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03. September 2010

Marktbericht

Erfolgreicher Dax-Erholungstag

08. Februar 2010 Der Dax hat am Montag seine jüngste Talfahrt zunächst gestoppt. Nach drei tiefroten Tagen in Folge stieg der Leitindex nun um 0,93 Prozent auf 5484,85 Punkte.

Gefragt waren in dem weiterhin schwierigen Marktumfeld vor allem sogenannte defensive Papiere und die Aktien von Daimler, sagten Börsianer. Der MDax drehte nach anfänglichen Verlusten ins Plus und rückte zum Schluss um 0,04 Prozent auf 7246,15 Zähler vor. Der TecDax sank belastet von Verlusten bei den stark gewichteten Solarwerten um 0,57 Prozent auf 771,54 Punkte.

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Aktien von Daimler sind gefragt

SAP konnte die Börse mit dem überraschenden Wechsel an der Spitze nicht überzeugen: Die Aktien rutschten gegen den Trend um 2,47 Prozent auf 32,56 Euro auf den letzten Platz im Dax ab. Statt des Vorstandssprechers Léo Apotheker, der am Sonntagabend überraschend zurücktrat, wird bei Europas größtem Softwarekonzern nun wieder eine Doppelspitze installiert. Apotheker ist laut Commerzbank-Analyst Thomas Becker dafür verantwortlich gemacht worden, dass es SAP nicht gelungen sei, den Verlust der Marktanteile zu stoppen.

Daimler-Aktien kletterten mit einem Plus von 3,06 Prozent auf 33,31 Euro an die Dax-Spitze. Mercedes-Vize Rainer Schmückle verlässt nach dpa-Informationen den Stuttgarter Autobauer und wird vom bisherigen Chef der Transportersparte, Wolfgang Bernhard, als neuer Verantwortlicher für die Produktion und den Einkauf der Pkw-Sparte Mercedes Cars abgelöst. Börsianer reagierten positiv, immerhin gelte Bernhard als „Kostensenker“. Auch Versorgerwerte wie Eon und RWE zählten zu den Favoriten.

„Das Markt weiß momentan nicht, wo er hinwill“

Trotz des Plus im Dax blieben Experten skeptisch. „Das Markt weiß momentan nicht, wo er hinwill“, meinte etwa Händler Fidel Helmer von der Privatbank Hauck & Aufhäuser. Solange der Euro weiter unter Druck stehe, dürfte sich an der immer noch trüben Stimmung am Aktienmarkt nicht viel ändern, sagte der Börsianer.

Jenoptik-Titel verteuerten sich im TecDax nach „gemischten“ Zahlen und einem optimistischem Ausblick um 3,70 Prozent auf 4,51 Euro. Solarwerte wie allen voran Q-Cells mit einem Minus von 8,20 Prozent auf 8,583 Euro aber verloren weiter massiv an Wert. Die Q-Cells-Aktie fiel zwischenzeitlich sogar auf ein historisches Tief. Händler verwiesen auf anhaltende Besorgnis um Förderkürzungen in dem Sektor.

In Europa schloss der EuroStoxx 50 mit einem Plus von 1,24 Prozent auf 2664,29 Punkte. Auch die Börsen in Paris und London verbuchten Gewinne. In den Vereinigten Staaten stand der Dow Jones zu Börsenschluss in Europa leicht im Minus, während die anderen großen Indizes im Plus notierten.

Euro legt einen Stabilisierungstag ein

Der Euro hat sich zum Beginn der neuen Woche zum Dollar stabilisiert. „Es dürften vor allem Gewinnmitnahmen im Dollar sein, die den Euro heute etwas freundlicher aussehen lassen“, vermutet ein Händler. Im Übergang vom europäischen in den amerikanische Währungshandel handelt die Gemeinschaftswährung gegen 17.35 Uhr MEZ mit 1,37 Dollar und damit nur knapp unter dem Tageshoch von 1,3714 Dollar. „Es gab zwar heute den einen oder anderen größeren Ausschlag, aber keine klare Richtung“, kommentiert Dan Cook von IG Markets in London. Nachdem es vom Treffen der G7-Finanzminister und -Notenbankchefs am Wochenende in Kanada keine klaren Vorschläge zur Entspannung der Lage der Staatsfinanzen in mehreren südeuropäischen EU-Staaten gegeben habe, seien sich Investoren nun über die weitere Entwicklung im Unklaren, meint Cook. Laut dem schweizerischen Online-Broker AC Markets ist die Zahl der auf einen zum Greenback fallenden Euro setzenden Trades zuletzt auf ein Rekordhoch gestiegen. Den Daten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zu den Positionierungen spekulativer Anleger zufolge stieg die Zahl der Euro-Short-Positionen jüngst auf 43.700 von 39.500 Kontrakten. Laut AC Markets ist das der höchste Wert seit Einführung des Euro.

Einher ging die Stabilisierung des Euro zum Dollar und auch zum Yen mit einer freundlichen Tendenz an den zuletzt ebenfalls gebeutelten europäischen Aktienmärkten und einer Erholung der Rohstoffpreise. „Der scharfe Ausverkauf der als risikoträchtig bewerteten Anlagen ist erst einmal zum Stillstand gekommen“, sagt ein Händler. Konjunkturdaten, welche die Währungen hätten bewegen können, standen am Montag nicht auf der Agenda. Aus technischer Sicht überwiegen für die Gemeinschaftswährung zum Greenback grundsätzlich weiter die Risiken, wie die Helaba feststellt. Die nach den dynamischen Kursverlusten überverkaufte Marktlage begünstige aber zumindest auf kurze Sicht eine Gegenreaktion des Euro. Diese könnte ihn bis auf 1,39 Dollar führen. Zuvor lägen bei 1,3750 und 1,3822 Dollar Widerstände. Unterstützungen ortet die Helaba bei 1,3582 und 1,3493 Dollar. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1.064 Dollar gefixt, nachdem der Fixingpreis am Vormittag 1.070 Dollar betrug.

Deutsche Anleihen: Kursverluste - Erholung an Aktienmärkten belastet

Die Erholung an den Aktienmärkten hat den deutschen Rentenmarkt am Montag belastet. Der richtungweisende Euro-Bund-Future sank am Abend um 0,23 Prozent auf 123,92 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,153 Prozent. Mangels neuer Konjunkturdaten zum Wochenstart richtet sich das Augenmerk laut Experten auf die Aktienmärkte. Diese zeigten nach den kräftigen Verlusten in der Vorwoche Stabilisierungszeichen. Die Marktteilnehmer seien allerdings weiterhin vollkommen verunsichert, heißt es bei der HSH Nordbank. Sie schienen nur noch die strukturellen Probleme der Eurozone im Blick zu haben.



Text: Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.
Bildmaterial: Natascha Vlahovic, FAZ.NET

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