17. Mai 2012

Blick auf den Finanzmarkt

Vorgaben aus Amerika belasten Dax zum Handelsstart

Dax mit Abschlägen - Gewinnmitnahmen belasten

26. Januar 2012 Nach drei positiven Handelstagen in Folge haben am Freitag schwache Vorgaben für Gewinnmitnahmen am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Der Dax gibt zum Auftakt um 0,4 Prozent auf 6.512 Punkte nach. Am Vortag hatte der Leitindex noch erstmals seit Anfang August wieder über der Marke von 6.500 Punkten geschlossen. Auf Wochensicht könnte der Index aber einmal mehr zulegen - es wäre die sechste Gewinnwoche in Folge. Der MDax der mittelgroßen Werte verliert am Freitagmorgen 0,28 Prozent auf 9.946,65 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax sinkt um 0,26 Prozent auf 743,82 Punkte.
Zu den größten Verlierern im Dax zählen ThyssenKrupp mit einem Abschlag von 0,7 Prozent. Wie Reuters aus Kreisen erfahren hat, plant der Industriekonzern kommende Woche eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung, um über den Verkauf der Edelstahlsparte an die finnische Outokumpu zu entscheiden. Am Vortag hatten die ThyssenKrupp-Aktien 4,5 Prozent gewonnen.
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Nach den starken Zuwächsen im europäischen Geschäft vom Vortag nähmen die Anleger angesichts der bröckelnden Kurse an den amerikanischen Börsen zunächst einige Gewinne mit, sagte Stratege Stan Shamu von IG Markets. Zudem schwele immer noch das ungelöste Thema Griechenland, ergänzte ein Händler. Derweil traut Analyst Werner Bader von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) dem Dax im Handelsverlauf eine freundliche Entwicklung zu. Die Wall Street hatte am Vorabend unter etwas enttäuschenden Daten vom Immobilienmarkt gelitten und der Future auf den Leitindex Dow Jones Industrial verlor 0,70 Prozent seit dem Dax-Xetra-Schluss. Die asiatischen Börsen zeigten sich am Freitagmorgen wenig bewegt. Am Nachmittag könnten weitere Impulse aus Amerika durch Zahlen von Chevron und dem Verbrauchervertrauen der Uni Michigan kommen. (dpa-AFX, Reuters)

Deutsche Anleihen: Weitere Kursgewinne zur Eröffnung

Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Freitag weiter zugelegt. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg am Morgen um 0,20 Prozent auf 138,97 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank um zwei Basispunkte auf 1,85 Prozent. Seit Mittwoch profitieren sichere Anlagen wie deutsche Staatstitel von der abermals expansiveren Geldpolitik der amerikanischen Notenbank Fed. Zur Wochenmitte hatte sie ihr Versprechen rekordniedriger Zinsen von Mitte 2013 auf Ende 2014 verlängert, obwohl Konjunkturdaten bereits zum Jahresende 2011 hin überwiegend robust ausgefallen waren. Diesen Trend dürften erste Wachstumszahlen für das Schlussquartal bestätigen, die am Freitagnachmittag veröffentlicht werden. (dpa-AFX)

