17. Mai 2012

Medienschau

Hochtief-Verlust 2011 höher als erwartet

Unternehmensnachrichten

25. Januar 2012 

Hochtief-Verlust 2011 höher als erwartet

Der Verlust des Baukonzerns Hochtief fällt 2011 höher aus als ursprünglich angekündigt. Zusätzliche Abschreibungen der australischen Tochter Leighton sowie Abfindungen für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder sind der Grund dafür. Den Nettoverlust erwartet Hochtief nun bei rund 160 Millionen Euro, rund 60 Millionen mehr als prognostiziert. Der Vorsteuerverlust fällt mit rund 130 Millionen Euro ebenfalls deutlich höher aus als der erwartete niedrige zweistellige Millionenbetrag.
Leighton hatte Mitte Januar Abschreibungen für die Tochtergesellschaft in Dubai und für die Betreibergesellschaft Bris Connections gemeldet, die das Hochtief-Ergebnis vor Steuern mit umgerechnet 89 Millionen Euro belasteten. Zuvor hatte sich Leighton bereits mit zwei Großprojekten verhoben.
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Zudem stieg der Gesamtbetrag für Aufwendungen durch ausgeübte Sonderkündigungsrechte ehemaliger Vorstandsmitglieder aufgrund der mehrheitlichen Übernahme durch den spanischen Baukonzern ACS im Schlussquartal um etwa 19 Millionen auf rund 35 Millionen
Euro. Im vierten Quartal belasteten zudem wie erwartet Wertberichtigungen auf Mautstraßenprojekte in Griechenland und Chile mit rund 89 Millionen Euro.
Hochtief zeigte sich selbst zuversichtlich, alle „Altlasten“ verarbeitet zu haben. Den Auftragsbestand bezifferte Hochtief per Ende Dezember 2011 auf etwa 48 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern ein operatives Ergebnis leicht unter dem des Rekordjahres 2010. (Dow Jones)

Philips erleidet Gewinneinbruch

Der niederländische Elektronikkonzern Philips ist im Schlussquartal stärker in die roten Zahlen gerutscht als befürchtet. Ein schwaches Geschäft in Europa, Verschiebungen bei Lieferungen in der Gesundheitstechnik und ein Lagerabbau im Lichtgeschäft hätten auf dem Quartal gelastet, sagte Vorstandschef Frans van Houten. Auf das laufende Jahr blickt der Manager mit Vorsicht und rechnet mit weiteren Belastungen aus dem Umbau des Konzerns, zu dem auch ein Stellenabbau gehört. Die Mittelfristziele für 2013 hätten aber weiterhin Bestand.
Unter dem Strich stand nach einem Gewinn von 465 Millionen Euro vor einem Jahr nun ein Minus 160 Millionen Euro, deutlich mehr als Analysten erwartet hatten. Der Umsatz legte hingegen wegen des robusten Konsumelektronikgeschäfts und wirkenden Umbaumaßnahmen indes zu und erreichte 6,7 Milliarden Euro nach 6,5 Milliarden Euro vor einem Jahr. Operativ und vor Zinsen und Steuern (Ebit) kamen noch 262 Millionen Euro herein. Vor einem Jahr waren es noch 796 Millionen Euro. Seinen Aktionären will Philips eine stabile Dividende von 0,75 Euro vorschlagen. (dpa-AFX)

Klöckner & Co erwartet rückläufige Stahlnachfrage

Der Stahlhändler Klöckner & Co sieht in der aktuell steigenden Stahlnachfrage nur ein kurzes Zwischenhoch. „In Europa gehen wir nur von einem kurzzeitigen Aufschwung aus, sagte der Vorstandsvorsitzende Gisbert Rühl der Financial Times Deutschland (FTD). Die Stahlnachfrage in Europa werde in diesem Jahr um bis zu fünf Prozent sinken, „es kann aber noch schlimmer kommen“, so der Manager. (Dow Jones)

