21. Mai 2012

DEVISEN/Misstrauen gegen Athen und Fed-Protokoll belasten Euro

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Aussicht auf womöglich noch monatelang immer neue Akte im Drama um ein zweites Rettungspaket für Griechenland hat den Euro schwächer zu Dollar und Yen in den Donnerstag starten lassen. Auch dass das Protokoll der vorangegangenen Sitzung der US-Notenbank hat gezeigt, dass eine neue Runde quantitativer Lockerung keineswegs eine ausgemachte Sache ist. Dies lastet zudem auf der Gemeinschaftswährung. "Die Minutes klingen im Vergleich zu den Aussagen von Federal Reserve Chairman Ben Bernanke deutlich zurückhaltender", sagt ein Händler. Das bedeute nicht, dass "QE3" ausfalle, aber möglicherweise komme es erst später oder mit weniger Volumen.

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker zeigte sich am Vorabend nach einer Videokonferenz der Finanzminister aus dem Gemeinsamen Währungsgebiets zwar zuversichtlich, dass am Montag kommender Woche "alle notwendigen Entscheidungen" für eine Freigabe der 130 Milliarden Euro schweren zweiten Überlebensration für Athen fallen werden. Dessen ungeachtet scheinen Deutschland, Finnland und die Niederlande aber auf Nummer sicher gehen zu wollen: Angesichts der im April anstehenden Parlamentswahlen in Athen und der Frage, ob sich die neue Regierung an die Sparpläne und Reformgelübde ihrer Vorgängerin halten wird, drohen sie Berichten zufolge damit, die volle Summe erst nach dem Urnengang auszuzahlen. Bis dahin soll ein Überbrückungskredit sicher stellen, dass die Hellenen die am 20. März fälligen 14,5 Milliarden Euro bedienen können.

Die Societe Generale spricht vor diesem Hintergrund von einer "Atmosphäre des verschwindenden Vertrauens". Europa scheine "gefährlich nahe an dem Punkt zu sein, eine Lehmanhafte Entscheidung zu treffen". Die US-Regierung hatte 2008 entschieden die Investmentbank Pleite gehen zu lassen, was eine weltweite Kreditkrise auslöste.

Für neue Impulse dürfte am Nachmittag der Philly-Fed-Index sorgen. Er misst die Aktivität im Verarbeitenden Gewerbe der Region Philadelphia. Volkswirte rechnen für Februar mit einem Stand von +10,0 nach +7,3 Punkten im Vormonat. Das Pendant für die Region New York hat freilich bereits positiv überrascht, daher dürfte das Risiko für den Philly-Fed-Index ebenfalls auf der Upside liegen. Wie jeden Donnerstag werden zudem die Erstanträge auf Leistungen aus der US-Arbeitslosenversicherung erwartet. Hier lautet der Ökonomenkonsens auf ein Plus von 7.000 binnen Wochenfrist.

Bereits am Vormittag planen Frankreich und Spanien den Kapitalmarkt anzuzapfen. Dabei wollen die Iberer Schuldtitel im Volumen von bis zu 4 Milliarden Euro unter die Anleger bringen, die Gallier im Volumen von bis zu 8,5 Milliarden Euro.

Die Feinunze Gold kostet am Donnerstagmorgen 1.721,55 Dollar. Am Mittwochnachmitag wurde sie in London mit 1.733,00 Dollar festgestellt nach 1.725,50 Dollar am Vormittag.

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               Europa       New York           Europa 
               (8.24)      (Mi., Späthandel)  (Mi., 16.31) 
EUR/USD        1,3014       1,3106             1,3080 
USD/JPY         78,46        78,43              78,32 
EUR/JPY        102,11       102,48             102,45 
EUR/GBP        0,8301       ---                0,8338 
EUR/CHF        1,2066       ---                1,2067 
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DJG/jej/ros 
 

(END) Dow Jones Newswires

February 16, 2012 02:36 ET (07:36 GMT)

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