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Amerikanischer Aktienmarkt
Von aufstrebender Dynamik ist keine Rede mehr
22. Januar 2013 An der Wall Street weist die Tendenz ungebrochen nach oben. Es ist jedoch offenkundig, dass der amerikanische Aktienmarkt erhebliche Mühe hat, weiter nach oben voranzukommen. Von aufstrebender Dynamik kann nach dem Urteil technisch orientierter Analysten inzwischen keine Rede mehr sein, obgleich der Optimismus unter den Anlegern unverkennbar sei. Doch gerade diese Zuversicht, die sich in dem zuletzt stark gewachsenen Mittelzufluss bei den Aktienfonds ausdrückt, ist einer der Aspekte, die Techniker zunehmend bedenklich stimmen.
Das große Bild
In letzter Zeit dreht sich die Diskussion unter den Strategen und Analysten wieder einmal auffallend stark um das große Bild vom amerikanischen Aktienmarkt. Dabei wird immer wieder darauf hingewiesen, dass es grundsätzlich zu unterscheiden gelte zwischen einer auf fundamentalen Bedingungen basierenden Hausse und einer Hausse, die auf hoher verfügbarer Liquidität beruhe. Die noch laufende Hausse gründet sich nach der Überzeugung vieler Analysten nicht auf günstige fundamentale Perspektiven. Als Hauptargument führen sie an, dass der Zyklus der Unternehmensergebnisse nun schon seit zwölf Monaten nach unten weise und dass es weitere zwölf bis 24 Monate dauern könne, bis sich die Tendenz hier wieder zum Positiven umkehre. Diese Wende liege in viel zu weiter Ferne, als dass sie der Markt heute schon in den Kursen vorwegnehmen könne.
Tatsächlich handele es sich bei den Kurssteigerungen um eine Liquiditätshausse. Ihr würde der Boden entzogen, wenn Hinweise auf eine auch nur weniger lockere Geldpolitik der Notenbank in Washington wahrgenommen werden sollten. Im Zuge einer Liquiditätshausse entfernten sich die Kurse von der fundamentalen Realität. Um wieder Bodenhaftung zu erlangen, müssten die Indizes entweder so lange auf hohem Niveau stagnieren, bis die fundamentalen Gegebenheiten „nachgewachsen“ seien. Dies könne Jahre dauern. Oder die Indizes müssten fallen, um sich der Realität zu nähern, was aber, wie die Erfahrung zeige, zu Exzessen nach unten hin führen würde.
Weiter anziehende Kurse?
Walter Murphy, ein unabhängiger Techniker, erwartet nach dem Stand der von ihm verfolgten Indikatoren in den nächsten Wochen weiter anziehende Kurse. Mit vorübergehenden Rückschlägen müsse jedoch immer gerechnet werden. Unter längerfristigen Aspekten biete sich aber kein so erfreuliches Bild. Der Markt sei „überkauft“ und die Stimmung unter den Anlegern zu optimistisch. Letzteres belege der VIX-Index für den Standard & Poor’s 500 Index (S&P 500), der die Schwankungsanfälligkeit (Volatilität) wiedergibt. Dieser Indikator befindet sich auf dem niedrigsten Niveau seit sechs Jahren. Damit drückt er ein hohes Maß an Sorglosigkeit der Anleger gegenüber den vorhandenen Risiken aus. Murphy stellt ferner fest, dass der S&P 500 kürzlich erst den höchsten Stand seit fünf Jahren erreicht hat und dass sich der Dow-Jones-Index für Transportaktien auf Rekordniveau befindet. Alles in allem scheine sich der S&P 500 aber im Spätstadium des 2009 entstandenen, inzwischen fragil gewordenen Haussezyklus zu befinden.
Murphy holt aber noch weiter aus. In diesem Monat sei der vierzigste Jahrestag eines bedeutenden Kursgipfels. Ende 1972 habe der Dow-Jones-Index für Industriewerte erstmals über der Marke von 1000 Punkten geschlossen, und im Januar 1973 habe er auf Schlussbasis das damalige Rekordhoch von 1052 Zählern erklommen. Auch beim S&P 500 sei der seinerzeit absolute Höchststand von mehr als 120 Punkten verzeichnet worden. Bemerkenswert erscheine in diesem Zusammenhang, dass im Januar 1973 auch das erste Jahr einer neuen Amtszeit für den amerikanischen Präsidenten gewesen sei. Murphy weist darauf hin, dass der Fachdienst Investors Intelligence damals einen Anteil der Baissiers unter den Beratungsdiensten von nur 12,9 Prozent ermittelt habe.
Korrektur könnte im Februar kommen
Die Welt scheine also in Ordnung gewesen zu sein. Dennoch habe der Markt seinerzeit zu einer Korrektur angesetzt, und der Rekordstand des Dow Jones von damals sei erst 1982 überschritten worden. Der Techniker will damit nicht sagen, dass sich dieses Verhaltensmuster des Marktes nun wiederholen werde. Doch er gibt sich davon überzeugt, dass die noch laufende Aufwärtsbewegung nach der „Elliott Wave Theory“ ein Haussezyklus im Rahmen einer langjährigen Baisse ist. Damit überwögen die Risiken sinkender Kurse nun bei weitem die Chancen auf einen weiteren Anstieg. Nach dem Ende des nun schon vier Jahre laufenden Haussezyklus könne es daher sehr lange dauern, bis die Indizes ihren gegenwärtigen Stand wieder erreichen.
Mary Ann Bartels, die Cheftechnikerin von Bank of America Merrill Lynch, hat kürzlich erklärt, die Indizes könnten im Januar durchaus noch etwas weiter steigen, doch müssten sich die Anleger auf eine im Februar beginnende Korrektur von zehn bis 15 Prozent einstellen. Sie schließt aber auch einen noch tieferen Fall von 20 bis 25 Prozent nicht aus. Dann würde nach gängiger Definition eine Baisse entstehen. Die Analystin beobachtet in diesem Zusammenhang aufmerksam den VIX-Index. Er könne im Laufe der erwarteten Korrektur von seinem derzeit extrem niedrigen Niveau von gut 12 Prozentpunkten aus auf bis zu 40 Zähler steigen.
Text: F.A.Z.
© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2013.
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22.05.2013 17:35 Uhr
| Tops & Flops | Kurs | in % |
| Merck | 123,50 € | +3,43% |
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| Fresenius | 96,34 € | +2,47% |
| COMMERZBANK AG | 8,37 € | +2,26% |
| Dt. Post | 20,61 € | +1,83% |
| Munich Re | 147,65 € | −0,07% |
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| Infineon | 6,62 € | −0,36% |
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23.05.2013 09:29 Uhr
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08:11TRENDUMFRAGE/DAX sehr schwach erwartet
07:38MÄRKTE ASIEN/Nikkei nach heftigen Schwankungen unter 15.000 Punkten
Highlights
23.05.2013 Uhr
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| Gold | 1.385,25 $ | +0,47% |
| Silber | 22,62 $ | +0,80% |
| Platin | 1.465,00 $ | −0,20% |
| Palladium | 752,00 $ | +1,35% |
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23.05.2013 09:15 Uhr
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| F.A.Z. BANKEN EUR | 606,36 € | −3,17% |
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