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Wie Franzosen die Deutschen sehen
Die Fremden
Von Olivier Guez, Paris
31. Januar 2012 Meine Wohnung liegt auf dem Boulevard Richard Lenoir, im westlichen Zipfel des elften Pariser Arrondissements, in einem Viertel mit noch recht einfacher, relativ bunt zusammengesetzter Bevölkerung und einem Quadratmeterpreis von etwas mehr als siebentausend Euro, kaum zehn Minuten Fußweg von der Place des Vosges, der Place de la Bastille und der Place de la République entfernt: ein gemischtes Viertel. Es ist vielleicht nicht der naheliegendste Ort, um eine Umfrage zu Deutschland zu machen, aber doch so gut wie jeder andere.
In den Zeitungen steht, ein altes Gespenst geistere wieder durch Frankreich: die Germanophobie. In Zeitungen und im Fernsehen, im Radio und im Internet liest und hört man, der deutsche Nationalismus sei auferstanden, da Deutschland unter der Zuchtrute eines biederen Bismarck in Hosenanzug ganz Europa - den geschätzten Partnern - seine Autorität und seine Forderungen aufzwinge. Vor allem Frankreich leide unter den deutschen Diktaten, seiner Orthodoxie, seiner Sparpolitik und unter den Inflationsängsten seiner alternden, schrumpfenden Bevölkerung. L’AAAllemagne erdrückt la France. Präsident Sarkozy sei nur der folgsame Pudel der Kanzlerin Merkel. Trotz seiner Prahlerei und seiner Dementis, seines Schulterklopfens und seiner komplizenhaften Küsschen beugt der kleine Nicolas seinen Rücken, knickt ein und unterwirft sich systematisch den Zielen der unbeugsamen Angela. Wie steckt der Durchschnittsfranzose diese Demütigungen weg? Wie sieht er Deutschland?

Ein französisch-deutscher Zwitter
Ich selbst bin, in den letzten Jahren zu einem Grenzgänger geworden, das Produkt einer Synthese, ein französisch-deutscher Zwitter. Einerseits bin ich in Straßburg geboren und aufgewachsen, einem französisch-deutschen Erinnerungsort. Ich habe als Kind unzählige Male im Park der Vauban-Festung am Rheinufer gespielt und Nachmittage damit verbracht, in den Spielzeugläden in Kehl nach den letzten Siku-Modellautos zu suchen, von denen auf der französischen Seite des Rheins keine mehr zu finden waren.
Andererseits bin ich aber auch in einer jüdischen Familie geboren, zudem noch mit einem tunesischen Vater. Da versteht sich meine Vorliebe für Deutschland durchaus nicht von selbst, zumal ich im Gymnasium keinerlei Verlangen nach der deutschen Sprache verspürte und meine Großeltern mütterlicherseits nur mit Mühe der Deportation durch die Deutschen entgangen waren, von Bauern im Zentralmassiv versteckt, bevor sie in ein Flüchtlingslager in der Schweiz fliehen konnten. Ich wuchs in einer Umgebung auf, in der nicht nur BMW-Besitzer diffamiert wurden (zu meinem Leidwesen kaufte mein Vater immer nur Renaults und Peugeots), sondern auch all jene, die bei den „Boches“ einkauften und tankten.

„Deutschland - gefällt mir? Angela Merkel - gefällt mir?“
Als Jugendlicher hatte eine Klassenfahrt nach Verdun großen Eindruck auf mich gemacht und mehr noch, Jahre später, ein Besuch in Auschwitz, an einem schauderhaften, krankmachenden, fürchterlichen Dezembertag, an dem die aschfarbenen Wolken so niedrig dahinzogen, als stiegen sie aus dem Boden auf, dem unfruchtbaren Boden von Auschwitz.