Ryanair hebt Jahresprognose an

Der irische Billigflieger Ryanair hat seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr erhöht. Es würden nun im Gesamtjahr 480 Millionen Euro angepeilt und damit 40 Millionen Euro mehr als bislang, teilte Ryanair am Montagmorgen vor Börsenbeginn mit. Für das abgelaufene dritte Quartal wies das Unternehmen einen Nettogewinn von 15 Millionen Euro aus und erzielte einen Umsatz von 844 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 16 Millionen Euro und Erlösen von 819 Millionen Euro gerechnet. (Reuters)

S&P stuft Generali ab

Europas größte Versicherer Allianz und Axa behalten ihre relativ guten Bonitätsnoten bei der amerikanischen Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P). Dagegen wurde die Einstufung des italienischen Versicherers Generali von „A+“ auf „A“ gesenkt. Mittelfristig ist aber auch die Einstufung von Allianz und Axa in Gefahr. S&P setzte am Freitagabend in London den Ausblick bei beiden Unternehmen auf „negativ“. Das heißt, dass in den kommenden zwei Jahren die Note verschärft unter Beobachtung steht. Die seit Anfang Dezember drohende kurzfristige Abstufung ist aber erst einmal vom Tisch. S&P entfernte die Allianz und Axa von ihrer Überwachungsliste, der sogenannten „Credit Watch“. (dpa-AFX)

Autozulieferer Schaeffler verschafft sich finanziellen Spielraum

Das wegen der Continental-Übernahme hoch verschuldete Familienunternehmen Schaeffler hat sich finanziellen Spielraum verschafft. Zum einem wurde der Kreditrahmen bei jetzt insgesamt acht Banken leicht auf 8 Milliarden Euro erhöht. Zum anderen laufen die jetzt abgeschlossenen Verträge länger als die bisherigen. Zudem will sich der Automobil- und Industriezulieferer rund zwei Milliarden Euro durch die Ausgabe neuer Anleihen ins Haus holen und damit die Schulden bei den Banken abbauen. Darüber hinaus habe die Gruppe jetzt auch wieder die Möglichkeiten, das operative Geschäft weiterzuentwickeln. (dpa-AFX)

ABB übernimmt amerikanische Niederspannungsfirma

Der Elektrotechnikkonzern ABB verstärkt sich mit einer weiteren Großübernahme im Niederspannungsgeschäft. ABB bietet zufolge 3,9 Milliarden Dollar für die amerikanische Thomas & Betts. Der Angebotspreis von 72 Dollar je Aktie in bar entspreche einen Aufschlag von 24 Prozent zum Schlusskurs vom Freitag, erklärte der Schweizer Konzern am Montag. Der Verwaltungsrat von Thomas & Betts habe der Transaktion zugestimmt.
Die elektrischen Komponenten von Thomas & Betts und die Niederspannungs-, Regel- und Messprodukte von ABB bildeten zusammen ein umfassendes Portfolio im Niederspannungsbereich. „Strategisch ergänzen wir uns sehr gut“, erklärte ABB-Konzernchef Joe Hogan. Durch die Bündelung der Sortimente und die Erweiterung des Vertriebsnetzes verdoppele sich der für ABB relevante Niederspannungsmarkt in Nordamerika auf rund 24 Milliarden Dollar. Thomas & Betts mit Hauptsitz in Memphis beschäftige rund 9400 Mitarbeiter. (Reuters)

Nanya dementiert Pläne für Fusion mit Elpida

Der taiwansche Chiphersteller Nanya steht für eine Fusion mit der angeschlagenen japanischen Elpida und dem amerikanischen Rivalen Micron Technology nicht zur Verfügung. Nanya habe diesbezüglich derzeit keine Pläne, sagte Verwaltungsratsvorsitzender Chia Chau Wu der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Ihm sei auch keine Transaktion zwischen Elpida und Micron bekannt. Medien hatten in der vergangene Woche über Fusionsverhandlungen der drei Unternehmen berichtet. Elpida kämpft mit dem harten
Wettbewerb auf dem Speicherchip-Markt und Schulden. (Reuters)
 

