18. Mai 2013

Blick auf den Finanzmarkt

Weitere Verluste an deutschen Aktienmärkten

15. November 2012 Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag angesichts negativer Vorgaben zum Auftakt weiter nachgegeben. Die Wall Street war am Vorabend wegen der Sorgen um die fiskalische Klippe in den Vereinigten Staaten mehr und mehr unter Druck geraten und die Indizes hatten nahe ihren Tagestiefs schwach geschlossen. Dies vollzog der deutsche Markt laut Händlern nun erst einmal nach. Der Dax sank um 0,4 Prozent auf 7070,4 Punkte. Der M-Dax verlor 0,8 Prozent auf 11.116,4 Punkte und der Tec-Dax gab 0,3 Prozent auf 800 Punkte ab. Der marktbreite FAZ-Index verlor 0,5 Prozent auf 1522,4 Punkte.
Mit den europäischen Themen Griechenland und Spanien zusammen werde weltweit ein ganzes Sorgenpaket geschnürt, sagte Marktstratege Cameron Peacock vom Broker IG. Seitens der Konjunktur standen in Europa die BIP-Zahlen zahlreicher Länder sowie die Verbraucherpreise im Fokus. Zudem dürften einige Unternehmensbilanzen dem Markt Impulse geben, und am Nachmittag gibt es noch Daten aus den Vereinigten Staaten.

Deutsche Anleihen starten mit moderaten Gewinnen

Die deutschen Staatsanleihen sind am Donnerstag mit leichten Gewinnen in den Handel gegangen. Händler nannten die überwiegend schwachen Börsen Asiens als Unterstützungsfaktor. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg am Morgen um 0,10 Prozent auf 143,29 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank leicht auf 1,33 Prozent.
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Jüngste Wachstumszahlen aus Deutschland und Frankreich spielten zunächst kaum eine Rolle am Markt, obgleich sie leicht positiv überraschten: Während die zweitgrößte Euro-Wirtschaft Frankreich im dritten Quartal zulegen konnte, hielt sich die deutsche Konjunktur wacker. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts wuchs die größte Euro-Wirtschaft von Juli bis September zwar nur noch um 0,2 Prozent und damit schwächer als im bisherigen Jahresverlauf. Das Ergebnis lag jedoch leicht über den Markterwartungen.

Euro weiter über 1,27 Dollar

Der Euro hat am Donnerstag kaum auf positive Überraschungen beim Wachstum Deutschlands und Frankreichs reagiert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,2735 Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Ein Dollar war zuletzt 0,7850 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs am Mittwochmittag auf 1,2726 (Dienstag: 1,2695) Dollar festgesetzt.
Jüngste Wachstumszahlen aus den beiden größten Volkswirtschaften des Euroraums fielen besser aus als erwartet: Während die zweitgrößte Euro-Wirtschaft Frankreich zur Überraschung von Experten im dritten Quartal leicht zulegen konnte, hielt sich die deutsche Konjunktur wacker. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts wuchs die größte Euro-Wirtschaft von Juli bis September zwar nur noch um 0,2 Prozent und damit schwächer als im bisherigen Jahresverlauf. Das Ergebnis lag jedoch leicht über den Markterwartungen.

