22. Mai 2013

Apple-Aktie

Warten auf die Wende

Von Martin Hock
28. Januar 2013 Was zum Teufel ist bloß mit der Apple-Aktie los? Das werden sich in den vergangenen Monaten doch einige Investoren gefragt haben. Die jüngsten Quartalszahlen lieferten dann nachträglich so manche Rechtfertigung.
Die Verkaufszahlen für das iPhone fielen geringer aus, als von Analysten vorher geschätzt. Statt 50 Millionen iPhones hat das Unternehmen im Weihnachtsquartal 2012 nur 47,8 Millionen verkauft. Auch das Umsatzwachstum lag unter den Erwartungen, der Gewinn stagnierte auf dem Vorjahresniveau. Für das kommende Quartal rechnet Apple nur noch mit einem einstelligen Umsatzwachstum. Der Ausblick sei eine Enttäuschung, hieß es.
  Mehr zum Thema
Artikel
Kurse & Charts
Tools

Permanente Revolution ist unrealistisch

Na und? Apple verzeichnete einen Rekordumsatz mit iPhones. Das iPad geht weiter weg wie warme Semmeln. Und was haben wir eigentlich erwartet? Dass die Vereinigten Staaten ihre Flagge durch das Apple-Symbol ersetzen? Dass Apple nach dem Markt für Desktop-PCs (die gab es schon vor dem iMac), für MP3-Player (die gab es vor dem iPod), dem Geschäft mit Musik-Downloads (gab es schon vor iTunes), mit Mobiltelefonen (gab es schon vor dem iPhone) und Tablet-PCs (gab es auch vor dem iPad, wollte nur keiner) jetzt auch noch den Markt für Fahrräder, Wohnzimmertische und Handtaschen revolutioniert?
Wachstum und Innovation sind wichtig und haben Apple in den vergangenen Jahren groß gemacht. Aber Wachstum und Innovation müssen gemanagt werden. Kleine und mittlere Marktteilnehmer müssen wachsen, um eine kritische Größe zu erreichen, dann ist es aber höchste Zeit auszuruhen, zu konsolidieren und den Fuß etwas vom Gas zu nehmen. Nicht zu viel, denn dann könne die anderen überholen. Die Wettbewerber haben tatsächlich aufgeholt. Bestes Beispiel ist Samsung. Das geht natürlich zu Lasten der Glorie.

Keine neue Microsoft

Aber ist etwas weniger Glanz ein Problem? Warum sollte es eines sein? Die Fundamentaldaten von Apple sind gut. Die Aktie wird mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von weniger als 10 gehandelt. Das ist billig. Und der Dreh bei liegt nicht beim Umsatz mit Geräten. Apple lieferte mit den Geräten eine Dienstleistungswelt aus, heißt sie nun iTunes oder AppStore. In den vergangenen neun Monaten zahlte Apple an App-Entwickler 3 Milliarden Dollar. Das bedeutet, dass der Konzern mehr als 1 Milliarde Dollar damit einnahm, ohne viel dazu zu tun.
Sorgen machen sich Anleger vor allem mit Blick auf vergleichbare Karrieren. Paulo Santos vom Online-Broker XTB hat den Vergleich mit Microsoft und  Cisco aufgemacht, den Herrschern der PC-Betriebssysteme und des Internet-Datenverkehrs. In den ersten Jahren des vergangenen Jahrzehnts stiegen deren Aktienkurse um 1029 bzw. 1827 Prozent. In den folgenden 12 Jahren fielen diese um 40 bzw. mehr als 72 Prozent – obwohl die gewinne der Unternehmen stiegen.
Die Krux aber, rechnet Santos vor, ist dass beide Aktien auf dem Höhepunkt ihrer Kursentwicklung mit KGVs von 84 bzw. 222 gehandelt wurden. Bei Apple waren es 16. Rechnet man diese Kursverluste analog auf Apple um, so hätte der Aktienkurs nur um etwa 5 bis 10 Prozent nachgeben dürfen – statt um 37 Prozent.

Margendruck wäre möglich

Doch ganz so läuft es an der Börse nicht. Erfüllen Aktien nicht mehr die in sie gesetzten – gleich wie unrealistischen – Hoffnungen, werden erst einmal Gewinne mitgenommen. Das ist mitunter auch ganz vernünftig, um Klumpenrisiken zu vermeiden.
Tatsächlich ist auch ein langsam wachsenderes Apple immer noch attraktiv. Der Kursrutsch vom Donnerstag um mehr als 10 Prozent war übertrieben. Werden iPhone-Besitzer sich in Massen andere Smartphones kaufen? Warum sollten sie? Wird es keine neuen Apps mehr geben? Wohl kaum.
Was tatsächlich möglich ist, dass andere Hersteller Apple den Rang ablaufen. Dass Apple ohne Steve Jobs die Innovationsführerschaft abgibt. Andererseits ist von der Konkurrenz nicht viel zu sehen, was Apple gefährlich zu werden droht.
Ungemach kann auch durch Preisdruck entstehen. Die Welt muss nicht immer mit einem Knall enden. In der Zange von Preisdruck auf der Absatzseite durch gesättigte Märkte im Westen und größerem Preisbewusstsein in den Schwellenländern könnten die Margen unter Druck geraten.

