24. Mai 2013

Vor der Reform

Was die Mietrecht-Änderung bedeutet

06. Dezember 2012 Mehr als die Hälfte der rund 40 Millionen Wohnungen in Deutschland werden von Mietern und nicht von den Eigentümern bewohnt. Es überrascht daher nicht, dass Änderungen im Mietrecht besonders beäugt werden. Der Mieterbund wehrt sich energisch gegen die Pläne der Bundesregierung und spricht von Verschlechterungen, die sozial unausgewogen seien: Gegen die drängendsten Probleme wie Kostenexplosion und drohende Wohnungsnot werde damit nichts getan.

Was plant die Bundesregierung?

Vorgesehen sind verschiedene Änderungen im Mietrecht. Umstritten ist vor allem, dass künftig die Miete bei Energiespar-Sanierungen in den ersten drei Monaten nicht mehr zu mindern sein soll. Dabei geht es beispielsweise um neue Fenster und Heizungen oder bessere Dämmungen. Mieter müssen in dieser Zeit meist wochenlang Lärm, Staub und sonstige Beeinträchtigungen in Kauf nehmen. Deswegen die Miete zu mindern wie bei anderen Arbeiten, soll aber künftig drei Monate lang nicht mehr möglich sein. Die schwarz-gelbe Bundesregierung will damit gerade private Vermieter zu Investitionen ermuntern und sieht darin auch einen Impuls für die Energiewende. Schließlich komme eine sanierte Wohnung auch den Mietern in Form von günstigeren Nebenkosten zugute. Die Mietrechtsreform soll voraussichtlich am Donnerstag (13.11.) kommender Woche vom Bundestag verabschiedet werden.
  Mehr zum Thema
Artikel
Tools

Warum läuft der Mieterbund dagegen Sturm?

Während Eigentümerverbände die Reformpläne als überfällig begrüßen, sieht die Mieterlobby die Rechte der mehr als 20 Millionen Mieter in Gefahr. Eine vergleichbare Regelung gebe es im Zivilrecht nicht noch einmal. „Niemand muss 100 Prozent zahlen, wenn die Gegenleistung nicht zu 100 Prozent in Ordnung ist“, argumentiert der Mieterbund.

Was sieht der Regierungsentwurf noch vor?

Vermieter sollen wirksamer gegen „Mietnomaden“ vorgehen können. Neu geschaffen werden soll zudem ein neuer Kündigungsgrund: Auch wenn ein Mieter mit der Kautionszahlung zu sehr in Verzug ist, soll der Mietvertrag fristlos kündbar sein. Die Opposition bezweifelt, dass „Mietnomaden“ ein Massenphänomen sind. Wegen Einzelfällen dürfe nicht das Recht für alle verschärft werden, kritisiert die SPD. Außerdem soll eine bisher mögliche Umgehung des Kündigungsschutzes bei der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen unterbunden werden.

Der Mieterbund warnt vor einer Kostenexplosion und drohender Wohnungsnot - was ist dran?

Die Bundesregierung selbst hat erst in einem im Oktober verabschiedeten Bericht des Bauministeriums festgestellt, dass in Deutschland erhebliche Engpässe im Wohnungsmarkt entstanden seien, die Mieten und Kaufpreise vielerorts in die Höhe trieben. Der Mieterbund spricht aktuell von 250.000 fehlenden Mietwohnungen. Die Mietsteigerungen lagen laut dem Regierungsbericht im vergangenen Jahr bundesweit durchschnittlich bei rund 3 Prozent. Die höchsten Zuwächse gab es im Vergleich zum Vorjahr in Greifswald mit 10,4 Prozent, Bremen (8,8 Prozent) und Freiburg im Breisgau (8,1 Prozent). Erst im November gingen in mehreren deutschen Städten Tausende Menschen auf die Straße, um für bezahlbaren Wohnraum zu demonstrieren.

Was schlägt die Mieterlobby vor?

Langfristig muss nach Ansicht des Mieterbunds der Wohnungsneubau etwa mit Steuererleichterungen und Anreizen angekurbelt werden, kurzfristig müsse aber das Mietrecht geändert werden. Damit sollen vor allem die Mieter vor Kostenexplosionen geschützt werden. Der Verband fordert beispielsweise, dass die Miete bei neuen Verträgen höchstens 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen dürfen und die Regelungen zu Mieterhöhungen bei Modernisierungsmaßnahmen ersatzlos zu streichen und diesen Umstand im Mietspiegel zu berücksichtigen.