Gewinne an Japans Aktienmärkten vor wahrscheinlichen Neuwahlen

Die asiatischen Börsen haben sich am Donnerstag uneinheitlich entwickelt. Während die Kurse in Japan deutlich anzogen, verbuchten die anderen Handelsplätze Verluste. Sie litten unter der Sorge, dass die Republikaner und die Demokraten im amerikanischen Kongress es nicht schaffen, zum Jahresende drohende automatische Steuererhöhungen abzuwenden. In diesem Fall droht den Vereinigten Staaten eine Rezession, die auch auf die asiatischen Volkswirtschaften negativ ausstrahlen dürfte. Der länderübergreifende MSCI Asia Apex 50, der die Aktienkurse der 50 größten Unternehmen Asiens exklusive Japan enthält, gab um 1,4 Prozent auf 830,4 Punkte nach. In Tokio aber schloss der Nikkei-225-Index 1,9 Prozent höher bei 8829,7 Punkten. In Japan zeichnen sich baldige Neuwahlen ab. Nun wittert die LDP wieder Morgenluft - jene Partei, die das Land 50 Jahre lang fast ununterbrochen regiert und zu einem Schuldenstaat gemacht hat. Falls die Liberaldemokraten tatsächlich die Wahlen gewinnen sollten, dürfte einem Fondsmanager zufolge der Druck auf die Notenbank steigen, die Geldpolitik zu lockern, um die Konjunktur anzukurbeln. Zudem würden dann von der Regierung deutliche Schritte zur Überwindung der Deflation erwartet.
Gesprächsstoff lieferte in Tokio noch Sony. Der Elektrokonzern begibt erstmals seit einer Dekade eine Wandelanleihe, wie das Unternehmen bereits am Vortag nach Börsenschluss angekündigt hatte. Die Aktien stürzten am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit 32 Jahren. Am Ende stand ein Minus von 8,85 Prozent auf 793 Yen zu Buche. Für den FTSE Straits Times Index in Singapur ging es um 0,9 Prozent auf 2950,2 Punkte nach unten. Der CSI 300 Index, der die Aktien der 300 größten Unternehmen vom chinesischen Festland mit einer Börsennotierung in Shanghai oder Shenzhen enthält, sank um 0,8 Prozent auf 2205,1 Punkte. In Hongkong gab der Hang Seng um 1,1 Prozent auf 21.204,8 Punkte nach. Die Titel von Esprit aber sprangen um 20,15 Prozent an, nachdem der frühere Aufsichtsratschef Michael Ying seine Beteiligung an dem Modekonzern verdoppelt hatte. Der koreanische Kospi verlor 1,2 Prozent auf 1870,7 Punkte. In Mumbai sank der Sensex um 0,9 Prozent auf 18.447,9 Punkte.

Nachbörse Nyse: Net App mit Quartalszahlen im Aufwind

Fester präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Mittwoch im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator stieg um 3 Punkte auf 2534,87 Zähler.
Im Anschluss an gut ausgefallene Zweitquartalszahlen hat die Aktie von Net App am Mittwoch im nachbörslichen Geschäft einen Sprung nach oben gemacht. Der Anbieter von Datenspeichern hat vor Sonderposten 51 Cents je Aktie verdient, während Analysten mit 48 Cents gerechnet hatten. Der Umsatz bewegte sich mit 1,54 Milliarden Dollar im Bereich der Prognosen. Für das dritte Quartal rechnet Net App mit einem Ergebnis zwischen 53 und 58 Cents je Anteilsschein, während Experten mit 54 Cents rechnen. Die Aktie verteuerte sich bis 19.59 Uhr Ortszeit auf nasdaq.com um gut 10 Prozent auf 29,90 Dollar. Die Titel von Pet Smart liefen bis 19.56 Uhr um 6 Prozent auf 68,75 Dollar nach oben. Der Einzelhändler für Haustierbedarf hat seine Prognose für 2012 auf einen Gewinn je Aktie zwischen 3,47 und 3,51 Dollar angehoben, bislang war von 3,30 bis 3,40 Dollar die Rede. Im dritten Quartal hat das Unternehmen den Gewinn auf 75 Cents von 50 Cents im Vorjahr gesteigert. Die Aktie von Texas Instruments legte bis 18.09 Uhr um 0,8 Prozent zu auf 29 Dollar. Der Technologiekonzern plant den Abbau von 1700 Jobs oder 5 Prozent der Belegschaft. Das Unternehmen will sich aus dem Mobilfunkmarkt zurückziehen und stärker auf Embedded Chips fokussieren.

