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Anlageformen in Krisenzeiten
Kapitalanlagen auf dem Prüfstand
1. Aktien von soliden Unternehmen mit geringer Verschuldung bieten Sicherheit.
05. August 2011
Ob Aktien nun attraktiv sind, hängt von den Annahmen ab, die der Anleger über den Verlauf der Schuldenkrise trifft. Schätzt er den Kurseinbruch als kurzfristige Verwerfung ein, kann er sogar noch aufstocken. Befürchtet er eine Rezession, sind Anleihen interessanter. Rechnet er mit einer hohen Inflation, bieten ausgewählte Aktien Chancen. Im Fall einer Rezession geraten Unternehmen, deren Geschäft stark vom Konjunkturverlauf abhängt, ins Abseits. Dies sind beispielsweise Hersteller von Investitionsgütern. So würden vor allem die deutschen Maschinenbauer von einer Rezession stark getroffen. Die Angst vor einem Konjunktureinbruch erklärt so auch den scharfen Absturz des deutschen Nebenwerte-Index M-Dax, in dem die heimische Industrie stark vertreten ist. Die Aktien des Werkzeugmaschinenherstellers Gildemeister haben seit Jahresanfang 34 Prozent eingebüßt. Viele Portfolio-Manager suchen auch bei Aktien Sicherheit. Diese setzen auf solide Unternehmen, die eine geringe Verschuldung aufweisen, einen regelmäßigen Einnahmenstrom verzeichnen und über eine hohe Preissetzungsmacht verfügen. Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé und der amerikanische Brausehersteller Coca-Cola sind solche Fälle. Manche dieser Unternehmen schütten so zuverlässig Gewinne aus, dass ihre Dividendenrenditen mit dem Zinsniveau von Anleihen konkurrieren konnten. Auch viele Versorger zählen zu dieser Kategorie, selbst wenn der Aktienkurs von Eon und RWE dieses Jahr vom angekündigten Atomausstieg belastet war.hlr.
2. Tagesgeld, Festgeld und Sparbuch sind sichere und beliebte Anlageformen.
Die liebste Anlageform der Deutschen sind verzinsliche Einlagen auf Tagesgeldkonten oder auf dem Sparbuch. Sie unterliegen keinerlei Kursschwankungen. Diese Sicherheit wird jedoch mit einer niedrigen Verzinsung bezahlt. Auf Tagesgeldkonten beträgt der durchschnittliche Zins nach Berechnungen der FMH-Finanzberatung derzeit gut 1,5 Prozent. Sollten die Leitzinsen weiter erhöht werden, dürfte die Verzinsung steigen. Wer nicht auf die tägliche Verfügbarkeit seines Geldes angewiesen ist, bekommt auf Festgeldkonten eine höhere Verzinsung. Bei fünf Jahren Bindung beträgt der Durchschnittszins nach FMH-Angaben derzeit 3 Prozent, bei zehn Jahren Bindung rund 3,8 Prozent. Ein Verlustrisiko besteht jedoch auch bei Sparbuch, Tages- und Festgeldkonten im Falle der Zahlungsunfähigkeit der Bank. Die Sparkassen und die Volks- und Raiffeisenbanken garantieren jeweils den Institutsschutz. Sollte eine Mitgliedsbank in Schwierigkeiten geraten, wird sie von den anderen gestützt. Einen Ausfall gab es hier noch nie. Anders bei den Privatbanken. Hier gab es immer wieder Bankenzusammenbrüche. Im Falle einer deutschen Bank schützt die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) die betroffenen Kunden dann bis zu einer gesetzlich vorgeschriebenen Einlagenhöhe von 100 000 Euro vor Verlusten. Darüberhinaus wird der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken aktiv. Die Mitgliedschaft ist freiwillig und die Höhe der Sicherung hängt vom Eigenkapital der jeweiligen Bank ab. dmoh.