Daneben fanden sich bei mir auch früh schon beunruhigende Anzeichen von Germanophilie: meine Liebe zur rheinischen Küche meiner Großmutter Stein, geborene Glaser, 1917 im besetzten Lothringen, zu ihrem Rostbraten, ihren Kartoffelpfannkuchen und ihren Spätzle; meine maßlose und von kaum jemandem geteilte Liebe zum Krautrock und zur geometrischen Ästhetik der Autobahn; meine jugendliche Begeisterung für Aristide Briand und Gustav Stresemann, für den Geist von Weimar und dann für die Bücher von Sebastian Haffner, von Sebald, Remarque, Böll, von Thomas und Heinrich, Erika, Klaus und Golo Mann, für die gesamte mitteleuropäische Literatur, jüdisch zumeist, deutscher Sprache immer.
Eine kleine Umfrage zum deutsch-französischen Paar also. Aber wie? Soll ich aufs Geratewohl irgendwelche Telefonnummern in ganz Frankreich auswählen? Soll ich mit unterdrückter Rufnummer und verstellter Stimme Verwandte anrufen, wie ich es vor mehr als zwanzig Jahren - jämmerlich genug, ich will es endlich gestehen - anlässlich einer Scheinumfrage zu den tatsächlichen Liebespraktiken bei Eltern von Klassenkameraden getan habe? Soll ich an einem kalten, klaren Januartag in aller Frühe mit verfrorenen Händen auf der Rheinbrücke zwischen Straßburg und Kehl die Leute befragen? Oder eine Umfrage auf Facebook starten? „Deutschland - gefällt mir? Angela Merkel - gefällt mir?“
„Das versteht sich von selbst“
Als Erste frage ich Sylvie, 49 Jahre alt, meine Bäckersfrau, die Königin der Brioche mit Zuckerguss, die Kaiserin des mit reiner Butter gefertigten Croissants, eine kleine, energische Frau. Sylvie war noch nie in Deutschland, das sie als Reiseziel „nicht anzieht“. Sie fährt lieber in die Sonne, in den Süden, auf Inseln wie Martinique, Réunion, die Balearen und Korsika. An Deutschland erinnert sie die Mauer, Mercedes - in einem früheren Leben war sie Taxifahrerin und hat sich ihre Liebe zu großen Limousinen bewahrt - und große blonde Männer und Frauen. Sie hat einmal eine Deutsche gekannt, eine - natürlich - blonde Buchhalterin in einem Unternehmen in der Vendée, in dem sie arbeitete, die war „sehr selbstsicher“, wollte „immer recht haben“. Sylvie spinnt ihren Faden weiter bis zu Hitler, „natürlich“, und zum Krieg, „das versteht sich von selbst“. Ihr Mann „sieht sich viele Sendungen an, die mit Hitler und dem Krieg zu tun haben“. Und was hält sie von Angela Merkel? Das ist eine tatkräftige Frau, die oft im Fernsehen zu sehen ist. Das ist alles? Das ist alles.
Der Nächste ist Monsieur André, der seit siebzehn Jahren in der Rue Boulle eine Schneiderei betreibt und dem ich meinen Mantel anvertraue, weil die Knöpfe locker sind. Monsieur André stammt aus Haiti und hatte noch nie Gelegenheit, nach Deutschland zu fahren. Er spricht kein Wort Deutsch, aber er führe gerne einmal hin, denn er sieht sich gerne fremde Länder an. „Dort ist es sicher schön, und ihre Nähmaschinen sind ausgezeichnet“, sagt er mir. Dennoch mache ihm die Geschichte des Landes „ein wenig Angst“. Er denkt an Hitler, der „wirklich schlimme Dinge getan hat“, und fragt sich, ob „die Deutschen noch Rassisten sind“. Angela Merkel sei „bestimmt keine Schönheit“, aber „großartig, großartig“, insistiert er, denn „sie verteidigt gut die Interessen ihres Landes: So etwas haben wir in Frankreich leider nicht.“
Ich gehe in ein Schreibwarengeschäft, das zur Ladenkette Office Depot gehört und in dem die Angestellten hässliche schwarz-rote Uniformen tragen. Dort begegne ich Irène, 25 Jahre alt und kongolesischer Abstammung, die seit drei Monaten hier arbeitet. Deutschland kennt Irène nicht, das Land hat sie nie verlockt, sie hat sogar ein sehr schlechtes Bild davon wegen „der Verfolgungen, wegen Hitler und allem, was da geschehen ist“. Es sei „vielleicht dumm“, vertraut sie mir an, „aber das steckt mir immer noch in der Kehle. Und dann, ich bin schon in Frankreich eine Fremde, wie wäre das erst in Deutschland?“ Und Angela Merkel? „Ist das deren neuer Präsident?“, fragt sie.