Die Wende sollte bald kommen

Doch mit sinkenden Bruttomargen rechnen Analysten schon heute und dennoch ist die Apple-Aktie fundamental so günstig wie selten. Das honoriert der Markt am Montag mit Kursgewinnen von immerhin 3 Prozent. Ob das aber schon die Wende ist, ist angesichts der charttechnischen Lage eher fraglich.
Wer nichts verpassen will, kann jetzt mit Blick auf eine längerfristige Entwicklung möglicherweise schon zugreifen. Zwischen 400 und 425 Dollar aber sollte die Wende spätestens eintreten. Denn für einen Bruch dieser Unterstützung fehlt einfach die fundamentale Basis.


Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, FAZFinance

Quicklinks
Spezialsuche:
Dax
F.A.Z.
Tec
Dow
Nas
22.05.2013 17:45 Uhr
Dax 8.530,89
+0,69 %
Dax
Tec
Dow
Nas
22.05.2013 17:35 Uhr
Tops & Flops Kurs in %
Merck 123,50 € +3,43%
ThyssenKrupp 15,64 € +2,59%
Fresenius 96,34 € +2,47%
COMMERZBANK AG 8,37 € +2,26%
Dt. Post 20,61 € +1,83%
Munich Re 147,65 € −0,07%
K+S AG NA O.N. 32,84 € −0,20%
Infineon 6,62 € −0,36%
BMW 73,35 € −0,65%
HeidelbergCement 59,14 € −0,97%
22.05.2013 23:49 Uhr
Name Kurs in %
DAX 8.530,89 +0,69%
FAZ-INDEX 1.786,27 +0,67%
TecDAX 975,80 +0,72%
MDAX 14.258,80 +0,41%
SDAX 6.019,65 −0,13%
REX 444,85 −0,03%
Eurostoxx 50 2.835,01 +0,47%
F.A.Z. EURO 93,37 € +0,50%
Dow Jones 15.307,20 −0,52%
Nasdaq 100 2.999,13 −0,90%
S&P500 1.655,35 −0,83%
Nikkei225 15.627,30 +1,60%
EUR/USD 1,2854 −0,40%
Rohöl Brent Crude 102,30 $ −1,28%
Gold 1.378,75 $ +1,85%
Bund Future 144,30 € −0,24%
Highlights
EUR/USD
EUR/GBP
EUR/JPY
EUR/CHF
22.05.2013 23:49 Uhr
 
        Vortag
1,2854
−0,40 %
22.05.2013 Uhr
Name Kurs in %
Gold 1.378,75 $ +1,85%
Silber 22,44 $ +3,60%
Platin 1.468,00 $ +1,10%
Palladium 742,00 $ +0,82%
Rohöl Brent Crude 102,30 $ −1,28%
Gas 0,66 £ +0,39%
Kaffee 1,33 $ −2,35%
Zucker 0,17 $ +0,48%
Orangensaft 1,43 $ −0,73%
AMEX GOLD BUGS 601,37 --%
AMEX OIL 1.151,96 --%
Rogers International 24,14 +0,50%
Deutschland
Europa
22.05.2013 17:59 Uhr
Name Kurs in %
FAZ-INDEX 1.786,27 +0,67%
F.A.Z. BANKEN EUR 626,18 € +1,57%
F.A.Z. VERSICHERU... 21.638,50 € +0,82%
F.A.Z. IT + ELEKT... 4.159,56 € +0,57%
F.A.Z. BAU + IMMO... 3.459,72 € −0,57%
F.A.Z. CHEMIE + P... 2.594,72 € +0,78%
F.A.Z. VERS. + TE... 862,74 € +0,58%
F.A.Z. AUTO + ZUL... 3.469,61 € +0,09%
F.A.Z. MASCHINENB... 581,14 € +0,13%
F.A.Z. GRUNDSTOFF... 971,31 € +0,85%
F.A.Z. HANDEL + V... 1.314,43 € +2,30%
F.A.Z. KONSUMG. +... 1.311,19 € +0,07%
F.A.Z. ERNEUERB. ... 277,82 € +3,64%
3 Monate
1 Jahr
5 Jahre
22.05.2013 11:43 Uhr
 
        Vortag
REXP 439,75
+1,16 %

Sie haben Fragen zu FAZfinance.NET?

Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2001-2013

Quellen: TeleTrader Software AG, FWW GmbH, Morningstar Deutschland GmbH und weitere. Alle Börsendaten werden mit mindestens 15 Minuten Verzögerung dargestellt. Realtime-Index-Daten in Zusammenarbeit mit der Boerse Stuttgart - Powered by Structured Solutions

 
© 2013 Morningstar, Inc. Alle Rechte vorbehalten. Die hierin enthaltenen Informationen: (1) sind für Morningstar und/oder ihre Inhalte-Anbieter urheberrechtlich geschützt; (2) dürfen nicht vervielfältigt oder verbreitet werden; und (3) deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wird nicht garantiert. Weder Morningstar noch deren Inhalte-Anbieter sind verantwortlich für etwaige Schäden oder Verluste, die aus der Verwendung dieser Informationen entstehen. Die Wertentwicklungen in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.