3. Für die Lebensversicherung wird es erst prekär, wenn es eine weitere Bankenkrise gibt.
Für die meisten Deutschen ist die kapitalbildende Lebensversicherung immer noch das wichtigste Sparprodukt. Sie steckt meist hinter den steuerlich geförderten Riester- und Rürup-Renten und bildet die Grundlage für viele Betriebsrenten. Mehr als 30 Millionen Lebensversicherte gibt es hierzulande. Die Turbulenzen auf den Kapitalmärkten können sie vorerst kalt lassen. Weil sie das dafür von der Aufsichtsbehörde geforderte Eigenkapital nicht vorweisen können, haben die meisten deutschen Lebensversicherer kaum noch Aktien. Weniger als 5 Prozent der Kapitalanlagen von rund 700 Milliarden Euro entfallen auf Aktien. Dazu kommen zu einem etwas größeren Prozentsatz Immobilien. Der Löwenanteil entfällt jedoch auf Zinstitel. Darunter machen die Staatsanleihen der finanzschwachen Euroländer wie Italien, Spanien, Portugal, Irland oder Griechenland einen Anteil von weniger als einem Prozent aus. Unmittelbar besteht also kein Anlass zur Sorge, dass die Furcht auf den Kapitalmärkten das Vermögen der Versicherten in Gefahr bringt. Allerdings gibt es zwei Szenarien, die auch Lebensversicherte ins Schwitzen bringen könnten. Der größte Teil der Anlagen der Versicherer steckt in von Banken begebenen Schuldverschreibungen wie Pfandbriefen. Sollten die Banken ins Schlingern geraten, wären auch die Versicherer bedroht. Im Falle einer dauerhaften wirtschaftlichen Flaute wäre damit zu rechnen, dass die Erträge aus Kapitalanlagen noch stärker sinken. Dann würden auch die ohnehin geringen Erträge der Versicherten schrumpfen. ruh.
4. Edelmetalle wie Gold sind die Favoriten der pessimistischen Anleger.
Der Goldpreis erklimmt einen Höchststand nach dem anderen. Auf der Suche nach Sicherheit stecken die Anleger ihr Geld in Barren, Münzen und Fonds, die mit physischen Edelmetallen hinterlegt sind. Davon versprechen sie sich einen Werterhalt in Zeiten turbulenter Börsen und hoher Staatsverschuldung. Neben Gold gibt es weitere Edelmetalle wie Silber, Platin und Palladium, die anders als Gold auch als Industriemetalle gefragt sind. Gerade für Gold gilt aber: Selbst wenn Euro, Dollar und Yen ihren Wert verlieren – das gelbe Metall ist seit jeher eine Art Ersatzwährung. Die Erfahrung des vergangenen Jahrzehnts spricht für die Goldkäufer, denn der Preis des Edelmetalls steigt schon das elfte Jahr in Folge – auch weil viele Notenbanken immer mehr Gold kaufen. War im August des Jahres 1999 eine Feinunzen (31,1 Gramm) noch für 250 Dollar zu haben, kostet sie nun mehr als das Sechsfache. Neben dem starken Preisanstieg gibt es einen weiteren Vorteil: In Deutschland ist der Kauf- und Verkauf von Gold für Privatanleger steuerfrei, dies gilt allerdings nicht für Silber und Platin. Es spricht also vieles dafür, Gold im Depot zu haben. Doch wer nicht von einem Zusammenbruch des gesamten Finanzsystems ausgeht, sollte nicht sein gesamtes Vermögen in Gold investieren. Es wirft weder Zinsen ab, noch bietet es regelmäßige Dividendenzahlungen wie Aktien. Der Anleger kann lediglich von einer Verteuerung des Metalls profitieren. Mit Blick auf die rasanten Preissteigerungen in der jüngsten Vergangenheit ist das allerdings eine eher gewagte Strategie. Entspannt sich die Lage an den Finanzmärkten wieder, dürfte der Goldpreis deutlich nachgeben. jul./tim.5. Immobilien bleiben in Zeiten allgemeiner Verunsicherung ein Hort der Stabilität.