Ein lauter Ruf aus dem Osten
Weiter oben auf dem Boulevard, nicht weit von der Kreuzung mit dem Boulevard Voltaire, gehe ich in eine Apotheke, um mir Nikotinpflaster zu kaufen. Ich begrüße den Besitzer Alain, 48 Jahre alt. Er war noch nie in Deutschland, und er hat auch keine Lust hinzufahren. „Sehen Sie, Monsieur Guez, wie alle Juden interessiere ich mich nicht besonders für dieses Land, obwohl ich marokkanischer Abstammung bin. Das hat meinen Großvater allerdings nicht gehindert, durch die Hölle von Verdun zu gehen, die er wie durch ein Wunder überlebte, was ihm übrigens einen schönen Orden eingebracht hat. Ich hatte noch nie einen deutschen Freund, ich mag die Sprache nicht, sie ist für meinen Geschmack zu guttural, ich verbinde Deutschland nur mit dem Krieg, und über Merkel habe ich Ihnen nichts zu sagen, das interessiert mich nicht. Einen schönen Tag noch, Monsieur Guez.“
Meine eigene Annäherung an Deutschland nahm, nach einigen angelsächsischen und lateinamerikanischen Erfahrungen, erst im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends klarere Formen an. Ein lauter Ruf kam aus dem Osten: Berlin. Berlin, wo alles leichter, grüner, offener und abenteuerlicher erschien. Elektronisch und modern. Berlin, das ich schon als Kind, 1984, entdeckt hatte, nach einer Fahrt durch die DDR, im Nachtzug, der von furchterregenden Vopos, Schäferhunden an der Leine und Maschinenpistole im Anschlag, kontrolliert wurde. Berlin, das ich noch mehrmals besuchte, voller Neugier auf diese in ständigem Wandel begriffene Stadt. Berlin, wo ich mich schließlich im Oktober 2005 niederließ, ein paar Monate nach dem Nein in der französischen Volksabstimmung über die europäische Verfassung.
Ein erster goldener Herbst, erste Ausflüge nach Potsdam mit seinem holländischen Viertel, auf die Insel Rügen mit ihren Strohdächern und Kreidefelsen, ein erster Winter mit Eiseskälte, Schneestürmen, zugefrorenen Seen, mit Nächten, die schon am Nachmittag begannen, endlosen, im Weekend, im Watergate, im Rodeo, im Maria am Ostbahnhof, in der Berghain-Panoramabar minimal, maximal vergeudeten Nächten.
„Ich will Ihnen nicht antworten“
Die Unruhe und die Reisen: nach Bayern, nach Hamburg, nach Weimar, ins Moseltal, nach Köln, an die Küsten der Nord- und Ostsee mit ihren Hansestädten. Der bukolische Charme Schleswig-Holsteins. Ein paar - gelegentlich harmlose - Freuden wie die, seine Beine in einem Abteil zweiter Klasse eines Hochgeschwindigkeitszugs ausstrecken zu können; das Schauspiel der Bundesliga, die so viel fruchtbarer ist als die erste Liga in Frankreich; die Vielfalt und Qualität der Zeitungen; die Leichtigkeit, mit der ich mich im Auto bewegen konnte. Eigene Bücher, an erster Stelle „Heimkehr der Unerwünschten“, eine Geschichte der Juden in Deutschland seit 1945; aber auch das Abenteuer des Mauerfalls mit seinen Helden, die mit ihren Demonstrationen die Diktatur ins Wanken und schließlich zu Fall brachten, an einem 9. November, dem Tag des deutschen 20. Jahrhunderts.