 

Wirtschaftsnachrichten

Sarkozy will Finanztransaktionssteuer einführen

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy will eine Finanztransaktionssteuer einführen. Die Abgabe in Höhe von 0,1 Prozent soll ab August erhoben werden, kündigte Sarkozy am Sonntag in einem Fernsehinterview an. Aus Regierungskreisen verlautete, dass die Steuer bis zu eine Milliarde Euro jährlich einbringen könnte. Die Debatte über eine solche Finanzmarktsteuer läuft auf europäischer Ebene bereits seit längerem.
Sarkozy kündigte zudem die Anhebung der Mehrwertsteuer um 1,6 Prozentpunkte auf dann 21,2 Prozent an. Mit den zusätzlichen Einnahmen will die konservative Regierung eine Absenkung der Sozialabgaben von Unternehmen finanzieren. Ziel ist es, diese damit zur Schaffung von Arbeitsplätzen zu ermutigen. Die Steuererhöhung soll im Oktober in Kraft treten.
Zugleich kündigte der Präsident an, dass das öffentliche Defizit im abgelaufenen Jahr bei 5,4 oder sogar 5,3 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen werde. Ursprünglich hatte die Regierung 5,7 Prozent prognostiziert. Wie ein Regierungsvertreter am Sonntag sagte, werde die Regierung in Kürze ihre Wachstumsprognose für 2012 senken. Bislang war sie von einem Wachstum der Wirtschaftsleistung von 1,0 Prozent ausgegangen. (Reuters)

Fitch senkt Bonitätsnote von 5 Euro-Ländern

Die Ratingagentur Fitch hat die Bonitätsnote von fünf Ländern der Eurozone herabgestuft. Die Noten von Spanien, Italien und Slowenien wurde gleich um zwei Noten gesenkt, die Belgiens und Zyperns um eine Note. Das Rating von Irland wurde hingegen bestätigt. Fitch begründet die Entscheidung mit einer gesunkenen Fähigkeit der Länder, auf Schocks zu reagieren. Die Ratingagentur verweist auch auf den kurzfristig trüben wirtschaftlichen Ausblick.
Die Bonitätsnote Italiens wurde von bisher „A+“ auf „A-“ gesenkt. Durch die gestiegenen Zinsen für italienische Anleihen sei eine neue Schuldendynamik entstanden, begründete Fitch die Entscheidung. In Spanien habe sich der wirtschaftliche und fiskalische Ausblick verschlechtert. Die Bonitätsnote sinke daher von „AA-“ auf „A“. Zypern (’BBB-’) und Slowenien (’A’) wurden vor allem wegen Problemen im Bankensektor herabgestuft. Belgien hat jetzt nach der Herabstufung mit „AA“ (bisher „AA+“) die drittbeste Note im System von Fitch.
Die Kreditwürdigkeit aller betroffenen sechs Länder wurde mit einem negativen Ausblick versehen. Es droht laut Fitch mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent eine Herabstufung in den nächsten beiden Jahren. (dpa-AFX)

Sparer sind Verlierer in der Schuldenkrise

Der Wirtschaftsprofessor Hans-Peter Burghof sieht die Sparer als Verlierer der Niedrigzinspolitik der Zentralbanken im Kampf gegen die Schuldenkrise. „Das Bankensystem sollte normalen Menschen ermöglichen, ihr Geld sicher und trotzdem gewinnbringend anzulegen“, sagt Burghof der Sonntagszeitung „Sonntag Aktuell“. Das Finanzsystem leiste dies derzeit nicht. „Sobald die Zinsen unter der Inflationsrate sind, ist das nicht mehr der Fall“, kritisiert der Bankenexperte von der Universität Hohenheim. Für eine risikolose Geldanlage gebe es unter dem Strich nur Negativzinsen. (dpa-AFX)


Text: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
Bildmaterial: FAZ Helfert

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