Immobilien-Daten belasten Wall Street - Gewinnmitnahmen

Der schwächere amerikanische Eigenheimabsatz im Dezember hat der Wall Street den aufflammenden Optimismus wieder genommen. Nachdem die Aussicht auf eine Fortsetzung der amerikanischen Nullzinspolitik der Börse in New York zunächst Gewinne bescherte, enttäuschten die Nachrichten vom Häusermarkt und drückten die wichtigsten Indizes ins Minus. Anleger nahmen Gewinne mit. Immobilien- und Finanzwerte standen auf den Verkaufszetteln.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 12.734 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte das Marktbarometer zwischen 12.695 und 12.841 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1318 Punkten, ein Minus von 0,6 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,5 Prozent und ging mit 2805 Punkten aus dem Handel. In Frankfurt schloss der Dax 1,8 Prozent im Plus auf 6539 Punkten.
Die Zahl der verkauften Eigenheime fiel im Dezember um 2,2 Prozent. Der Schätzung zufolge wurden aufs Jahr hochgerechnet 307.000 Neubauten verkauft. Von Reuters befragte Volkswirte hatten jedoch mit 320.000 gerechnet. Nach Veröffentlichung der Daten lag der PHLX Immobiliensektor-Index 1,3 Prozent tiefer. Einzelwerte wie Toll Brothers verloren fünf Prozent. Händler trennten sich auch von Bankenwerten: Die Geldhäuser hätten von einer Erholung der Immobilien-Branche profitieren können. Der KBW Banken-Index schloss 2,2 Prozent tiefer.
Eingegrenzt wurden die Verluste durch das Zins-Bekenntnis der Fed. Die amerikanische Notenbank will ihre Nullzinspolitik für weitere rund drei Jahre beibehalten und damit deutlich länger als an den Finanzmärkten erwartet. Zudem gaben positive Daten zum Amerikanischen Auftragseingang für langlebige Güter Konjunkturoptimisten neue Nahrung. Die starke Nachfrage nach Flugzeugen bescherte der amerikanischen Industrie im Dezember ein überraschend großes Auftragsplus. Die Bestellungen für langlebige Güter stiegen um drei Prozent. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Plus von zwei Prozent gerechnet.
Bei den Einzelwerten stieß das Papier von Caterpillar auf besonderes Interesse. Der weltgrößte Baumaschinenhersteller erwirtschaftete im vierten Quartal einen Rekordgewinn. Das Unternehmen wies ein Gewinnplus von 83 Prozent aus. Die Aktie gewann 2,1 Prozent.
Besser als von Experten erwartet fiel das Quartalsergebnis des Mischkonzerns 3M aus. Die Aktie legte 1,3 Prozent zu. Mit mehr als zwei Prozent im Minus schloss dagegen die Aktie von AT&T. Die gescheiterte Mobilfunk-Ehe mit der Deutschen Telekom kommt dem amerikanischen Unternehmen teuer zu stehen. Wegen einer Milliarden-Entschädigung an die Deutschen und anderer Belastungen entstand im vierten Quartal unter dem Strich ein Verlust von 6,7 Milliarden Dollar.
Der weltgrößte Biotechnologiekonzern Amgen kündigte an, den kleineren amerikanischen Rivalen Micromet für 1,16 Milliarden Dollar zu übernehmen. Das gab der Micromet-Aktie kräftig Auftrieb: Das Papier schoss rund 32 Prozent nach oben. Amgen verlor 1,6 Prozent.
An der New York Stock Exchange wechselten rund 860 Millionen Aktien den Besitzer. 1469 Werte legten zu, 1513 gaben nach und 101 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,03 Milliarden Aktien 1129 im Plus, 1366 im Minus und 117 unverändert. (Reuters)

Wall Street Nachbörse / Juniper Networks und Starbucks unter Druck

Juniper Networks und Riverbed Technology sind am Donnerstag im nachbörslichen Handel unter Druck geraten, nachdem beide Unternehmen enttäuschende Ausblicke abgeliefert hatten. Auch der Kurs der Kaffeehauskette Starbucks verzeichnete Einbußen. Juniper Networks rutschten bis 19.59 Uhr Ortszeit New York auf nasdaq.com um 8,1 Prozent ab auf 20,56 Dollar. Sowohl die Gewinn- als auch die Umsatzprognose für das erste Quartal des Technologieunternehmens verfehlten die Konsensschätzungen deutlich. In dem Ausblick komme die Unsicherheit im derzeitigen Marktumfeld zum Ausdruck, betonte Juniper. Mit den vorgelegten Viertquartalszahlen erfüllte das Unternehmen die Marktprognosen.
Um 13,8 Prozent auf 25,80 Dollar nach unten ging es für die Aktie der im Bereich Cloud-Technologie tätigen Riverbed Technology. Hier verfehlte der Umsatzausblick die Markterwartung, während die Viertquartalszahlen im Vorjahresvergleich einen Anstieg zeigten. KLA-Tencor stiegen dagegen um 3,7 Prozent auf 52,14 Dollar nach besser als erwartet ausgefallen Quartalszahlen des Herstellers von Ausrüstung für die Halbleiterproduktion. Starbucks verloren 2,1 Prozent auf 47,31 Dollar, gedrückt von Gewinnmitnahmen. Die Quartalszahlen hatten die Prognosen zwar knapp übertroffen, nach der guten Kursentwicklung hätten Anleger gleichwohl Gewinn eingestrichen, hieß es. (Dow Jones)