Und natürlich auch ein paar Unannehmlichkeiten. Zu viele Wespen im Sommer! Die größere Nähe zu Brandenburg als zur Normandie oder der Touraine, der Mangel an Metzgereien, der Konformismus des Antikonformismus in Berlin-Mitte, eine gewisse Langsamkeit, Behäbigkeit, die Sehnsucht nach der Sprache, meiner Sprache, dem Französischen, nach Paris im Frühling und im Sommer. Im Mai 2009 verließ ich Berlin und kehrte verändert nach Paris zurück, als ein wirklich, wahrhaftig und erstaunlich französisch-deutscher Mensch. Heute bin ich das mehr als je zuvor, heute, da Europa sich auflöst, da Frankreich allzu prunkvoll den Geburtstag Jeanne d’Arcs feiert und Deutschland den Friedrichs des Großen.
Ausgestattet mit einer neuen E-Zigarette mit Mentholgeschmack, gehe ich ins Grosse Bouteille, ein bescheidenes Bistro an der Ecke der Rue Mouffle, zwei Schritt von meiner Wohnung entfernt. Ich bestelle einen Kaffee und nutze die Gelegenheit, um den Patron zu befragen. Er sieht mich lange an. „Dazu habe ich nichts zu sagen, ich will Ihnen nicht antworten, es ist nicht an mir, darüber zu urteilen.“ Dann vertieft er sich wieder in seine kostenlose Tageszeitung.
Eine „furchterregenden Mannschaft“
Ich versuche mein Glück im Supermarkt Casino in der Rue du Chemin vert. Rosa, 53 Jahre alt, gutaussehend und stets lächelnd, stammt aus Portugal und ist für die Kassen verantwortlich. Auch für sie ist Deutschland terra incognita. Doch Rosa hätte nichts gegen eine Stippvisite auf die andere Seite des Rheins: „Das ist immerhin ein großes Land, eine Großmacht.“ Was verbindet sie mit diesem großen Land, dieser Großmacht? Sie seufzt und sucht Unterstützung bei Aurélien, ihrem Filialleiter, und bei Jonathan, einem jungen Verkäufer. Aurélien spricht von der Mauer, Jonathan von Bayern, einer „furchterregenden Mannschaft“. Rosa stimmt zu und kommt schließlich auch auf Hitler. Was Angela Merkel angeht, meint sie, das sei „eine sehr große Dame mit großem Einfluss in Europa und sehr angesehen“. Sie bedauert, dass sie nicht in Frankreich an der Spitze steht.
Ich kehre zu meiner Wohnung zurück, der gegenüber sich ein Kosmetikladen mit dem vielversprechenden Namen Paris-Berlin befindet. Voller Hoffnung verwickle ich Virginie, 39 Jahre alt, in ein Gespräch und werde nicht enttäuscht: „Kassel, Köln, Berlin“, sie war schon mehrmals in Deutschland, als sie noch zur Schule ging, „vor dem Fall der Mauer“. Sie konnte die Sprache sogar „radebrechen“, hat inzwischen aber alles vergessen. Deutschland hat ihr gut gefallen, sie mochte „die trotz der Strenge entspannte Atmosphäre, den Ernst der Menschen am Tag und ihre Fähigkeit, am Abend zu feiern“. Die Verkäuferin verbindet mit Deutschland „Kunst“, „Bier“, Arte und „alte Schriftsteller wie Thomas Mann und die Brüder Grimm“. Weniger begeistert ist sie von dem Gedanken, über Angela Merkel zu sprechen, denn „Politik ist nicht meine Sache“. Sie hält sie für eine „Frau mit Charakter, stark, sehr deutsch, die weiß, was sie will“.
