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Aktienmärkte
Kursverluste lassen Dividendenrenditen steigen
Von Daniel Mohr, FrankfurtDie zwischenzeitliche Zahlung ändert an der Bilanz kaum etwas
Falls die Schätzungen Realität werden, ist die aktuelle Marktlage für an Dividendenzahlungen interessierte Anleger höchst attraktiv. RWE käme trotz einer von 3,50 Euro auf geschätzt 2,20 Euro gesenkten Dividende bei aktuellen Kursen auf eine Dividendenrendite von mehr als 9 Prozent. Telekom-Aktionäre können bei einer konstanten Ausschüttung von 70 Cent je Aktie eine Dividendenrendite von derzeit gut 8 Prozent vereinnahmen, Eon käme trotz erwarteter Dividendenkürzung auf 1 Euro auf eine Rendite von gut 7 Prozent, und auch die beiden Versicherungskonzerne Allianz und Munich Re weisen in der Erwartung in etwa konstanter Ausschüttungen Dividendenrenditen von 7 Prozent auf.Steigender Trend bei Dividendenzahlungen
Der alleinige Blick auf die Dividendenrendite ist somit nicht zielführend, denn ein hoher Wert ist oft auch Ausdruck einer schwachen Kursentwicklung. Der Anleger sollte daher stets auch eine positive Meinung zu dem Unternehmen und seiner künftigen Entwicklung haben. Weder RWE noch Eon konnten in den vergangenen beiden Jahren die Dividende steigern. RWE hatte schon für das Geschäftsjahr 2006 je Aktie 3,50 Euro ausgeschüttet. Auch die Deutsche Börse und die Telekom konnten seit 2007 die Dividende nicht mehr steigern, die Telekom musste sie sogar senken. Allenfalls stagnierende Dividenden sind jedoch oft ein Zeichen mangelnden Wachstums im Geschäftsmodell, was sich oft in fallenden Notierungen spiegelt. So hat sich der Div-Dax, der die 15 Dax-Werte mit den höchsten Dividendenrenditen umfasst, in den vergangenen fünf Jahren trotz hoher Dividendenzahlungen schlechter entwickelt als der Dax.Trotz der Erholung in dieser Woche hat der Kursrutsch an den Aktienmärkten seit Anfang August für deutlich gestiegene Dividendenrenditen gesorgt. Im Dax liegt das durchschnittliche Verhältnis aus zuletzt gezahlter Dividende und Kurs bei rund 5 Prozent, im Euro Stoxx 50 sogar bei annähernd 7 Prozent. Üblich sind im Dax 2 bis 3 Prozent, im Euro Stoxx 50 etwas mehr als 3 Prozent. Erfolgten die Ausschüttungen im nächsten Frühjahr tatsächlich in dieser Höhe, könnten die Anleger mit die höchsten Dividendenrenditen überhaupt vereinnahmen.
Dass dies so kommt, stellen zwar einige Marktteilnehmer nach den Entwicklungen der jüngsten Wochen in Frage, ausgeschlossen ist es jedoch nicht. Auch im Jahr 2008 fielen die Aktienkurse kräftig, die Unternehmen machten jedoch bis weit in den Herbst hinein gute Geschäfte. Sie zahlten deshalb im Frühjahr 2009 - inmitten der schärfsten Nachkriegsrezession - noch hohe Dividenden für das gute Geschäftsjahr 2008. Erst im Jahr 2010 gingen die Zahlungen für das Krisenjahr 2009 spürbar zurück. Die Analysten gehen in ihren Schätzungen bislang davon aus, dass es im Frühjahr 2012 so ähnlich wie 2009 kommen könnte. Nach Berechnungen der Commerzbank erwarten die Analysten bislang nur bei Eon und RWE Dividendenkürzungen. Für neun Dax-Unternehmen werden konstante Dividenden erwartet und für 19 steigende Gewinnausschüttungen an die Aktionäre.
Die zwischenzeitliche Zahlung ändert an der Bilanz kaum etwas
Falls die Schätzungen Realität werden, ist die aktuelle Marktlage für an Dividendenzahlungen interessierte Anleger höchst attraktiv. RWE käme trotz einer von 3,50 Euro auf geschätzt 2,20 Euro gesenkten Dividende bei aktuellen Kursen auf eine Dividendenrendite von mehr als 9 Prozent. Telekom-Aktionäre können bei einer konstanten Ausschüttung von 70 Cent je Aktie eine Dividendenrendite von derzeit gut 8 Prozent vereinnahmen, Eon käme trotz erwarteter Dividendenkürzung auf 1 Euro auf eine Rendite von gut 7 Prozent, und auch die beiden Versicherungskonzerne Allianz und Munich Re weisen in der Erwartung in etwa konstanter Ausschüttungen Dividendenrenditen von 7 Prozent auf.