Amerikanische Bonds gefragt nach Fed-Zinsentscheid

Befürchtungen vor einer Ausweitung der Euro-Schuldenkrise und die fortgesetzte Nullzinspolitik der amerikanische Notenbank Fed haben amerikanischen Staatsanleihen am Donnerstag Auftrieb gegeben. Anleger kauften die als sicher geltenden Bonds, nachdem die Fed am Mittwoch erklärte, vor Ende 2014 sei wegen der konjunkturellen Malaise der Vereinigten Staaten wahrscheinlich nicht mit einer Erhöhung des aktuell bei 0 bis 0,25 liegenden Leitzinses zu rechnen. Das zehnjährige Papier gewann 20/32 auf 100-19/32. Die Rendite lag bei 1,9313 Prozent. Die dreißigjährige Anleihe legte um 1-06/32 zu auf 100-21/32 und rentierte mit 3,0910 Prozent. (Reuters)

Euro verschnauft an 1,31er Marke

Der Euro bröckelt am Freitagmorgen etwas ab. Gegen 7.47 Uhr steht die Gemeinschaftswährung bei 1,3111 Dollar nach 1,3109 Dollar im späten New Yorker Handel und einem Tageshoch von 1,3184 Dollar am Donnerstag. „Der Euro verdaut die Gewinne, die nach der amerikanischen Notenbanksitzung aufgelaufen sind“, so ein Händler. Da stieg der Euro von Ständen unter 1,30 Dollar auf den höchsten Stand seit gut fünf Wochen, weil die Notenbank die Phase der ultralockeren Geldpolitik mit Zinsen nahe Null weiter ausgedehnt hat. „Nun verschnauft der Euro um 1,31 Dollar“, so ein Marktteilnehmer.
Über die Aussichten streiten sich die Marktteilnehmer: Sumino Kamei von der Bank Mitsubishi in Tokio meint, die ungelöste Krise in der Euro-Zone sei wieder in den Vordergrund gerückt und dürfte den Euro weiter belasten. Die Krise um den griechischen Schuldenschnitt ist weiter ungelöst und die Aussichten auf ein Entlassen Portugals aus dem Rettungsschirm an die Kapitalmärkte verschlechtern sich. Andere Marktteilnehmer meinen dagegen, gute Daten wie zum Beispiel zum amerikanischen Wirtschaftswachstum am Freitagnachmittag könnten die Risikobereitschaft der Anleger stützen und den Euro nach oben treiben. Laut Prognosen dürfte die Wirtschaftstätigkeit im vierten Quartal annualisiert um drei Prozent zugenommen haben.
Die Markttechnik spreche für mindestens einen weiteren Erholungsschub, heißt es in den Mußler-Briefen. Daran änderte auch ein Rückgang an den kurzfristigen Aufwärtstrend bei derzeit 1,3010 Dollar nichts. Fest ist der Yen, der sowohl zum Euro als auch zum Dollar zulegt. Die Feinunze Gold wird mit 1.718 Dollar gehandelt nach einem Londoner Nachmittag-Fixing von 1.727,00 Dollar am Donnerstag. (Dow Jones)

Ölpreise kaum verändert

Die Ölpreise haben sich am Freitag zunächst kaum bewegt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März 110,97 US-Dollar. Das waren 18 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der Sorte WTI (West Texas Intermediate) stieg ebenfalls nur geringfügig um sechs Cent auf 99,76 Dollar.
Zuletzt hatten die Ölpreise insbesondere von zwei Faktoren profitiert. Zum einen waren jüngste Konjunkturdaten aus dem weltweit größten Ölverbraucherland Amerika überwiegend robust ausgefallen. Darüber hinaus hatte die US-Notenbank Fed am Mittwoch ihre ohnehin hoch-expansive Geldpolitik nochmals gelockert. Anstatt wie bislang einen Niedrigzins bis Mitte 2013 zu garantieren, spricht sie nun von Ende 2014. Vor allem riskantere Anlageformen, zu denen auch Rohstoffe wie Rohöl gehören, wurden hierdurch beflügelt. (dpa-AFX)

