17. Mai 2012

Pessimismus an der Börse

Rückkehr der Risikoscheu beendet Kurserholung

Von Alexander Armbruster, Frankfurt
19. September 2011 Zu Beginn der neuen Handelswoche hat sich an der Börse wieder Pessimismus breitgemacht. Die wichtigsten europäischen Aktienindizes gaben am Montag im Verlauf um mehr als 3 Prozent nach. Der Euro Stoxx 50, der die 50 wichtigsten börsennotierten Unternehmen des Euroraums abbildet, fiel um 3,4 Prozent auf 2090 Punkte. Einen bestimmten Auslöser habe es für die Kursverluste nicht gegeben, berichteten Marktteilnehmer. Die Unsicherheit unter den Anlegern wegen der Schuldendebatte in Europa und sich eintrübender Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft dauert nach einhelliger Auffassung an.
Zu den schwächsten Werten zählte am Montag die Aktie der Deutschen Börse mit einem Kursabschlag von bis zu 6 Prozent, aber auch die Großbank Société Générale und der Stahlkonzern Arcelor Mittal verloren an Wert. Der deutsche Standardwerteindex Dax gab um 3,6 Prozent nach auf weniger als 5400 Punkte, der hundert Werte umfassende F.A.Z.-Index fiel genauso stark auf 1220 Punkte. Noch zu Beginn der vergangenen Woche unterschritt der Dax vorübergehend die Marke von 5000 Punkten, um von dort ausgehend bis zum Wochenschluss gut 500 Punkte zuzulegen. An den Anleihemärkten standen vor allem griechischer Staatsanleihen unter Druck. Titel mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren rentierten mit mehr als 20 Prozent. Deutsche Bundesanleihen mit derselben Restlaufzeit rentierten mit 1,77 Prozent. Der Euro verlor mehr als 1 Prozent an Wert auf rund 1,36 Dollar.

Ein „Todeskreuz“

„Die Kurserholung der vergangenen Woche sollte nicht nachhaltig gewesen sein, wir erwarten, dass der Markt weiter volatil bleibt“, sagt Markus Wallner, Aktienstratege der Commerzbank. Die Frage, ob Aktien teuer sind, gemessen an den Aussichten der Unternehmen, deren Anteile sie verbriefen, spiele momentan keine Rolle. Entsprechend günstige Kennzahlen wie das Verhältnis zwischen Kursen und erwarteten Unternehmensgewinnen oder aus der Bilanz abgeleiteten Unternehmenswerten fänden kaum Beachtung. „Wenn wir fundamentale Daten anschauen, dann sehen wir derzeit zwar einige sich abschwächende Frühindikatoren, aber von Seiten der Unternehmen gibt es aus unseren Umfragen keine negativen Erwartungen etwa an das kommende Jahr“, sagt Wallner: „Tatsächlich orientiert sich der Markt derzeit aber nicht an fundamentalen Größen, sondern ist von Angst und Hoffnung im Bezug auf die Staatsverschuldungsdebatte getrieben.“ Wenn die Angst dominiert, fallen die Kurse. Daneben gibt auch ein Blick auf technische Indikatoren, die aus der vergangenen Kursentwicklung die künftige vorherzusagen versuchen, keinen allzu großen Anlass für Optimismus. Nicht nur im Dax, auch im amerikanischen Leitindex S&P 500 hat Mitte August beispielsweise der gleitende 50-Tages-Durchschnitt den gleitenden 200-Tages-Durchschnitt von oben nach unten durchbrochen. Anhänger der technischen Analyse nennen das ein „Todeskreuz“, weil diese Struktur häufig eine Schwächephase ankündigt (siehe Grafik).
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Neben der Schuldenkrise in Europa treibt Marktteilnehmer die Frage danach um, ob die hohen Kursverluste an den Märkten einen Rückgang der Wirtschaftsleistung weltweit auslösen werden - etwa auch in den Vereinigten Staaten. „Wir erwarten eine ausgedehnte Wachstumsdelle, aber keine Rezession“, sagt Tilmann Galler, Fondsmanager von JP Morgan Asset Management. Die Aktienmärkte der Vereinigten Staaten von Amerika und Deutschlands gehörten zu denjenigen, die in den weltweit aufgestellten Portfolios des Vermögensverwalters derzeit übergewichtet seien. Die starken Kursrückgänge im August machen nach Ansicht Gallers aber auch einige große, aufstrebene Volkswirtschaften für Aktienanlagen wieder attraktiver - darunter besonders den chinesischen und den brasilianischen Aktienmarkt.