Gleichwohl sollten Anleger beachten, dass zum einen die Höhe der tatsächlichen Zahlung noch nicht absehbar ist und dass zum anderen ein scharfer Kursrückgang selbst hohe Dividendenzahlungen schnell mickrig aussehen lassen kann. Hohe Dividenden stellen dann zwar einen gewissen Puffer gegen Kursverluste dar, mitunter überwiegen die Kursverluste jedoch deutlich.
So wiesen die Energieversorger RWE und Eon stets hohe Dividendenrenditen auf. Die Anleger, die deswegen die Aktien gekauft haben, konnten dann zwar auch tatsächlich hohe Gewinnausschüttungen vereinnahmen, gleichzeitig sind aber die Aktienkurse gesunken. So kostete eine Eon-Aktie vor einem Jahr 22 Euro, derzeit sind es rund 14 Euro. Die zwischenzeitliche Zahlung von 1,50 Euro Dividende je Aktie ändert damit an der verheerenden Bilanz kaum etwas. Der RWE-Aktienkurs ist seither sogar um rund 30 Euro gefallen bei 3,50 Euro Dividende.
Steigender Trend bei Dividendenzahlungen
Der alleinige Blick auf die Dividendenrendite ist somit nicht zielführend, denn ein hoher Wert ist oft auch Ausdruck einer schwachen Kursentwicklung. Der Anleger sollte daher stets auch eine positive Meinung zu dem Unternehmen und seiner künftigen Entwicklung haben. Weder RWE noch Eon konnten in den vergangenen beiden Jahren die Dividende steigern. RWE hatte schon für das Geschäftsjahr 2006 je Aktie 3,50 Euro ausgeschüttet. Auch die Deutsche Börse und die Telekom konnten seit 2007 die Dividende nicht mehr steigern, die Telekom musste sie sogar senken. Allenfalls stagnierende Dividenden sind jedoch oft ein Zeichen mangelnden Wachstums im Geschäftsmodell, was sich oft in fallenden Notierungen spiegelt. So hat sich der Div-Dax, der die 15 Dax-Werte mit den höchsten Dividendenrenditen umfasst, in den vergangenen fünf Jahren trotz hoher Dividendenzahlungen schlechter entwickelt als der Dax.
Besser entwickeln sich oft die Aktienkurse von Unternehmen, die tendenziell steigende Dividenden aufweisen. So erhöht Fresenius kontinuierlich seit Jahren die Dividende. Wegen der guten Kursentwicklung - die Aktie notiert 20 Prozent höher als vor einem Jahr und 50 Prozent höher als vor fünf Jahren - liegt die Dividendenrendite jedoch auf vergleichsweise niedrigen 1,3 Prozent. Auch Metro, Munich Re, Siemens, SAP, Linde, Henkel, Fresenius Medical Care und Bayer weisen einen seit Jahren steigenden Trend bei den Dividendenzahlungen auf.
Text: F.A.Z.
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| Tops & Flops | Kurs | in % |
| Volkswagen Vz | 133,55 € | +1,02% |
| MAN | 81,58 € | +0,72% |
| Beiersdorf | 51,99 € | +0,50% |
| Henkel Vz | 55,14 € | +0,27% |
| Siemens | 66,61 € | +0,26% |
| ThyssenKrupp | 15,45 € | −0,87% |
| Metro | 22,99 € | −1,18% |
| HeidelbergCement | 35,87 € | −1,44% |
| BMW | 64,85 € | −2,53% |
| Dt. Boerse | 42,37 € | −7,74% |
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 6.362,41 | −0,34% |
| FAZ-INDEX | 1.393,72 | −0,55% |
| TecDAX | 759,51 | −0,01% |
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| F.A.Z. EURO | 70,05 | −0,58% |
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| S&P500 | 1.324,80 | −0,44% |
| Nikkei225 | 8.876,59 | +0,86% |
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| Bund Future | 143,27 € | −0,07% |
| Name | Kurs | in % |
| Gold | 1.548,50 $ | −0,51% |
| Silber | 27,25 $ | −3,64% |
| Platin | 1.426,00 $ | −1,38% |
| Palladium | 593,00 $ | −0,84% |
| Rohöl Brent Crude | 109,49 $ | +0,09% |
| Gas | 0,55 £ | −0,55% |
| Kaffee | 1,77 $ | 0,00% |
| Zucker | 0,21 $ | +2,26% |
| Orangensaft | 1,13 $ | −0,44% |
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| AMEX OIL | 1.151,96 | --% |
| Rogers International | 24,14 | +0,50% |
| Name | Kurs | in % |
| FAZ-INDEX | 1.393,72 | −0,55% |
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