Gegenüber dem Laden, auf der anderen Straßenseite, stelle ich dieselben Fragen dem 23-jährigen Julien, der vorübergehend als kaufmännischer Angestellter bei dem dortigen Volvo-Vertragshändler arbeitet. Obwohl der junge Mann Deutschland nicht kennt, ist er begeistert. Er würde gerne einmal in Berlin „Party machen“, die „Nationalmannschaft ist super gut“, er bewundert Miroslav Klose trotz seines „hohen Alters“ und mag die Bayern noch lieber als Angela Merkel, auch wenn sie „Sarko an der Nase herumführt“, was ihm keineswegs missfällt.
Deutschland, ein riesiges Schwarzes Loch
Am Tag zuvor, einem Sonntagmorgen ohne Sonne, hatte ich eine kleine Runde über den Boulevard Richard Lenoir gedreht, den größten in Paris, wie es scheint. Wie ein Orakel befragte ich Albert, meinen Geflügelhändler, mit von der Kälte geröteten Backen, falls es nicht doch der Pineau des Charentes war, dem er ohne sonderliche Mäßigung zuspricht, und das schon am Vormittag. Albert war noch nie in Deutschland. „Dazu müsste man die Sprache sprechen, aber das kann ich nicht“, sagte er. Woran denkt dieser Sohn eines Soldaten, der bei dem Debakel 1940 in Gefangenschaft geriet, wenn er „Deutschland“ hört? An nichts. Er denkt weder an Toni noch an Michael Schumacher, nicht an Sevilla 1982, nicht an Heidi Klum, nicht an Würstchen und nicht einmal an Konzentrationslager. An absolut nichts. Deutschland, ein riesiges Schwarzes Loch. „Es wird wohl so wie hier sein“, meint er schließlich, nachdem er einer frierenden Kundin ein großes Hähnchen verkauft hat.
Um ähnliche Fehlschläge zu vermeiden, flüchtete ich mich ins Le Paris, wo Geschäftsleute und Passanten zwischen zwei Besorgungen einen kleinen Schwarzen trinken. Ich wendete mich zunächst an Danielle, Mitte sechzig und ganz in Schwarz gekleidet, der es bei der bloßen Erwähnung Deutschlands kalt über den Rücken läuft. Ihre Familie ist polnisch-jüdischer Abstammung und wurde „während des Krieges dezimiert“. Sie weiß nichts über das Land, war niemals dort, wird auch niemals dorthin fahren, räumt aber ein, dass die Deutschen „Arbeiter sind und die Ärmel aufkrempeln, wenn es sein muss; sie haben ihre Macht verdient, das stört mich nicht, aber ich will keinen Kontakt zu ihnen“.
Marcel, 53 Jahre alt, Leiter eines Altenheims und der Nächste, den ich frage, ist der Sohn eines Widerstandskämpfers, der nach Buchenwald deportiert wurde. Auch er hat niemals daran gedacht, nach Deutschland zu fahren. Er bewundert jedoch die ökonomischen Indikatoren des Landes und lobt die Disziplin, die Strenge und mehr noch den außergewöhnlichen Weg Angela Merkels, „der Wissenschaftlerin aus der DDR, der Architektin der Wiedervereinigung des Landes, der eigentlichen Führerin Europas“. Der begeisterte Musikliebhaber Marcel schätzt Wagneropern, fragt sich aber, ob die Geschichte sich nicht wiederholen wird. Er sieht besorgniserregende Parallelen zwischen der gegenwärtigen Krise und der Krise in den 1930er Jahren.
Eine Frau um die sechzig, die unserem Gespräch an der Theke zugehört hat, murmelt: „Am Ende ist der Schnauzbart dabei, seinen Scheißkrieg zu gewinnen.“
Am 22. Januar haben Frankreich und Deutschland den Jahrestag der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags gefeiert, der die Versöhnung beider Länder besiegeln sollte. Das ist nun 49 Jahre her.
Aus dem Französischen übersetzt von Michael Bischoff.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Olivier Guez
© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2012.
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