Tatsächlich eilt Immobilien der Ruf der Wertbeständigkeit voraus. Ihr Besitz stellt schließlich einen Sachwert dar, während ein Geldschein oder Wertpapier im schlimmsten Fall eben nur ein Papier ist. Doch die Flucht in Steine und Beton hat ihre Tücken. Der Werterhalt ist kein Automatismus. Wie komplex das Chance-Risiko-Profil einer Immobilienanlage ist, wird schon im Ansatz deutlich. Soll das Sicherheit suchende Geld in ein selbst genutztes Haus fließen – oder in ein Objekt, das regelmäßig Mieteinnahmen bringen soll? Sollen es dann bei vermieteten Objekten eher Wohnungen oder lieber gewerblich genutzte Immobilien sein? Wird dafür der direkte Weg gewählt und ein Gebäude in den eigenen Bestand genommen – oder lieber der indirekte Weg über Immobilienfonds beziehungsweise -aktien, bei denen man sich nicht selbst um Vermietung oder Instandhaltung kümmern muss? So unterschiedlich die Antworten auf diese Fragen ausfallen können, so vielschichtig sind die Risiken, die sich Anleger damit einkaufen. Allerdings gibt es drei Punkte, die vor einer Entscheidung niemals aus dem Blick geraten dürfen: Lage, Bauqualität und zeitgemäße Ausstattung des Objekts. Das sind die Faktoren, die sich auf Erfolg oder Misserfolg einer Immobilieninvestition wesentlich auswirken. Den geringsten Ärger dürfte es übrigens geben, wenn das Geld für die eigenen vier Wände ausgegeben wird. Zum möglichen Werterhalt kommt dann noch die Befriedigung eines menschliches Grundbedürfnisses: bei jedem Wetter ein Dach über dem Kopf. sfu.6. Anleihen verlieren in der Inflation, weil die Teuerung deren realen Wert mindert.
Die Anleihemärkte sind einmal mehr Auslöser für die jüngsten Marktverwerfungen. Vor allem europäische Staatsanleihen stehen im Blickpunkt. Während die Risikoprämien der Krisenländer nach oben schnellen, profitieren Bundesanleihen von ihrem Status als sicherer Hafen. Doch der Fluchtpunkt institutioneller Investoren kann Privatanlegern nicht empfohlen werden. Bundesanleihen sind mittlerweile extrem teuer: Für die zehnjährige Laufzeit liegt die Rendite sogar unterhalb der Inflationsrate von 2,4 Prozent. Der Anleger bezahlt also dafür, dass er dem Bund Geld leihen darf. Zudem sind auch die angeblich sicheren Staatsanleihen, zu denen noch immer die amerikanischen gezählt werden müssen, vor Schwankungen nicht geschützt, zumal die europäische Schuldenkrise auch die Risikoprämie für den deutschen Staat nach oben treiben könnte. Versicherer, Pensionsfonds oder asiatische Notenbanken weichen inzwischen auf Pfandbriefe oder Anleihen von Unternehmen mit guter Bonität aus. Aber auch diese Anlageklassen können von einer eskalierenden Krise angesteckt werden. Ob Unternehmensanleihen mittelfristig attraktiv sind, hängt entscheidend vom Konjunkturverlauf ab. Positiv wäre ein Szenario mit niedrigeren Wachstumsraten, eindeutig negativ eine Rezession. Und noch immer droht eine Inflation: Dann wären die Schuldner die Gewinner, aber deren Gläubiger die Verlierer. Denn die Teuerung mindert den realen Wert der Schulden. maf.Text: F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z.
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| HeidelbergCement | 35,89 € | −1,39% |
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17.05.2012 10:09 Uhr
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Highlights
17.05.2012 Uhr
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| Gold | 1.548,50 $ | −0,51% |
| Silber | 27,25 $ | −3,64% |
| Platin | 1.426,00 $ | −1,38% |
| Palladium | 593,00 $ | −0,84% |
| Rohöl Brent Crude | 109,55 $ | +0,15% |
| Gas | 0,55 £ | −0,55% |
| Kaffee | 1,77 $ | 0,00% |
| Zucker | 0,21 $ | +2,26% |
| Orangensaft | 1,13 $ | −0,44% |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | --% |
| AMEX OIL | 1.151,96 | --% |
| Rogers International | 24,14 | +0,50% |
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17.05.2012 09:57 Uhr
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