Amerikanischer Haushaltsstreit und Nahost-Gewalt belasten Wall Street

Die Schuldenkrisen in den Vereinigten Staaten und Europa sowie Sorgen vor einem Krieg im Nahen Osten haben die Wall Street am Mittwoch tief in die roten Zahlen gedrückt. Das drängte eine unerwartet positive Bilanz des weltgrößten Netzwerkausrüsters Cisco in den Hintergrund. Beobachtern zufolge dürften die ernsthaften Verhandlungen zur drohenden „Fiskalklippe“ zwar erst in einigen Wochen losgehen. Präsident Barack Obama signalisierte in der ersten Pressekonferenz nach seiner Wiederwahl aber kein Entgegenkommen. Sollten Republikaner und Demokraten ihren Streit bis zum Jahresende nicht beenden, drohen massive Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen, durch die die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession stürzen könnte. Auch schwache Konjunkturdaten belasteten den Handel. Der Dow-Jones-Index verlor 1,5 Prozent auf knapp 12.571 Punkte. Im Handelsverlauf pendelte das Leitbarometer zwischen 12.542 und 12.797 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab 1,4 Prozent auf 1355 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 1,3 Prozent auf 2846 Stellen.
Massive israelische Angriffe auf den Gazastreifen schürten in New York Sorgen vor einem Krieg zwischen dem jüdischen Staat und den Palästinensern. Die Konjunktur lieferte Optimisten ebenfalls keine Rückendeckung. Die amerikanischen Einzelhändler bekommen die Folgen des Hurrikans „Sandy“ mit Umsatzeinbußen zu spüren. Die Geschäfte hatten im Oktober 0,3 Prozent weniger in den Kassen als im September. Dies war das erste Minus binnen drei Monaten. Wenig Einfluss auf den Handel hatte die Veröffentlichung des Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung: Demnach wird innerhalb der Notenbank der Ruf nach weiteren Anleihenkäufen lauter. Im Mittelpunkt des Handels standen die Aktien von Cisco mit einem Kursaufschlag von 4,8 Prozent. Der Konzern steigerte im ersten Geschäftsquartal Gewinn und Umsatz. Der Überschuss wuchs um 10,6 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. Der Umsatz kletterte um 6 Prozent auf 11,9 Milliarden Dollar. Beide Kennziffern übertrafen die Analystenerwartungen. Anteilsscheine von Advanced Micro Devices (AMD) ließen mit einem Minus von 7,7 Prozent Federn. Der amerikanische Chiphersteller stellt sich möglicherweise selbst zum Verkauf. Der Intel-Rivale habe die Bank JP Morgan beauftragt, Optionen für die Zukunft von AMD auszuloten, erfuhr Reuters am Dienstag von drei mit der Sache vertrauten Personen. Trotz Ablauf einer Haltefrist ging es für die lange gebeutelten Facebook-Aktien um mehr als 12 Prozent nach oben. Der größte Teil der von sogenannten Insidern gehalten Anteilsscheine durfte am Mittwoch erstmals seit dem Börsendebüt im Mai frei gehandelt werden. Gefragt waren die Anteilsscheine des Büroartikel-Spezialisten Staples. Die Dividendenpapiere verteuerten sich um 2,6 Prozent, nachdem das Unternehmen Quartalszahlen vorgelegt hatte, die besser als erwartet ausgefallen waren. Auf den Einkaufslisten der Börsianer standen auch die Aktien des Modekonzerns Abercrombie & Fitch. Die Anteilsscheine sprangen um 34 Prozent in die Höhe. Hintergrund war ein starker Gewinnanstieg im Quartal.

Amerikanische Anleihen steigen leicht

Die amerikanischen Staatsanleihen haben am Mittwoch nach anfänglichen Verlusten zuletzt leicht zugelegt. Die amerikanische Notenbank Fed setzt weiter auf eine extrem expansive Geldpolitik zur Ankurbelung der amerikanischen Wirtschaft. Wie aus dem Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung von 23./24. Oktober hervorgeht, wollen einige Währungshüter im kommenden Jahr eine Ausweitung des Kaufprogramms für Hypothekenpapiere zur Ankurbelung der amerikanischen Wirtschaft.
Zweijährige Anleihen stiegen um 1/32 Punkte auf 100 0/32 Punkte und rentierten mit 0,254 Prozent. Fünfjährige Anleihen notierten unverändert bei 100 20/32 Punkten. Sie rentierten mit 0,623 Prozent. Richtungweisende zehnjährige Anleihen rückten um 3/32 Punkte auf 100 11/32 Punkte vor. Ihre Rendite betrug 1,589 Prozent. Lang laufende Anleihen mit einer Laufzeit von dreißig Jahren kletterten um 2/32 Punkte auf 99 16/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,725 Prozent.


Text: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones

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