Text: FAZ.net mit dpa-AFX
Bildmaterial: dapd

Quicklinks
Spezialsuche:
Dax
F.A.Z.
Tec
Dow
Nas
23.05.2013 17:45 Uhr
Dax 8.351,98
−2,10 %
Dax
Tec
Dow
Nas
23.05.2013 17:35 Uhr
Tops & Flops Kurs in %
Merck 123,90 € +0,32%
FMC 53,60 € −0,59%
Beiersdorf 70,21 € −0,68%
E.ON 13,23 € −0,82%
Fresenius 95,35 € −1,03%
Daimler 48,05 € −3,31%
Dt. Bank 35,94 € −3,35%
Allianz 117,60 € −3,45%
Infineon 6,38 € −3,61%
COMMERZBANK AG 7,86 € −6,12%
24.05.2013 04:09 Uhr
Name Kurs in %
DAX 8.351,98 −2,10%
FAZ-INDEX 1.749,80 −2,04%
TecDAX 960,99 −1,52%
MDAX 13.984,50 −1,92%
SDAX 5.935,67 −1,40%
REX 445,09 +0,05%
Eurostoxx 50 2.776,78 −2,05%
F.A.Z. EURO 91,32 € −2,20%
Dow Jones 15.294,50 −0,08%
Nasdaq 100 2.991,45 −0,26%
S&P500 1.650,51 −0,29%
Nikkei225 14.484,00 −7,32%
EUR/USD 1,2917 −0,12%
Rohöl Brent Crude 102,41 $ −0,24%
Gold 1.386,00 $ +0,05%
Bund Future 144,51 € +0,15%
Highlights
EUR/USD
EUR/GBP
EUR/JPY
EUR/CHF
24.05.2013 04:09 Uhr
 
        Vortag
1,2917
−0,12 %
24.05.2013 Uhr
Name Kurs in %
Gold 1.386,00 $ +0,05%
Silber 22,47 $ −0,66%
Platin 1.458,00 $ −0,48%
Palladium 736,00 $ −2,13%
Rohöl Brent Crude 102,41 $ −0,24%
Gas 0,66 £ −0,05%
Kaffee 1,29 $ −2,90%
Zucker 0,17 $ −1,66%
Orangensaft 1,46 $ +2,59%
AMEX GOLD BUGS 601,37 --%
AMEX OIL 1.151,96 --%
Rogers International 24,14 +0,50%
Deutschland
Europa
23.05.2013 17:59 Uhr
Name Kurs in %
FAZ-INDEX 1.749,80 −2,04%
F.A.Z. BANKEN EUR 601,91 € −3,88%
F.A.Z. VERSICHERU... 21.029,60 € −2,81%
F.A.Z. IT + ELEKT... 4.084,82 € −1,80%
F.A.Z. BAU + IMMO... 3.385,54 € −2,14%
F.A.Z. CHEMIE + P... 2.554,30 € −1,56%
F.A.Z. VERS. + TE... 850,99 € −1,36%
F.A.Z. AUTO + ZUL... 3.371,74 € −2,82%
F.A.Z. MASCHINENB... 574,95 € −1,07%
F.A.Z. GRUNDSTOFF... 948,26 € −2,37%
F.A.Z. HANDEL + V... 1.285,80 € −2,18%
F.A.Z. KONSUMG. +... 1.294,33 € −1,29%
F.A.Z. ERNEUERB. ... 270,18 € −2,75%
3 Monate
1 Jahr
5 Jahre
23.05.2013 11:43 Uhr
 
        Vortag
REXP 439,75
+1,21 %

Sie haben Fragen zu FAZfinance.NET?

Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2001-2013

Quellen: TeleTrader Software AG, FWW GmbH, Morningstar Deutschland GmbH und weitere. Alle Börsendaten werden mit mindestens 15 Minuten Verzögerung dargestellt. Realtime-Index-Daten in Zusammenarbeit mit der Boerse Stuttgart - Powered by Structured Solutions

 
© 2013 Morningstar, Inc. Alle Rechte vorbehalten. Die hierin enthaltenen Informationen: (1) sind für Morningstar und/oder ihre Inhalte-Anbieter urheberrechtlich geschützt; (2) dürfen nicht vervielfältigt oder verbreitet werden; und (3) deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wird nicht garantiert. Weder Morningstar noch deren Inhalte-Anbieter sind verantwortlich für etwaige Schäden oder Verluste, die aus der Verwendung dieser Informationen entstehen. Die Wertentwicklungen in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.