22. Mai 2013

Vermögensverwaltung

Taktik darf nicht übertrieben werden

Von Gerald Braunberger
25. Februar 2013 Mit dem Namen Goldman Sachs verbindet sich in erster Linie der Name einer international agierenden und nicht selten in den Schlagzeilen erscheinenden amerikanischen Investmentbank. Goldman Sachs ist in den Vereinigten Staaten aber schon seit mehr als 60 Jahren auch als Vermögensverwalter tätig. Seinerzeit wurde die Bank von der Familie Ford im Zuge des Börsengangs der Ford Motor Company mandatiert. Heute betreibt Goldman Sachs das Geschäft global mit einem verwalteten Vermögen von 390 Milliarden Dollar und rund 600 Beratern. In Deutschland ist Goldman Sachs in der Vermögensverwaltung seit den neunziger Jahren präsent.
Rudolf Lang, Leiter der Vermögensverwaltung, betont im Gespräch die Bedeutung einer langfristigen, an den Bedürfnissen des einzelnen Kunden ausgerichteten Vermögensallokation, also der Aufteilung des Vermögens auf Anlageklassen. Kurzfristiges Handeln auf Marktveränderungen müsse zwar auch sein, dürfe aber keinesfalls übertrieben werden.
  Mehr zum Thema
Artikel
Kurse & Charts
Tools

Niedrige Gebühren für Vermögensverwaltung

Lang betont den unabhängigen Ansatz der Vermögensverwaltung, die ihr eigenes Research unterhalte, innerhalb der Gesamtbank. Er zeigt sich opportunistisch in der Frage, ob konkret in Produkte der Bank oder in Produkte externer Anbieter investiert werden soll. Entscheidend sei zunächst die Verteilung der Mittel auf einzelne Anlageformen entsprechend der Risikoneigung des Kunden und der erwarteten Wertentwicklung der einzelnen Anlageklassen. Danach besteht nach seiner Sicht die Kunst der Vermögensverwaltung in der Antwort auf die Frage, in welchen Anlageklassen Extrarenditen („Alpha“) gegenüber dem Marktdurchschnitt zu erwarten sind. Wo keine Extrarenditen zu erwarten sind, kann sich eine passive Strategie empfehlen, ansonsten eine Alternative. Goldman hat weltweit mehr als 100 Milliarden Dollar externen Managern anvertraut.
Worin unterscheidet sich ein solcher Ansatz von jenem eines Family Office? Axel May, Berater von Goldman Sachs und früher lange im Management eines Family Office (Harald Quandt) tätig, sieht die Grenzen zum Teil verschwimmen. Wichtig sei, eine hohe Transparenz bei den Kosten herzustellen, damit der Kunde weiß, wofür er Geld bezahlt. Denn die Entscheidung, ob ein hauseigenes Produkt Verwendung findet oder ein externes, das aber teurer sein kann, mag aus der Sicht eines Kunden auch eine Kostenfrage sein. Eine Kostenfrage kann sich auch aus der Sicht des Vermögensverwalters ergeben: Je mehr Kunden ein Verwalter betreut, umso eher kann es sich schon aus Zeitgründen rechnen, auf eine Plattform mit hauseigenen Produkten zurückzugreifen.
Im internationalen Vergleich sind die Gebühren in der Verwaltung großer Vermögen in Deutschland sehr niedrig. Die Mentalität, wonach Beratung eigentlich nichts kosten solle, schlägt sich auch hier nieder. Kein Wunder, dass in Deutschland der Wettbewerb der Verwalter auch über den Preis geführt wird. Lang macht aber klar, dass es hier für Goldman Sachs Grenzen gibt und dass sich Leistung auch lohnen müsse.

Die Nachfrage nach alternativen Anlagen soll zunehmen

Eine Stärke einer international tätigen Bank sieht Lang in dem Zugang zu allen wichtigen Märkten und Marktteilnehmern rund um den Globus, in der Fähigkeit, Produkte unterschiedlichster Art konzipieren zu können, sowie in der Festigkeit, mit der eine große internationale Bank mit anderen Marktteilnehmern über Geschäfte verhandeln kann. Das Interesse deutscher Kunden an einer internationalen Strategie hat nach Langs Beobachtung zugenommen und übertrifft die Ausrichtung amerikanischer Anleger, die traditionell stark auf ihren - allerdings auch sehr großen - Heimatmarkt fokussiert ist.
Lang erwartet, dass die Nachfrage nach alternativen Anlagen wie Beteiligungskapital und Hedgefonds auch in Deutschland zunehmen sollte. May erinnert daran, dass amerikanische Universitätsstiftungen mit einem hohen Teil alternativer Anlagen besonders erfolgreich gewesen seien. Anleihen sollten wegen ihrer Liquidität nicht ganz aus den Portfolios verbannt werden. Was kann ein Anleger von Goldman Sachs erwarten? Lang denkt, dass ein konservatives Portfolio auf längere Sicht - aber nicht in den nächsten zwei bis drei Jahren - über 6 Prozent im Jahr bringen könnte.


Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AFP, F.A.Z.

Quicklinks
Spezialsuche:
Dax
F.A.Z.
Tec
Dow
Nas
22.05.2013 13:58 Uhr
Dax 8.460,97
−0,13 %
Dax
Tec
Dow
Nas
22.05.2013 13:48 Uhr
Tops & Flops Kurs in %
Merck 122,35 € +2,47%
ThyssenKrupp 15,62 € +2,43%
Lanxess 58,95 € +1,52%
Fresenius 94,81 € +0,84%
Dt. Boerse 47,33 € +0,54%
BASF SE NA O.N. 74,87 € −0,64%
Beiersdorf 70,02 € −0,86%
COMMERZBANK AG 8,10 € −1,08%
Daimler 49,07 € −1,17%
BMW 72,91 € −1,25%
22.05.2013 14:09 Uhr
Name Kurs in %
DAX 8.460,97 −0,13%
FAZ-INDEX 1.772,38 −0,12%
TecDAX 972,67 +0,39%
MDAX 14.185,00 −0,11%
SDAX 6.007,01 −0,34%
REX 444,85 −0,03%
Eurostoxx 50 2.813,42 −0,29%
F.A.Z. EURO 92,70 € −0,23%
Dow Jones 15.387,60 +0,34%
Nasdaq 100 3.026,45 +0,18%
S&P500 1.669,16 +0,17%
Nikkei225 15.627,30 +1,60%
EUR/USD 1,2926 +0,15%
Rohöl Brent Crude 103,65 $ +0,02%
Gold 1.378,75 $ +1,85%
Bund Future 144,80 € +0,11%
Highlights
EUR/USD
EUR/GBP
EUR/JPY
EUR/CHF
22.05.2013 14:09 Uhr
 
        Vortag
1,2926
+0,15 %
22.05.2013 Uhr
Name Kurs in %
Gold 1.378,75 $ +1,85%
Silber 22,44 $ +3,60%
Platin 1.468,00 $ +1,10%
Palladium 742,00 $ +0,82%
Rohöl Brent Crude 103,65 $ +0,02%
Gas 0,67 £ +0,50%
Kaffee 1,33 $ −2,35%
Zucker 0,17 $ +0,48%
Orangensaft 1,43 $ −0,73%
AMEX GOLD BUGS 601,37 --%
AMEX OIL 1.151,96 --%
Rogers International 24,14 +0,50%
Deutschland
Europa
22.05.2013 13:59 Uhr
Name Kurs in %
FAZ-INDEX 1.773,11 −0,07%
F.A.Z. BANKEN EUR 617,19 € +0,11%
F.A.Z. VERSICHERU... 21.498,20 € +0,16%
F.A.Z. IT + ELEKT... 4.132,18 € −0,09%
F.A.Z. BAU + IMMO... 3.463,08 € −0,48%
F.A.Z. CHEMIE + P... 2.574,61 € 0,00%
F.A.Z. VERS. + TE... 858,83 € +0,13%
F.A.Z. AUTO + ZUL... 3.438,69 € −0,80%
F.A.Z. MASCHINENB... 579,96 € −0,08%
F.A.Z. GRUNDSTOFF... 970,61 € +0,78%
F.A.Z. HANDEL + V... 1.297,35 € +0,97%
F.A.Z. KONSUMG. +... 1.300,79 € −0,72%
F.A.Z. ERNEUERB. ... 277,95 € +3,69%
3 Monate
1 Jahr
5 Jahre
22.05.2013 11:43 Uhr
 
        Vortag
REXP 439,75
+1,16 %

Sie haben Fragen zu FAZfinance.NET?

Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2001-2013

Quellen: TeleTrader Software AG, FWW GmbH, Morningstar Deutschland GmbH und weitere. Alle Börsendaten werden mit mindestens 15 Minuten Verzögerung dargestellt. Realtime-Index-Daten in Zusammenarbeit mit der Boerse Stuttgart - Powered by Structured Solutions

 
© 2013 Morningstar, Inc. Alle Rechte vorbehalten. Die hierin enthaltenen Informationen: (1) sind für Morningstar und/oder ihre Inhalte-Anbieter urheberrechtlich geschützt; (2) dürfen nicht vervielfältigt oder verbreitet werden; und (3) deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wird nicht garantiert. Weder Morningstar noch deren Inhalte-Anbieter sind verantwortlich für etwaige Schäden oder Verluste, die aus der Verwendung dieser Informationen entstehen. Die Wertentwicklungen in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.