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03. September 2010

Preissteigerung

Notebooks werden erstmals teurer

Von Patrick Bernau und Dirk Ulmer

14. März 2010 Die Kunden waren sauer. Für 799 Euro war das neue Notebook von Asus angekündigt, und so mancher hatte sich schon das Geld dafür zurückgelegt. Doch als es tatsächlich auf den Markt kam, sollte es plötzlich 849 Euro kosten. „Das ist wirklich das Letzte“, schimpfte ein Kunde, „da zählt für mich keine Ausrede der Welt!“ Das Lamento half den Kunden wenig. Wer nicht vorbestellt hatte, musste den höheren Preis bezahlen. Ein Betroffener fragte: „Kann ich euch denn jetzt noch vertrauen?“

Dass die Kunden sich so ärgerten, hat einen guten Grund: Mit Preiserhöhungen rechnet seit Jahren kein Computerkäufer. Schließlich gilt fast wie ein Naturgesetz: Computer und Unterhaltungselektronik werden nie teurer, sondern immer billiger. Doch seit einigen Wochen gilt dieses Gesetz nicht mehr.

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Im Dezember ging es los, als plötzlich viele Computer für den Schreibtisch teurer wurden. Im Januar mussten Verbraucher auch für tragbare Notebooks mehr bezahlen, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat. Seit Februar trifft es auch die Unterhaltungselektronik: Jetzt schlägt der Kauf eines DVD-Players stärker zu Buche. Wie das kommt? „Alle Hersteller haben im Wesentlichen die gleichen Kosten“, sagt Arnd von Wedemeyer, Chef des größten Online-Notebook-Händlers „Notebooks Billiger“. Und die seien zuletzt eben enorm gestiegen.

Die Bauteile werden knapp

Das hat zwei Gründe: Erstens ist der schwache Euro schuld. Dessen Kurs ist wichtig, denn Computer werden meist in Asien produziert und in Dollar bezahlt. Im vergangenen Vierteljahr hat nun der Euro gegenüber dem Dollar so viel verloren, dass ein Dollar für die Europäer sieben Prozent teurer geworden ist – und das gilt auch für die Geräte.

Der zweite Grund ist eine Fehlplanung: Während der Rezession hatten die Zulieferer der Computer-Produzenten ihre Fabriken nur langsam ausgebaut, auch weil sie glaubten: In schlechten Zeiten kaufen die Kunden weniger Computer. Doch das stimmte nicht. Jetzt werden die Bauteile knapp und teuer. Solche Knappheiten gab es schon früher, wenn mal eine Fabrik abbrannte, und manchmal schlugen sie auf einzelne Notebook-Endpreise durch. Doch breite Preiserhöhungen wie jetzt gab es noch nicht.

Die teuren Bauteile stecken allerdings nicht nur in Computern, sondern auch in Fernsehern und in modernen DVD-Playern, die „Bluray“-DVDs abspielen können. Diese Geräte werden ebenfalls in Dollar abgerechnet. Deshalb droht die Preiserhöhung auch den Käufern von DVD-Playern und Fernsehern.

Drei der vier größten Notebook-Herstellern heben die Preise an

Der Sony-Fernseher „KDL- 40Z5800“ etwa, der im Dezember noch für rund 1140 Euro angeboten wurde, kostet laut Preisvergleichsdienst Geizhals jetzt mindestens 1189 Euro. Ähnlich der DVD-Player „Samsung BD-P1500“: Er war im Januar für 149 Euro zu haben, jetzt liegt der Preis bei 165 Euro. Hersteller Samsung sagt – wie viele seiner Konkurrenten –, er habe seine Preise nicht angehoben, schuld seien nur die Händler. Doch einerlei: Am Ende zahlen die Kunden mehr, wie das Statistische Bundesamt gemessen hat. Der Preis für DVD-Player stieg im Februar durchschnittlich auf den Stand vom vergangenen Oktober.

Unter den Computerherstellern geben bereits viele ihre Preiserhöhungen zu. Acer und Asus haben es bereits getan, auch Hewlett-Packard (HP) verteuerte seine Notebooks – wenn auch indirekt: HP liefert alte Modelle nicht mehr nach und ersetzt sie durch neuere Rechner, die zwar den gleichen Preis haben, aber dafür einen kleineren Speicher oder weniger Geschwindigkeit. Damit werden die Notebooks von drei der vier größten Anbieter in Deutschland teurer. Andere Firmen dagegen sagen, sie kämen noch eine Weile mit den alten Preisen hin, zum Beispiel Sony. Und im Februar sind Laptops im Durchschnitt noch einmal günstiger geworden.

Preise gut vergleichen

Computerhändler erwarten trotzdem, dass in nächster Zeit noch einige weitere Hersteller ihre Verkaufspreise anheben – allerdings meist, indem sie neue Modelle auf den Markt bringen wie HP. „Wir erwarten eher eine versteckte Inflation“, sagt eine Sprecherin der „Electronic Partner“-Elektromärkte.

Das bedeutet allerdings noch nicht, dass schon jetzt alle Läden die Preisschilder auswechseln. Mancher Händler hat noch alte Bestände und verlangt noch alte Preise, selbst für die Rechner von Acer, Asus und Hewlett-Packard.

Interessenten, die derzeit einen Computer kaufen möchten, können den Preiserhöhungen also noch eine Weile entgehen, indem sie die Preise der Geräte gut vergleichen und den günstigsten Händler für ihr bevorzugtes Gerät suchen, etwa im Internet auf Preissuchmaschinen wie „ciao.de“, „idealo.de“ oder „billiger.de“.

Technische Neuerungen drücken die Preise

„Einige Kunden wandern schon von den teureren Herstellern zu den günstigeren“, hat Online-Händler Wedemeyer beobachtet. „Ich glaube deshalb nicht, dass die Preise auf Dauer hoch bleiben.“

Das macht auch all den Kunden Hoffnung, die eine besondere Vorliebe für teure Rechner haben. Vielleicht zwingt die nachlassende Nachfrage auch Asus, Acer und Hewlett-Packard wieder zu Preissenkungen. Kunden sollten also noch einige Monate warten, wenn sie die Zeit haben.

Ein Naturgesetz wirkt jedenfalls weiterhin – und zwar im positiven Sinne für all diejenigen, die noch eine Weile abwarten können: der technische Fortschritt. Den hält keiner auf. „Technische Neuerungen kommen laufend“, sagt Online-Händler Wedemeyer. „Das drückt die Preise bald auch wieder.“



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Hersteller

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