest     BUX            18749,76      -382,73        -2,0%          10,5 
Helsinki     OMXH-25         2212,97        -2,56        -0,1%          14,0 
Istanbul     NAT30          72875,28       249,55        +0,3%          18,1 
Kopenhagen   OMXC-20          448,72        -4,40        -1,0%          15,1 
Madrid       IBEX-35         8558,10      -183,50        -2,1%          -0,1 
Mailand      FTSE-MIB       16369,66      -143,55        -0,9%           8,5 
Moskau       RTS             1641,51       -19,85        -1,2%          18,8 
Oslo         OBX              388,42         1,37        +0,4%           8,6 
Prag         PX               995,90       -10,60        -1,1%           9,3 
Stockholm    OMXS-30         1088,18         5,49        +0,5%          10,2 
Warschau     WIG-20          2319,33       -16,08        -0,7%           8,2 
Wien         ATX             2171,44       -13,74        -0,6%          14,8 
Zürich       SMI             6217,28        18,94        +0,3%           4,7 
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DJG/mod/raz 
 

(END) Dow Jones Newswires

February 16, 2012 12:39 ET (17:39 GMT)

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