Tokios Börse schließt leichter

Die Börse in Tokio hat am Freitag angesichts der erneuten Festigung des Yen anfängliche Gewinne wieder abgegeben und leicht im Minus geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte zum Handelsende einen geringfügigen Abschlag von 8,25 Punkten oder 0,09 Prozent beim Stand von 8841,22 Punkten. Der breit gefasste Topix fiel leicht um 3,48 Punkte oder 0,46 Prozent auf 761,13 Zähler. In der Wochenbilanz verbesserte sich der Nikkei um 0,85 Prozent und der Topix um 0,74 Prozent. (dpa)

Aktien China mittags behauptet - Aufwärtstrend ermüdet

Die Börse in Hongkong zeigt sich am Freitag nach fünf Handelstagen in Folge mit Kursgewinnen behauptet. Der HSI steht zum Mittag (Ortszeit) minimal im Minus bei 20.432 Punkten, nachdem er zunächst weiter zugelegt hatte. Händler sprechen ersten Ermüdungserscheinungen nach dem Plus von zuletzt 7,5 Prozent. An der Börse in Schanghai wird wegen der Feierlichkeiten rund um das Neujahrsfest erst am Montag wider gehandelt.
Da der Markt inzwischen überkauft erscheine und zudem bei 21.000 Punkten ein technischer Widerstand liege, dürften kurzfristig Gewinnmitnahmen überwiegen, so Marktkenner Ben Kwong von KGI Asia. Vor allem dürften diese zyklische Papiere betreffen, während defensive Aktien wie China Mobile (+1,2 Prozent) gesucht sein könnten. Gewinnmitnahmen drücken dagegen China Life um 1,9 Prozent und China Overseas Land um 1,5 Prozent. (Dow Jones)

Aktien Seoul schließen etwas fester - Samsung im Fokus

Anhaltende Käufe ausländischer Teilnehmer haben der Börse in Seoul am Freitag ein kleines Plus beschert. Bereits den zwölften Handelstag in Folge hätten ausländische Adressen netto Aktien gekauft, sagte Analyst Oh On-su von Hyundai Securities. Der Kospi gewann 0,4 Prozent auf 1.964 Punkte. „Die Investoren haben Finanzaktien angesichts der nachlassenden Sorgen bezüglich der europäischen Schuldenkrise gekauft, aber Autowerte verkauft, nachdem Hyundai und Kia unter den Erwartungen ausgefallenen Viertquartalszahlen vorgelegt haben“, erklärte der Experte. Angesichts der verbesserten Stimmung sei ein Angriff auf die 2.000er Marke kurzfristig möglich.
Im Mittelpunkt des Geschehens standen Samsung mit dem Ausweis der Viertquartalszahlen. Von Oktober bis Dezember belief sich der Gewinn auf 4 Billionen Won nach 3,42 Billionen vor Jahresfrist. Analysten hatten 4,12 Billionen erwartet. Samsung Electronics schlossen 1,1 Prozent fester mit 1.125.000 Won. LG Display profitierten unterdessen von einem niedriger als befürchtet ausgefallenen Verlust und kamen um 2 Prozent voran auf 28.550 Won. Im Autosektor verloren Hyundai Motor 3,5 Prozent auf 221.000 Won. Kia Motors büßten 2,8 Prozent ein auf 67.100 Won nach einem schwach ausgefallenen Nettogewinn. Besser als der breite Markt liefen Finanzwerte. Hana Financial gewannen 3,8 Prozent auf 39.950 Won, nachdem der Finanzmarktregulierer des Landes angekündigt hatte, das Gebot von Hana für 51,02 Prozent an KEB überprüfen zu wollen. KEB verteuerten sich um 1,5 Prozent auf 8.150 Won. (Dow Jones)

Börsen in Lateinamerika uneinheitlich

Lateinamerikas Hauptbörsen sind am Donnerstag uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Im brasilianischen São Paulo konnte der Index der Bovespa-Börse (Ibovespa) 466,84 Punkte oder 0,75 Prozent auf 62 953,10 Zähler zulegen. In Mexiko-Stadt stieg der IPC-Index leicht um 27,92 Punkte oder 0,08 Prozent auf 37 240,78 Zähler. In Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires endete der Wertpapierhandel dagegen im Minus: Der Merval-Index gab 6,23 Punkte nach und sank um 0,21 Prozent auf 2908,70 Zähler. (dpa)


Text: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

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