Zu Beginn der neuen Handelswoche hat sich an der Börse wieder Pessimismus breitgemacht. Die wichtigsten europäischen Aktienindizes gaben am Montag im Verlauf um mehr als 3 Prozent nach. Der Euro Stoxx 50, der die 50 wichtigsten börsennotierten Unternehmen des Euroraums abbildet, fiel um 3,4 Prozent auf 2090 Punkte. Einen bestimmten Auslöser habe es für die Kursverluste nicht gegeben, berichteten Marktteilnehmer. Die Unsicherheit unter den Anlegern wegen der Schuldendebatte in Europa und sich eintrübender Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft dauert nach einhelliger Auffassung an.

Zu den schwächsten Werten zählte am Montag die Aktie der Deutschen Börse mit einem Kursabschlag von bis zu 6 Prozent, aber auch die Großbank Société Générale und der Stahlkonzern Arcelor Mittal verloren an Wert. Der deutsche Standardwerteindex Dax gab um 3,6 Prozent nach auf weniger als 5400 Punkte, der hundert Werte umfassende F.A.Z.-Index fiel genauso stark auf 1220 Punkte. Noch zu Beginn der vergangenen Woche unterschritt der Dax vorübergehend die Marke von 5000 Punkten, um von dort ausgehend bis zum Wochenschluss gut 500 Punkte zuzulegen. An den Anleihemärkten standen vor allem griechischer Staatsanleihen unter Druck. Titel mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren rentierten mit mehr als 20 Prozent. Deutsche Bundesanleihen mit derselben Restlaufzeit rentierten mit 1,77 Prozent. Der Euro verlor mehr als 1 Prozent an Wert auf rund 1,36 Dollar.

Ein „Todeskreuz“

„Die Kurserholung der vergangenen Woche sollte nicht nachhaltig gewesen sein, wir erwarten, dass der Markt weiter volatil bleibt“, sagt Markus Wallner, Aktienstratege der Commerzbank. Die Frage, ob Aktien teuer sind, gemessen an den Aussichten der Unternehmen, deren Anteile sie verbriefen, spiele momentan keine Rolle. Entsprechend günstige Kennzahlen wie das Verhältnis zwischen Kursen und erwarteten Unternehmensgewinnen oder aus der Bilanz abgeleiteten Unternehmenswerten fänden kaum Beachtung. „Wenn wir fundamentale Daten anschauen, dann sehen wir derzeit zwar einige sich abschwächende Frühindikatoren, aber von Seiten der Unternehmen gibt es aus unseren Umfragen keine negativen Erwartungen etwa an das kommende Jahr“, sagt Wallner: „Tatsächlich orientiert sich der Markt derzeit aber nicht an fundamentalen Größen, sondern ist von Angst und Hoffnung im Bezug auf die Staatsverschuldungsdebatte getrieben.“ Wenn die Angst dominiert, fallen die Kurse. Daneben gibt auch ein Blick auf technische Indikatoren, die aus der vergangenen Kursentwicklung die künftige vorherzusagen versuchen, keinen allzu großen Anlass für Optimismus. Nicht nur im Dax, auch im amerikanischen Leitindex S&P 500 hat Mitte August beispielsweise der gleitende 50-Tages-Durchschnitt den gleitenden 200-Tages-Durchschnitt von oben nach unten durchbrochen. Anhänger der technischen Analyse nennen das ein „Todeskreuz“, weil diese Struktur häufig eine Schwächephase ankündigt (siehe Grafik).

Neben der Schuldenkrise in Europa treibt Marktteilnehmer die Frage danach um, ob die hohen Kursverluste an den Märkten einen Rückgang der Wirtschaftsleistung weltweit auslösen werden - etwa auch in den Vereinigten Staaten. „Wir erwarten eine ausgedehnte Wachstumsdelle, aber keine Rezession“, sagt Tilmann Galler, Fondsmanager von JP Morgan Asset Management. Die Aktienmärkte der Vereinigten Staaten von Amerika und Deutschlands gehörten zu denjenigen, die in den weltweit aufgestellten Portfolios des Vermögensverwalters derzeit übergewichtet seien. Die starken Kursrückgänge im August machen nach Ansicht Gallers aber auch einige große, aufstrebene Volkswirtschaften für Aktienanlagen wieder attraktiver - darunter besonders den chinesischen und den brasilianischen Aktienmarkt.





Text: F.A.Z.

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