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DEVISEN-AUSBLICK/Aussicht auf Griechenland-Rettung gut für Euro
Von Manuel Priego-Thimmel DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Nächste Woche geht es mal wieder ums Ganze für Griechenland. Am Montag treffen sich die Finanzminister der Eurogruppe in Brüssel, um über das zweite Hilfspaket für das Land zu entscheiden. Nach der Zuspitzung des griechischen Dramas in den vergangenen Tagen - eine Pleite schien kaum noch vermeidbar - sind die Chancen auf eine Rettung nun wieder gestiegen. Die EZB will sich offenbar an einem Schuldenschnitt beteiligen und auch die Forderungen nach einem Übergangskredit sind vom Tisch. Das sind gute Nachrichten für den Euro - zumindest bis auf weiteres.
Die Zusage für ein neues Rettungspaket könnte die Risikowährung Euro in einer Erleichterungsrally nach oben treiben. Wenn alles gut läuft für die Einheitswährung könnten gleich mehrere Dinge in den kommenden Tagen positiv zusammenfallen. Neuen Schub könnte der Euro am kommenden Donnerstag von der Bekanntgabe positiver Konjunkturdaten erhalten. Sowohl die Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone am kommenden Mittwoch wie auch der ifo-Geschäftsklimaindex dürften sich weiter verbessert haben.
Nach Einschätzung der Commerzbank rückt ein Ende der Rezession in der Eurozone damit näher. Aber es könnte für den Euro noch besser kommen. Denn der zweite Dreijahrestender der EZB, der Ende Februar begeben wird, steht vor der Tür. Sollten die Prognosen recht behalten, und die Banken beim zweiten Langfristtender der Zentralbank wieder rund 500 Milliarden Euro abgreifen, könnte sich die Entspannung in der Eurozone fortsetzen. Ein Teil der Liquidität aus dem ersten Tender ist in die Anleihemärkte der Peripherie geflossen und hat maßgeblich zum Rückgang der Renditen beigetragen.
Der positive Effekt dürfte dieses Mal geringer ausfallen, sollte aber dennoch spürbar sein. In Kombination mit dem Ausbleiben einer Pleite in Griechenland im März eröffnen sich somit Aufwärtsperspektiven für den Euro. Charttechnisch sieht die Societe Generale Erholungspotenzial gegen den Dollar bis 1,3645. Dennoch dürfte eine Aufwärtsbewegung nach oben begrenzt sein. Denn ein zweites Rettungspaket für Griechenland bedeutet keinesfalls, dass das Land in Zukunft nicht doch noch Pleite gehen wird.
Angesichts der Depression, in der sich das Land befindet, können sich zum einen die Schätzungen der Troika über die Entwicklung der Verschuldung schnell als illusorisch erweisen. Dann drohen neue Rettungspakete und das griechische Drama kann erneut seinen Lauf nehmen. Zum anderen sind die Implementierungsrisiken immens. Insbesondere die Wahlen im April, bei der sich massive Stimmenverluste für die mit großen Abstand bislang stärkte Partei im Parlament, die Pasok, abzeichnen, können die politische Landschaft Griechenlands massiv verändern.
Ob sich eine neue Regierung den mit der Troika ausgehandelten Beschlüssen verpflichtet fühlt, bleibt abzuwarten. Auch droht mit Portugal ein zweites Land in der Eurozone erneut hilfsbedürftig zu werden. Ein Rückkehr an die Kapitalmärkte im kommenden Jahr erscheint äußerst fraglich. Dann muss aber auch für Portugal neues Geld aufgetrieben werden.
Last but not least: Der Preis, den die EZB für die Stabilität der Eurozone zahlen muss, ist das Anwerfen der Geldpresse. Damit steigen natürlich die langfristigen Inflationsrisiken, was negativ für den Euro ist. Der erste Dreijahrestender über fast 500 Milliarden Euro entspricht rund 5 Prozent des BIP der Eurozone. Jetzt sollen es wieder so viel werden. Einige Schätzungen reichen sogar bis 1 Billion Euro. Zahlen, bei denen einem leicht schwindlig wird. Wir werden noch Jahre warten müssen um festzustellen, wie hoch die Rechnung letztlich ausfallen wird.
-Von Manuel Priego Thimmel, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29 725 219, manuel.priego-thimmel@dowjones.com DJG/mpt/raz
(END) Dow Jones Newswires
February 17, 2012 06:29 ET (11:29 GMT)
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